Wer ganz ohne Vorkenntnisse neu in ein Themengebiet einsteigen will, der ist bei der “Für Dummies”-Reihe gut aufgehoben. Diesmal für Dummies: der Raspberry Pi. Das zweite Buch richtet sich eher an gestandene Software-Entwickler. Sein Thema: agiles Testen.
Dummies nach Definition der Autoren von “Raspberry Pi für Dummies” kennen sich nicht nur mit dem in Rede stehenden Kleinrechner noch nicht aus, sondern haben auch sonst nicht viel Ahnung von Computern. Zumindest nicht von Linux-Rechnern. Entsprechend verwendet das Buch zwei ganze Kapitel darauf, Linux-Grundlagen zu erläutern (Desktopumgebung, Browser, Dateimanager, die Shell und so weiter).
Das hat den Vorteil, dass man auch ohne Linux-Vorkenntnisse mit einem einzigen Buch auskommt, aber auch den klaren Nachteil, dass weniger Platz für das eigentliche Thema übrig bleibt. Ein Nachteil, der umso stärker ins Gewicht fällt, als auch in den Raspberry-bezogenen Kapiteln vor allem Dinge behandelt werden, die man mit jedem beliebigen Bürocomputer genauso gut oder besser machen könnte: Bilder bearbeiten etwa oder mit Office-Dateien arbeiten.
Raspberry programmieren
Erst ab dem vierten Teil des Buches geht es endlich um Themen, die dem Raspberry auf den Leib geschrieben sind. Um die Programmierung zum Beispiel. Vorgestellt werden Scratch und Python mit einfachsten Beispielen. Was stört, ist die überaus euphemistische Diktion. Etwa wenn der Leser auf ein gerade mal dreizeiliges Codebeispiel für eine Funktion in Python stößt: “Hierbei handelt es sich um ein zwar kleines, aber leistungsfähiges Programm, das als Beispiel für fast alles dienen kann, was Sie über Funktionen wissen müssen.”
Auf einfache Elektronik-Projekte geht das Buch im fünften Teil ein. Unerfindlich bleibt, weshalb die Übersetzer in einem Buch, das so viel Wert auf Einfachheit und Verständlichkeit legt, nicht die gängigen deutschen Begriffe “Ein/Aus-” beziehungsweise “Umschalter” verwenden, sondern von “Single-Throw-” oder “Double-Throw-Schaltern” reden. Das Einstiegsprojekt läuft dann auf die unvermeidliche blinkende LED hinaus. Zwei weitere Spieleprojekte führen dann aber doch noch darüber hinaus und vermitteln eine Ahnung, was der Nutzer mit Lötkolben und Programmierung dem Raspberry Pi entlocken kann.
Das Buch aus der Für-Dummies-Reihe versucht Leser abzuholen, die keinerlei Vorkenntnisse mitbringen. Alles wird von Grund auf, einfach und verständlich erklärt. So taugt das Buch für die allerersten Schritte. Für weiterführende Projekte wird sich der Leser bald anderweitig umsehen müssen.
Info
Sean McManus, Mike Cook:
Raspberry Pi für Dummies
Wiley Verlag, 2014
400 S.
20 Euro
ISBN: 978-3-527-71026-3
Agiles Testen
Agile Vorgehensmodelle liegen nach wie vor im Trend. Außer beim Programmieren spielen sie auch beim Testen eine immer größere Rolle. Das trifft umso mehr auf die agile Entwicklung zu, bei der fortlaufende Tests nicht nur ein wesentlicher Teil des Konzepts sind, sondern bei der es in besonderer Weise der Job des Testers ist, die Qualität im Auge zu behalten.
Nach einer Einführung in die Kultur der agilen Software-Entwicklung, die als Gegenbewegung zu stark formalisierten, regulatorischen Modellen Anfang der Nullerjahre aufkam, gehen die Autoren im zweiten Kapitel auf agiles Vorgehen aus Sicht der Qualitätssicherung in agilen Projekten ein. Um die konkrete Organisation von Softwaretests geht es dann in Kapitel drei. Das vierte Kapitel beleuchtet die Rolle des Testers in einem agilen Entwicklungsteam als Anwalt der Qualität. Die Methoden und Techniken, die dabei zur Anwendung kommen, stellt das fünfte Kapitel vor. Hier geht es auch um Testplanung.
Der agilen Testdokumentation wendet sich das sechste Kapitel zu, bevor sich im siebenten und achten Kapitel alles um die Automatisierung der Tests dreht. Dabei werden alle Arten von Tests besprochen, Unit- und Komponententests genauso wie System- und Integrationstests, fachlich orientierte Tests und auch Last- und Performancetests. Das Thema des neunten Kapitels ist die Aus- und Weiterbildung der Tester.
Die Autoren, die viel Erfahrung mit dem Testen von Software gesammelt haben, beschreiben ihr Thema kenntnisreich und praxisverbunden. Wer sich vertieft mit dem Testen in agilen Projekten beschäftigen will, sollte das Buch lesen.







