Aus Linux-Magazin 01/2026

Alternative Compositoren für Wayland

© maramicado / 123RF.com

Wayland setzt sich langsam, aber stetig als neuer Display-Server unter Linux durch. Alternative Compositoren ergänzen ihn um interessante Zusatzfunktionen.

Das X11 Window System ist mittlerweile in die Jahre gekommen und nach einhelliger Meinung immer schwieriger zu warten. Seit einigen Jahren gewinnt daher der Display-Server Wayland unter Linux an Boden. Er übernimmt gleichzeitig die Funktion eines Compositing Window Managers oder kurz Compositors. Doch inzwischen haben sich auch zahlreiche Alternativen zum nativen Wayland-Compositor entwickelt. Wir stellen Ihnen im Folgenden einige interessante Vertreter der Gattung vor.

Alt, aber bewährt: X11

Das X11 Window System ist älter als das Betriebssystem Linux selbst [1]. Es wurde bereits 1984 vorgestellt und in der Folge in praktisch alle gebräuchlichen unixoiden Betriebssysteme integriert.

Die heute gängigen grafischen Benutzeroberflächen konnten erst mit seiner Hilfe entwickelt werden, da das X11-Protokoll es ermöglicht, Fenster auf einem Bildschirm darzustellen. Die damals übliche Bildschirmanzeige bestand zuvor aus einer reinen Ziffern- und Textdarstellung mit lediglich 80 Zeichen pro Zeile bei 24 Zeilen pro Seite. X11 gestattete jedoch nicht nur die Darstellung von Fenstern auf dem Monitor, sondern auch von unterschiedlichen Schriften, und das freihändige Zeichnen von Linien wurde dadurch ebenfalls möglich.

Es basiert auf einer Client-Server-Architektur: Der X11-Server stellt Standardfunktionen und das Protokoll zum Bau einer grafischen Benutzeroberfläche zur Verfügung. Die Applikationsprogramme greifen zur grafischen Darstellung ihrer Inhalte über dieses Protokoll als Clients auf den X11-Server zu. Das X11-Protokoll war von Anbeginn als Netzwerkprotokoll ausgelegt und ermöglicht somit auch die entfernte Da...

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