Aus Linux-Magazin 03/2016

Backupsoftware für den Desktop im Vergleich (Seite 6)

Areca Backup

Von der Aufmachung her ungefähr das Gegenteil von Lucky Backup ist Areca (Abbildung 9, [7]). Das Java-Programm, es braucht »openjdk-7-jre« , arbeitet plattformübergreifend, bringt eine klar strukturierte, dezente und fast schon langweilige Oberfläche mit, lässt sich über Plugins erweitern und auch sonst kaum Wünsche offen. Es steckt trotz GPLv2 allerdings nicht in den Standardpaketquellen von Ubuntu. Unter Linux genügt es, die Software herunterzuladen, zu entpacken und das zugehörige Skript »areca.sh« aufzurufen.

Abbildung 9: Profile heißen in Areca Gruppen, pro Gruppe lassen sich wiederum verschiedene Backupjobs anlegen. Die linke Seite listet Profile und Gruppen auf, rechts verfolgt der Admin den Backupfortschritt.

Abbildung 9: Profile heißen in Areca Gruppen, pro Gruppe lassen sich wiederum verschiedene Backupjobs anlegen. Die linke Seite listet Profile und Gruppen auf, rechts verfolgt der Admin den Backupfortschritt.

Die Featureliste ist ansehnlich. Zunächst beherrscht Areca alle Formen von Backups: vollständige, inkrementelle, aber auch differenzielle und Delta-Backups. Das macht es auch für große dynamische Dateien zum Tool der Wahl. Die Option »Image« erzeugt zudem eine einzige Imagedatei und erneuert diese, sobald sich Dateien der Quelle ändern. Fortlaufende Archive lassen sich vereinen, um Platz zu sparen.

Daten verschlüsselt Areca wahlweise (per AES128 oder AES256) oder komprimiert sie (Zip oder Zip64). Dabei darf der Admin auch eine Zeichencodierung und eine Kompressionsstufe wählen. Als Storage-Ziele dienen Netzwerklaufwerke, USB-Keys, FTP(S)-Server und SFTP-Locations.

Zunächst legt der Anwender eine neue Gruppe an (»Bearbeiten | Neue Gruppe« ), dann innerhalb der Gruppe ein »Neues Ziel« mit einem Rechtsklick auf dieselbe. Ein Fenster öffnet sich (Abbildung 10), das die Details zum Backupvorgang, etwa den Ziel- und den Quellordner, aufnimmt. Unter »Allgemein« lässt sich wahlweise ein über FTP und SFTP erreichbares Ziel einstellen, »Quellen« ergänzt der Admin auch per Drag&Drop.

Abbildung 10: Über das Fenster im Hintergrund lassen sich Details für die Backupjobs definieren.

Abbildung 10: Über das Fenster im Hintergrund lassen sich Details für die Backupjobs definieren.

Im Bereich »Erweitert« stellt er die Verschlüsselung ein und auch Bandbreitendrosselung. Auch interessant ist der Bereich »Transaktionen« : Bricht ein Backup ab, fährt Areca bei einem der Transaktionspunkte fort. Transaktionen finden als Einzeloperationen statt, um die Integrität des Backups zu gewährleisten.

Sind Quelle und Ziel hinreichend definiert, legt der Klick auf »Speichern« sie links unterhalb der Gruppe ab. Über einen Rechtsklick auf das Ziel erhält der Admin noch weitere Optionen: Er kann ein »Backup simulieren« oder über »Assistent | Ein Backup-Skript erstellen« . Damit lässt sich der Backupprozess später bequem in einem Cron-Job umwandeln. Will der Anwender ein »Backup starten« , gibt er noch die Form an (inkrementell, differenziell oder vollständig) und lässt Areca dann loslegen. Eine Fortschrittsanzeige verrät, wie weit die Software ist, im Reiter »Protokoll« listet Areca Fehler- und Erfolgsmeldungen auf.

Das Wiederherstellen gelingt über den Reiter »Logische Darstellung« . Hier tauchen die Dateien im Backup auf und lassen sich nicht nur wiederherstellen, sondern sogar abspielen, wenn es zum Beispiel um Musikdateien geht. Und sie lassen sich durchsuchen: Wer viele Dateien sichert, begibt sich beim Wiederherstellen oft auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Der Reiter »Suche« schafft Abhilfe. Areca generiert nicht zuletzt Berichte seiner Backups und schickt diese auf Wunsch an die User.

Wertung

Bei Areca bleiben nur wenige Wünsche offen. Die etwas ungewöhnliche Form der Automatisierung ist vermutlich Java geschuldet, die generierbaren Skripte lösen das Problem aber elegant. Eine Erweiterung über Plugins ist zwar möglich, solche sind aber (bislang) kaum verfügbar, Webdav- oder Cloud-Support wären noch wünschenswerte Features, die sich so eventuell realisieren ließen. Auch komplette Systeme sichert Areca nicht, das aber ist auch nicht das Ziel der Software.

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Christian Buhtz
1 Jahr her

Der Artikel ist schon einige Jährchen alt. Wollte dennoch darauf aufmerksam machen, dass das Projekt seit 2022 wieder aktiv ist. Das aktuelle Release steht bei Version 1.5.3.

Beiträge sind auch ohne Programmierkenntnisse möglich und willkommen.

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Microsoft GitHub: bit-team/backintime

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