Über ein ausgeklügeltes HID-Subsystem schleust Linux Eingabedaten herstellerunabhängig durch den Kernel. Dabei gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Inputs zu debuggen, zu modifizieren oder komplette Geräte zu emulieren.
Die Interaktion von Maschine und Mensch wurde bereits in den späten 1990er-Jahren standardisiert. Maus, Tastatur und Game-Controller melden sich als Human Interface Device [1] beim Betriebssystem an und lassen sich dann unabhängig vom Hersteller direkt und ohne Zusatzsoftware verwenden [2]. Diese Gleichbehandlung im Kernel basiert auf einem virtuellen Nachschlagewerk, das zahlreiche Seiten mit Beschreibungen der Hardware enthält. Einige davon sind unbeschrieben, ein Hersteller kann sie je nach Bedarf mit spezifischen Funktionen füllen. Das erfordert dann allerdings doch Spezialsoftware.
Entwicklerinnen und Entwickler, die sich in der HID-Landschaft auskennen, nutzen das Framework, um beispielsweise den modernen Kaffeevollautomaten zu überwachen. Aber auch medizinische Sensoren oder industrielle Steuerungen lassen sich dank des HID-Subsystems per Plug & Play anschließen. Wer seine Gaming-Peripherie bis aufs letzte Bit optimieren will, der kommt um die intensive Beschäftigung mit HID ebenfalls nicht herum. Zu guter Letzt sollten Sicherheitsexpertinnen und -experten das HID-Subsystem als von Hackern nutzbarer Hintereingang ins Betriebssystem gut im Auge behalten.
Der HID-Standard legt fest, dass jede Hardware eine Selbstbeschreibung in Form eines Report Descriptors ausliefert. Im Fall von USB schickt der Kernel eine Anfrage an das USB-Gerät, das dann mit seinen Deskriptoren antwortet. Aus ihnen geht wiederum hervor, dass das Device ein HID-Interface mitbringt. Der zugehörige Low-Level-Treiber im Linux-Subsystem (»usbhid«) sendet daraufhin dem G...
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