Endlich Linux

Als erstes muss ich mich dafür entschuldigen, dass ich mehr als zwei Wochen lang nichts geschrieben habe. Aber ich war damit beschäftigt, das neue Admin-Sonderheft zu produzieren, das am 12. März erscheint. Deshalb war keine Zeit für das Beagleboard.

Nun wollte ich endlich ein Linux-System auf dem Beagleboard booten, dafür gibt es einige Optionen. Der Standard ist die Angstrom-Distribution, außerdem laufen darauf eine Android-Version der Firma Embinux, ein angepasstes Ubuntu und Windows Embedded. Ich habe mich zunächst für Angstrom entschieden, die anderen Linuxe müssen noch warten.

Als Massenspeicher dient eine neu gekaufte SDHC-Karte, die in den eingebauten Cardreader-Slot passt. Praktisch ist daran, dass die Installation des Linux-OS von einem PC mit Linux und einem Cardreader aus erfolgen kann. Damit die Distribution zu installieren, ist kein großes Problem, die Hauptschwierigkeit besteht darin, den Flash-Speicher richtig zu partitionieren. Ich bin einfach der Anleitung unter http://code.google.com/p/beagleboard/wiki/LinuxBootDiskFormat gefolgt.

Man muß einige Low-Level-Parameter setzen, die eigentlich von Festplatten her stammen, aber auch bei Speicherkarten noch Verwendung finden, zum Beispiel die Anzahl der Zylinder und der Leseköpfe (die ja real nicht existieren). Eine FAT-Partition wird zum Booten verwendet, eine Ext3-Partition nimmt das Linux-Dateisystem auf.

Sind die Partitionen fertig gestellt, kopiert man nur noch die Bootdateien in die FAT-Partition und entpackt Angstrom auf dem Linux-FS. Diese Webseite listet die dafür nötigen Schritte auf http://code.google.com/p/beagleboard/wiki/HowToGetAngstromRunning. Das dort beschriebene Update der Firmware war überflüssig, weil sie schon auf dem laufenden Stand war. Es blieb lediglich noch, auf dem Prompt des Bootloaders das zu bootende Image und andere Boot-Parameter anzugeben. Hier bin ich einfach dem Beispiel des obigen Dokuments gefolgt.

Die SD-Karte aus-, ins Beagleboard eingesteckt, den Strom eingeschaltet und sofort zeigt Angstrom seinen Boot-Prompt in einem über die serielle Schnittstelle angeschlossenen Terminalprogramms (siehe den letzten Blog-Eintrag). Wer über ein HDMI-DVI-Kabel einen Bildschirm an das Beagleboard ansteckt, bekommt sogar eine X-Oberfläche zu sehen. Über einen USB-Hub lassen sich USB-Tastatur und -Maus mit dem Beagleboard verbinden, und das kleine Gerät wird zum vollwertigen grafischen Terminal.

Abgesehen von etwas Aufwand beim Partitionieren des SD-Speichers war die Installation ziemlich einfach. Demnächst stehen kompliziertere Dinge an, wie das Abspielen von Video-Dateien. Dabei machen die Mediaplayer vom eingebauten DSP (Digitaler Signalprozessor) in der OMAP-CPU Gebrauch. Dieses Mal wird es nicht wieder zwei Wochen dauern, versprochen.

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