Die Entwickler von Ubuntu haben die dritte Alpha des als LTS-Version geplanten Ubuntu 8.04 "Hardy Heron" freigegeben.
Anwender müssen sich nach dem Final Release im April entscheiden, ob sie Langzeitunterstützung oder den neuen KDE-Desktop haben möchten. Die dritte Alpha des “winterharten Reihers” bringt eine Reihe weiterer Vorversionen von Kernel, Treiber und Programmen mit, die bis zum Final Release ebenfalls in stabiler Version vorliegen sollen. Den Kern des Systems bildet der Release Candidate 6 des Kernels 2.6.24, der die Zweige x86 und x86_64 zusammenbringt und so die dynamischen Ticks der x86-Plattform auch auf x64-Systemen nutzbar macht. Weiterhin werden neue WLAN-Treiber sowie zahlreiche weitere neue und überarbeitete Treiber enthalten sein. Als Webbrowser ist die Vorversion des kommenden Mozilla-Browsers Firefox 3 mit dabei. Mit Xorg 7.3 hält das neue grafische System Einzug, dass eine verbesserte automatische Konfiguration bietet. Als neuer Sound-Server findet PulseAudio Anwendung. Bessere und feiner abgestimmte Konfigurationsmöglichkeiten soll die Integration von PolicyKit bieten. Das System erlaubt Administratoren auch normalen Benutzern mehr Rechte für bestimmte Aktionen zuzuweisen.
Erstmals müssen sich Anwender nach dem Final Release im April entscheiden, ob sie Langzeitunterstützung oder den neuen KDE-Desktop haben möchten. Die Entwickler haben angekündigt, Ubuntu 8.04 als Kubuntu-Ausführung nicht mit dem langen Support anzubieten. Kurz vor Weihnachten hatte der Kubuntu-Chefentwickler Jonathan Riddell mitgeteilt, dass Kubuntu zu Gunsten des neuen KDE 4 auf die laut Release-Zyklus fällige LTS-Version verzichtet. Die Ankündigung wurde gespalten aufgenommen. Während ein Teil der Gemeinschaft den Schritt begrüßte, sahen andere Kubuntu die Rolle eines Versuchskaninchen übernehmen.
Auch im Business-Bereich dürfte die Ankündigung keine große Beliebtheit errungen haben. Schließlich müssen Unternehmen, die bisher auf die letzte LTS-Variante Kubuntu 6.06 setzten, entscheiden, ob sie die wahrscheinlich noch sehr instabile KDE-4-Variante einsetzen möchten oder langen Support durch Wechsel auf eine andere Ubuntu-Geschmacksrichtung behalten.
Die Alpha 3 ist wie üblich über die Webseite der Distribution oder einen der Mirrors zu beziehen. Da sie in erster Linie Testzwecken dient, ist vom Einsatz in Produktivumgebungen abzuraten.



