Amazon-Boss Bezos zu seiner Unternehmensphilosophie

In einem Brief an seine Shareholder hat sich Amazons Chef Jeff Bezos auch in diesem Jahr zu seiner Geschäftsphilosophie geäußert. Ein Kernsatz ist: Lass es nie zu Tag 2 kommen.

Die Energie des ersten Tages gelte es für immer zu bewahren, bereits Tag 2 sei der Anfang vom Ende. “Tag 2 ist Stillstand. Gefolgt von Irrelevanz. Gefolgt von einem schmerzhaften Niedergang. Gefolgt vom Tod.” Das könne zwar lange dauern und eine etablierte Firma könne sich jahrzehntelang auf der Stufe des zweiten Tages halten, aber am Ende träfe das prognostizierte Resultat doch ein.

Ein zweites Erfolgsgegeimnis heißt nach Bezos’ Ansicht: Kundenbezogenheit. Denn Kunden seien immer unzufrieden, wollten immer etwas noch Besseres. Und der Wunsch, diesen Drang zu befriedigen, treibe Unternehmen dazu, im Auftrag der Kunden Neues zu erfinden. Drittens wendet sich Bezos gegen alle Arten von Stellvertretern (Proxies). Wenn man nicht aufpasse, könnte  beispielsweise die Verwaltung von Geschäftsprozessen an die Stelle des Eigentlichen treten. Oder Marktforschung und Kundenbefragungen an die Stelle des wirklichen Kunden. Viertens fordert Bezos von Unternehmen, sich starken, externen Trends anzuschließen und sie als Rückenwind zu nutzen. Ein Beispiel dafür sei der gegenwärtige Trend zu maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz. Schließlich komme es darauf an, nicht nur gute Entscheidungen zu treffen, sondern das auch noch schnell zu tun. Die meisten Entscheidungen müssten mit 70 Prozent der Informationen getroffen werden, die man sich wünschen würde. Wer auf 90 Prozent warte, komme zu spät.

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