Aus Linux-Magazin 03/2016

Backupsoftware für den Desktop im Vergleich (Seite 5)

Doch genug der Stilkritik, denn die Aufmachung sagt oft wenig über die Funktionen aus. Tatsächlich bringt Lucky Backup einige originelle Ideen mit, aber auch gravierende Mängel. Daher spielt es eher in einer Liga mit Sbackup als mit den anderen beiden Kandidaten. Das mag daran liegen, dass niemand die Software mehr so richtig pflegt. Die letzte Release 0.4.8 stammt vom März 2014 und die Entwickler wollen keine neuen Updates und Bugfixes mehr bringen.

Immerhin steckt die aktuelle Version in Ubuntus Paketquellen. Sie setzt auf Rsync und verwendet ein Qt-Interface mit eigenen Spracheinstellungen. Sie legt nicht nur Profile an, sondern importiert und exportiert diese auch. So bestückt der Admin schnell mehrere Rechner mit einem Lucky-Backup-Profil.

Auch dieses Programm kommt mit zwei Modi ins Haus, einem für normale User, einem zweiten für Superuser. Im Zentrum des GUI befindet sich eine »Aufgabenliste« , hier reiht der Admin verschiedene Backup-Jobs auf.

Findet ein Job sein Zielverzeichnis nicht, erscheint im »Informationsfenster« eine entsprechende Meldung. Daneben kann die Software auch zwei Rechner synchron halten wie etwa Unison [16]. Diese Funktion ähnelt einem Backup, sorgte aber im Test eher für Verwirrung. Ein weiterer Wermutstropfen: Mit deutschen Umlauten in »Aufgaben« und »Profilen« kommt die Software nicht zurecht.

Schön und bei den bisher vorgestellten Programmen so nicht vorhanden ist die Möglichkeit, den Backups sprechende Namen zu verpassen. Das reine Datumsformat, auf das die anderen Programme vertrauen, macht die Suche beim Wiederherstellen nicht immer einfacher, da alle Dateinamen ähnlich aussehen.

Um einen Backupvorgang anzustoßen, ergänzt der Admin über »Hinzufügen« einen Job. Die Übersetzung hakt etwas: Bei »Sichere Quelle innerhalb des Ziels« handelt es sich um die Backupfunktion, »Synchronisiere Quelle und Ziel« hält zwei Verzeichnisse synchron.

Der Klick auf »Erweitert« beschert dem Admin zusätzliche Möglichkeiten: Er kann sein Backup beschreiben, Dateien vom Backup ausnehmen (auch über Regex), bestimmte Dateien ergänzen oder per SSH Kontakt zu einem entfernten Rechner aufnehmen. Unter »Kommando-Optionen« gibt der Admin dem Programm per Hand Rsync-Optionen mit auf die Reise. Schließlich lassen sich unter »Ebenso ausführen« Skripte definieren, die vor oder nach einem Backup laufen sollen. Unten rechts gibt er schließlich eine maximale Anzahl aufzubewahrender Snapshots vor. Überschreitet Lucky Backup diese Anzahl, löscht es ältere Snapshots.

Hat er eine oder mehrere Aufgaben definiert, schiebt der Admin das Backup im Hauptfenster über »Ausführen« an. Setzt er zuvor ein Häkchen bei »Simulation« , tut Lucky Backup erst mal so, als würde es eine Sicherung anlegen, und meldet Fehler. Vorsicht: Die Pre- und Post-Skripte führt die Software ganz normal aus! Über den Zeitplaner legt der Admin feste Backupintervalle an, Cron zieht hier die Fäden. Hat die Software ihre Aufgaben abgearbeitet, schickt sie ihm auf Wunsch eine Mail mit dem Bericht.

Über »Aufgabe | Verwalte Sicherungen« gelangt der Sicherungsmeister schließlich in das Fenster, über das er die Daten wiederherstellt (Abbildung 8). Das klappt, indem er links einen Schnappschuss auswählt und auf »Wiederherstellen« klickt. Auch ein Diff lässt sich über »Kalkuliere Unterschied« erstellen.

Abbildung 8: Auch beim Wiederherstellen gibt es eine Simulationsmöglichkeit.

Abbildung 8: Auch beim Wiederherstellen gibt es eine Simulationsmöglichkeit.

Wertung

Nicht nur fällt auf, dass Lucky Backup nur sehr rudimentäre Möglichkeiten mitbringt, um den Platz auf der Festplatte zu verwalten und alte Backups zu löschen. Das muss der Admin entweder als Aufgabe definieren oder er schreibt ein Skript, das vor oder nach den Backups läuft. Das bietet wenig Komfort. Zudem bietet die Software keine Kompression an, verschlüsselt nicht und kümmert sich auch nicht groß um den Speicherplatz. Dafür lässt sie sich an allen Ecken und Enden skripten und mit Parametern für Rsync füttern. Fans dafür finden sich sicher, aber der Sinn einer grafischen Anwendung geht etwas verloren.

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Christian Buhtz
1 Jahr her

Der Artikel ist schon einige Jährchen alt. Wollte dennoch darauf aufmerksam machen, dass das Projekt seit 2022 wieder aktiv ist. Das aktuelle Release steht bei Version 1.5.3.

Beiträge sind auch ohne Programmierkenntnisse möglich und willkommen.

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Microsoft GitHub: bit-team/backintime

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