Kibi 0.2.2
Schlanker Texteditor
Quelle: https://github.com/ilai-deutel/kibi
Lizenz: MIT/Apache
Alternativen: Kilo, Joe, Nano
An Texteditoren besteht unter Linux wahrlich kein Mangel. Neben komplexen Anwendungen wie Vi(m) oder Emacs bringen die großen Desktop-Umgebungen ebenfalls eigene Editoren mit. Es geht aber auch schlanker: Kibi ist in weniger als 1024 Zeilen Rust geschrieben, hat minimale Abhängigkeiten zu anderen Paketen und läuft unter Linux, MacOS und Windows 10. Das vom Texteditor Kilo inspirierte Tool portiert dessen Quellcode von C nach Rust. Kibi bietet UTF-8-Unterstützung, eine inkrementelle Suche, Syntax-Highlighting und Zeilennummern.
Beim Start gibt der Benutzer die zu bearbeitende Datei an. Da Kibi keine Tabs unterstützt, ist das gleichzeitige Öffnen mehrerer Files nicht vorgesehen. Am linken Rand des übersichtlichen Editorfensters befinden sich die Zeilennummern, in der Fußzeile stehen Dateinamen, Dateigröße und die Position des Cursors im Dokument. Direkt nach dem Start blendet die untere Zeile außerdem eine Übersicht der wichtigsten Tastenkürzel ein.
Die Navigation erfolgt über die Pfeiltasten. [Strg]+[F] startet die Suche, [Strg]+[G] springt in eine bestimmte Zeile, [Strg]+[S] speichert die Änderungen und [Strg]+[Q] beendet das Programm. [Strg]+[D] dupliziert die aktuelle Zeile; [Strg]+[E] startet ein externes Tool. Seine Konfiguration erwartet das Tool unter »$HOME/.config/kibi/«. Das Syntax-Highlighting definiert »$HOME/.config/kibi/syntax.d«. Der Entwickler liefert acht Beschreibungen mit, die als Vorlage für eigene Erweiterungen dienen.
Kibi ist schlank und schnell. Wer nach einem schnellen Texteditor ohne zahlreiche Extras sucht, sollte einen Blick auf das Tool werfen.
Age 1.0.0 RC1
Einfaches, modernes Verschlüsselungstool
Quelle: https://github.com/FiloSottile/age
Lizenz: BSD
Alternativen: GnuPG, PGP
Wer Daten vor unbefugtem Zugriff schützen möchte, verschlüsselt sie für gewöhnlich mit GnuPG. Alternativ bietet sich das in Go implementierte Tool Age an, von dem gerade ein erster Release-Kandidat der Version 1.0.0 erschien. Unter der Haube setzt es auf die elliptische Kurve Curve25519 für asymmetrische Kryptosysteme. Age-Binärpakete für Linux, MacOS und Windows finden Sie im Github-Repository. Eine Dokumentation fehlt, »-h« bringt aber eine Online-Hilfe ins Terminal.
Das Paket enthält neben der ausführbaren Datei »age« auch den Schlüsselgenerator »age-keygen«, der ein Schlüsselpaar generiert. Um eine Datei zu verschlüsseln, geben Sie diese beim Aufruf an; zusätzlich nennen Sie hinter »-o« den Namen für die verschlüsselte Ausgabe. Dahinter folgt die Art der Verschlüsselung: Sie wählen zwischen »-p« samt Passwort und »-r« zusammen mit einem öffentlichen Schlüssel. Der letztgenannte Parameter darf mehrfach zum Einsatz kommen, um eine Datei an mehr als einen Empfänger zu schicken. Die öffentlichen Schlüssel können auch in einer Datei stehen, die dann hinter »-R« folgt. Dieser Schalter versteht übrigens auch öffentliche SSH-Schlüssel.
Das Entschlüsseln leiten Sie explizit mit »-d« ein. Auch hier folgt auf »-o« wieder der Name der Ausgabedatei. Age achtet darauf, vorhandene Dateien nicht zu überschreiben. Sofern eine Datei nicht mit einem Passwort geschützt ist, steht hinter »-i« der Name der Schlüsseldatei.
Age überzeugte im Test. Sie sollten aber unbedingt die ausführliche Anleitung auf Github lesen.
Visidata 2.2.1
Tabellarische Daten ordnen und analysieren
Quelle: https://github.com/saulpw/visidata
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Pretty Table, Tabview
Beim Untersuchen und Arrangieren tabellarischer Daten auf der Shell hilft Visidata. Das Python-Tool bringt mehr Übersicht in TSV-, CSV-, SQLite-, XLSS- und JSON-Dateien. Insgesamt unterstützt es über 40 Formate, die die Github-Seite des Projekts auflistet. Für seine Arbeit greift Visidata auf insgesamt 24 Python-Module zurück. Einige Distributionen führen ältere Versionen des Tools in ihren Repositorys; die aktuelle Version installieren Sie am besten über Pip. Alternativ stehen die Quellen auf Github bereit.
Um eine oder mehrere Dateien zu verarbeiten, geben Sie diese hinter dem Befehl »vd« an. Das Tool kann auch von der Standardeingabe lesen. Visidata verwaltet die Daten in sogenannten Sheets. Die Tastenkombi [Strg]+[S] zeigt eine Übersicht aller geöffneten Blätter. In der Voreinstellung erkennt Visidata das verwendete Dateiformat selbstständig. Klappt das einmal nicht, hilft »–filetype« weiter. Die Pfeiltasten dienen zur Navigation, [Strg]+[Q] beendet das Programm.
Für die Vorwärtssuche in einer Spalte geben Sie »/« gefolgt vom Suchmuster an. Visidata versteht reguläre Ausdrücke. Eine Rückwärtssuche klappt über »?«. Möchten Sie in allen Spalten einer Tabelle suchen, geben Sie »g/« oder »g?« an. In eine bestimmte Zeile springt »zr«, gefolgt von der Zeilennummer. Ähnlich klappt der Sprung über »zc« in eine Spalte. Visidata bietet noch zahlreiche weitere Funktionen, ein Blick in die ausführliche Dokumentation auf Github lohnt sich.
Flexibel, flink und flott – so lässt sich die Arbeit mit Visidata beschreiben. Das Python-Tool überzeugt auf ganzer Linie.
Clifm 0.29.2
Dateimanager für die Konsole
Quelle: https://github.com/leo-arch/clifm
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Midnight Commander, Ranger
Wer mit Ls und Konsorten fremdelt, zur Dateiverwaltung aber kein grafisches Tool starten möchte, kann sich unter Linux aus einer Vielzahl von CLI-Dateimanagern das passende Programm heraussuchen. Mit Clifm gesellt sich ein weiterer Kandidat hinzu. Sein Entwickler bewirbt ihn als schlank und besonders ressourcensparend (rund 5 MByte RAM und 400 KByte Festplattenplatz). Auf dem Testsystem genügten Clifm sogar 3,5 MByte RAM; zum Vergleich: Mc benötigt 8,5 MByte Arbeitsspeicher.
Sie bauen das C-Programm aus den Quellen selbst. Clifm benötigt die Glibc, die Coreutils, Libcap, ACL, File und Readline. Um den Dateimanager auf entfernten Systemen einzusetzen, installieren Sie außerdem Sshfs, Curlftpfs und Cifs-Utils. Eine vollständige Liste enthält die Projektseite. Ohne Parameter aufgerufen, zeigt das Tool den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an. Clifm ordnet jedem Verzeichniseintrag eine Nummer zu, über die Sie direkt dorthin springen.
Der Befehl »rf« aktualisiert die Anzeige, »mp« listet alle Einhängepunkte auf. Auch hier dienen die Ziffern zur Navigation. Das Kommando »st« passt die Sortierung an: Clifm kann nicht nur nach Dateiname und Dateigröße sortieren, sondern auch nach diversen Zeitstempeln wie Ctime oder Mtime. Praktisch: »pg« aktiviert den integrierten Pager. Der Dateimanager bietet zahlreiche Befehle und Funktionen; eine Übersicht liefert »help«.
Der Konsolendateimanager Clifm gibt sich performant, erfordert jedoch eine gewisse Einarbeitungszeit.
Taskwarrior-TUI 0.11.1
Taskwarrior interaktiv im Terminal nutzen
Quelle: https://github.com/kdheepak/taskwarrior-tui
Lizenz: MIT
Alternativen: Taskwarrior, Vit
Die Aufgabenverwaltung Taskwarrior haben wir bereits in LM 12/2012 vorgestellt – das Tool läuft auf der Shell und macht daher auch über SSH und in eigenen Skripten eine gute Figur. Wer es gern etwas komfortabler und vor allem interaktiv haben möchte, findet in Taskwarrior-TUI eine Terminal-Benutzeroberfläche zum Verwalten der Tasks. Der Einsatz setzt eine Taskwarrior-Installation voraus; das UI finden Sie als fertiges Paket auf Github.
Taskwarrior-TUI nutzt dieselbe Konfigurationsdatei »$HOME/.taskrc« wie der Planer Taskwarrior. Sie hinterlegen hier Anweisungen für das Erscheinungsbild im Terminal. Eine Übersicht aller verfügbaren Einstellungen finden Sie auf der Projektseite. Ist Taskwarrior bereits im Einsatz und sind dort Aufgaben hinterlegt, dann zeigt Taskwarrior-TUI diese nach dem Start sofort an.
Das UI gliedert sich in drei Bereiche: Oben stehen alle erfassten Aufgaben, in der Mitte die Details zum aktuellen Task. Ein Druck auf [Z]+ blendet diesen bei Bedarf aus. In der Fußzeile sehen Sie aktive Filter. Neue Tasks legen Sie über [A]+ an, [E]+ bearbeitet sie. Taskwarrior-TUI startet dann den Standardeditor. Obsolete Aufgaben verschwinden mit [X]. Zusätzlich bietet Taskwarrior-TUI eine Kalenderansicht. Sie wechseln mit den eckigen Klammern zwischen den Anzeigen hin und her.
Taskwarrior-TUI bringt etwas mehr Komfort in den schnellen und effizienten Aufgabenplaner; das Handbuch auf Github hilft beim Einarbeiten.
Httpstat 1.3.0
Curl-Statistiken visualisieren
Quelle: https://github.com/reorx/httpstat
Lizenz: MIT
Alternativen: Curl
Shell-Fans greifen gern zum Konsolen-Webclient Curl, um Webseiten zu testen oder nach Fehlern zu suchen. Das Tool bietet zwar viele Funktionen, ist aber bei der Ausgabe statischer Informationen relativ sparsam. Hier schafft das Python-Skript Httpstat Abhilfe. Außer Curl hat es keinerlei Abhängigkeiten und gelangt mit dem Installer Pip schnell auf den Rechner.
Sie geben beim Aufruf die gewünschte URL als Parameter an; optional folgen danach Curl-Parameter, die das Skript an den Client weiterreicht. Allerdings unterstützt Httpstat nicht alle Curl-Parameter und kennt beispielsweise »-o« nicht, das Ergebnisse in eine Datei statt nach Stdout schreibt. Die statistische Auswertung von Httpstat zeigt die IP-Adressen von Quelle und Ziel an, gefolgt von den Header-Informationen der Webseite. Der Seiteninhalt selbst landet als temporäre Datei im »$TMP«-Verzeichnis. Zum Schluss folgen Performance-Daten, unter anderem die Dauer des DNS-Lookups, die Zeit für TCP- und TLS-Handshakes sowie die Übertragungsdauer.
Httpstat kennt keine Einrichtungsdatei, Sie konfigurieren es über Umgebungsvariablen. Um etwa die Transfergeschwindigkeit einzublenden, setzen sie »HTTPSTAT_SHOW_SPEED« auf »true«. Benötigen Sie den Seiteninhalt nicht, unterbinden Sie seine Speicherung mit »HTTPSTAT_SAVE_BODY«. Eine alternative Curl-Version bestimmt »HTTPSTAT_CURL_BIN«, bei der Fehlersuche hilft »HTTPSTAT_DEBUG«.
Da Httpstat eine Manpage fehlt, sollten Sie die Github-Seite studieren. Die Daten stellt das Tool übersichtlich und fortlaufend dar, die Curl-Statistiken lassen sich auf einen Blick erfassen. (Uwe**Vollbracht/hej)











