Im Kurztest: Fast Wipe, Make Me, Prwd, Dante, Free Basic, Mir BSD Korn Shell
Fast Wipe 0.3
Daten schnell löschen
Quelle: http://sourceforge.net/projects/fwip
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Nwipe
Die meisten Anwender sind sich darüber im Klaren, dass sich gelöschte Daten mit den entsprechenden Tools wiederherstellen lassen. Wer die Platte final putzen möchte, greift am besten zu einem Programm wie Fast Wipe. Nach der Installation aus den Quellen nisten sich die beiden Anwendungen »wipe« und »fwip« im »/sbin« -Verzeichnis ein.
Während »fwip« für das schnelle Bereinigen ganzer Festplatten gedacht ist, widmet sich »wipe« dem Entfernen einzelner Dateien. Die Fast-Wipe-Tools überschreiben die jeweiligen Partitionen oder Datenblöcke mit zufälligen Daten. Anwender wählen beim Aufruf aus dreizehn unterschiedlichen Verfahren aus.
Die Entwickler implementierten zudem einen RAM-Buffer, der die Zufallsdaten vor dem Schreiben zwischenspeichert. Je größer der Puffer, desto schneller der Löschprozess. Das gilt aber nur bei einem Datenvolumen im GByte-Bereich – bei kleineren Datenmengen oder beim Löschen einzelner Dateien reicht ein Buffer von 1 bis 2 MByte aus.
Fast Wipe entfernt einzelne Dateien oder ganze Partitionen mit wenigen Handgriffen von der Festplatte. Die Bedienung ist einfach und es stehen verschiedene Löschmethoden zur Verfügung. Ob sich das Tool auch für den Einsatz auf SSDs eignet, gibt der Entwickler leider nicht an.
Make Me 0.8.7
Alternatives Build-Tool
Quelle: https://embedthis.com/makeme
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Make
Wer oft den Quelltext von Programmen selbst kompiliert, kennt sich in der Regel gut mit Make und Autoconf aus. Make Me will den Buildprozess stark vereinfachen, das Cross-Kompilieren erleichtern und einen portablen, plattformunabhängigen Erstellungsprozess ermöglichen. Davon profitieren besonders Windows-Anwender, denn Make Me benötigt keine Cygwin-Umgebung.
Die Konfiguration erfolgt über Javascript-Dateien mit der Endung ».me« . Anwender legen hier die zu erzeugenden Module und Bibliotheken fest, definieren Abhängigkeiten, den Dateityp oder Aktionen, die während des Buildvorgangs ablaufen sollen. Die Make-Me-Dateien wirken deutlich übersichtlicher und strukturierter als viele klassische Makefiles.
Das Tool ermittelt selbstständig, wie Bibliotheken oder ausführbare Dateien zu bauen sind. Durch die Javascript-Konfiguration erleichtert es nicht nur das Cross-Kompilieren, sondern auch das Erzeugen von Projektdateien für IDEs wie Visual Studio, Xcode oder Nmake.
Ob Make Me das altbewährte Make ablöst und die Build-Alternative der Zukunft ist, muss jeder Entwickler selbst entscheiden. Javascript-Gegner werden vermutlich dem Klassiker die Treue halten. Wer für verschiedene Plattformen programmiert, sollte dem Neuling jedoch eine Chance geben.
Prwd 1.9
Ein Prompt für alle Shells
Quelle: http://tamentis.com/projects/prwd
Lizenz: ISC
Alternativen: keine
Viele Shell-Fanspassen früher oder später den Prompt an eigene Bedürfnisse an. Eine liebevoll gebastelte Konfiguration wandert so von System zu System – es sei denn, dort sind unterschiedliche Shells in Betrieb. Dann gilt es, die Einrichtungsdatei händisch anzupassen oder ganz von vorne anzufangen. Hier springt Prwd in die Bresche, das die Variable »PS1« setzt und mit einfachen Templates einen konsistenten Prompt gestaltet.
Benutzer leiten die Ausgabe von »prwd« nach »PS1« weiter. In der Prwd-Einrichtungsdatei stellen sie mit sieben Vorlagen den Look zusammen. Dabei kann die Pfadanzeige einfließen, der Hostname, das Datum oder die User-ID. Auch eine farbliche Gestaltung ist möglich.
Wer mit Versionsverwaltungen wie Git oder Mercurial arbeitet, zeigt den aktuellen Entwicklungszweig im Prompt an. Last but not least definieren Benutzer Aliasse für unterschiedliche Pfade, um die Anzeige übersichtlicher zu gestalten. Die Manpage zeigt einige Beispiele aus der Praxis.
Die Idee eines einheitlichen Shellprompts besticht und die Konfiguration der Prwd-Templates geht leicht von der Hand. Das Tool bildet in der aktuellen Version jedoch nicht alle Prompteigenschaften ab. Wer ausgefallene Setups nutzt, muss »PS1« weiter von Hand einrichten und pflegen.
Dante 1.4.1
Freier Socks-Server
Quelle: https://www.inet.no/dante
Lizenz: BSD
Alternativen: Ssocks, Anon Proxy
Viele Admins sichern ihr Netzwerk durch Firewalls und lassen die Nutzer nur über einen Proxyserver ins Internet. Sollen die User mehr als nur surfen dürfen, reicht eine gewöhnliche Proxysoftware jedoch selten aus. Der Application-Level-Proxy Dante verspricht eine Lösung und stellt das Socks-Protokoll für mehrere Anwendungsprotokolle wie HTTP, FTP oder XMPP zur Verfügung.
Nach dem Kompilieren der Quellen landen die beiden Tools »sockd« und »socksify« auf der Platte. Sockd ist der eigentliche Serverdienst, der nach dem Start in der Voreinstellung auf Port 1080 eingehende Verbindungen erwartet. In der Einrichtungsdatei »/etc/sockd.conf« legen Admins unter anderem die interne und externe Schnittstelle sowie den Standardport fest. Auch die Benutzerauthentifizierung konfigurieren sie hier.
Sockd setzt wahlweise auf eine integrierte Lösung oder kooperiert mit PAM. Seine Protokolle reicht der Daemon an Syslog weiter oder schreibt eigene Logfiles. Über Regeln legt der Systemverwalter fest, welche Verbindungen erlaubt sind. Um den Proxy zu nutzen, wählen Anwender Socks als Proxyvariante und entscheiden sich für Version 5.
Unterstützt ein Programm von Haus aus keinen Socks-Proxy, kommt das Tool »socksify« ins Spiel. Es besitzt eine eigene Konfigurationsdatei (»/etc/socks.conf« ), um zu definieren, welche Verbindungen an den Socks-Proxy gehen.
Dante liefert einen leistungsfähigen Socks-Server (»sockd« ) sowie einen Wrapper für Clients (»socksify« ) aus. Die Konfiguration kann aufwändig sein, eine gute Dokumentation mit zahlreichen Beispielen hilft aber dabei.
Free Basic 1.02
Basic-Compiler
Quelle: http://www.freebasic.net
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Pcbasic, Kbasic
In den 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Programmiersprache Basic der Quasistandard für alle Hobby-Entwickler und Programmieranfänger. Nicht nur zahlreiche Spiele, sondern auch Geschäftsanwendungen waren in Basic implementiert. Wer noch Quellcode aus dieser Zeit hat, nutzt ihn mit dem Free Basic Compiler (FBC).
Während Basic in den Anfängen eine Interpretersprache war, stehen heute leistungsfähige Compiler zur Verfügung, die aus Basic schnellen Binärcode machen. FBC ist sowohl für Linux als auch für Windows verfügbar und bietet eine sehr gute Unterstützung für Microsofts Quickbasic. Die Entwickler sind sich sicher, dass die meisten alten Q-Basic-Programme sofort lauffähig sind. Auf Linux-Systemen nutzt »fbc« die Binutils-Bibliotheken und kann auf diese Weise sowohl Konsolenprogramme als auch Q-Basic-Bibliotheken erzeugen.
Das Tool eignet sich aber nicht nur zum Reaktivieren alter Software. Wer möchte, kann auch neue Projekte in Q-Basic umsetzen. FBC unterstützt neben den Grafikbibliotheken von Q-Basic auch SDL, Open GL und Cairo. Es gibt zudem Schnittstellen für GTK und Win API sowie für MySQL, SQlite, PostgreSQL und eine allgemeine ODBC. Für Netzwerkzugriffe kann FBC außerdem auf die Sockets des Betriebssystems zugreifen. Die Projektseite bietet einen Einsteigerkurs und zahlreiche Tutorials.
Mit dem Free Basic Compiler können Entwickler alte Basic-Programme wiederbeleben und neue Projekte umsetzen. Das Tool bietet zahlreiche Schnittstellen zu gängigen Oberflächen und eine ausführliche Dokumentation.
Mir BSD Korn Shell, R50
Schnelle Shell-Alternative
Quelle: https://www.mirbsd.org/mksh.htm
Lizenz: MirOS
Alternativen: Ksh, Bash
An Shells besteht unter Linux wahrlich kein Mangel. Mit »mksh« aus dem Mir-OS-Projekt gesellt sich nun eine weitere Variante hinzu. Das Tool ist ein Ableger der Open-BSD-Korn-Shell und kompatibel zur originalen Korn-Shell, dabei aber Ressourcen-schonender und schneller als die beliebte Bash. Als Zielgruppe nennen die Entwickler Anwender, die eine performante und kompakte Shell suchen, aber nicht auf den gewohnten Funktionsumfang verzichten möchten.
Mksh eignet sich sowohl für den interaktiven Einsatz als auch für das automatisierte Ausführen von Skripten. So kann der Anwender beim Aufruf mit dem Parameter »-c« einen Befehlsstring übergeben. Darüber hinaus bietet das Tool einen restriktiven Modus, in dem das beim Shellaufruf zugewiesen Verzeichnis nicht verlassen, keine Umgebungsparameter geändert und die Ausgabe eines Befehls nicht umgelenkt werden können. Wer möchte, kann mit dem Parameter »-T« beim Aufruf ein TTY-Device zuordnen. Mehr Möglichkeiten, die Shell beim Start durch Parameter zu beeinflussen, gibt es nicht.
Eigene Anpassungen nehmen Nutzer in der Datei »~/.mkshrc« vor. Eine Beispielkonfiguration, die sich als Vorlage eignet, ist im Quellarchiv nicht enthalten. Anwender sollten daher die Manpage gründlich studieren. Dort finden sie auch Informationen zu eingebauten Funktionen und Scripting-Elementen wie Schleifen oder Verzweigungen.
Als schlanke Shell-Alternative läuft Mksh auf etlichen Plattformen. Das Tool bietet viele gewohnte Bash-Features, die gute Anleitung erleichtert den Einstieg.












