Aus Linux-Magazin 04/2013

Auf den Punkt gebracht

Repositories

03/13, S. 40: Jan Kleinert erwähnt in seinem Editorial, dass veraltete Metadaten zu einem inkonsistenten System führen können, wenn Repository-Betreiber alte Paketversionen löschen. Bei Fedora und Red Hat lässt sich dies durch den Yum-Parameter »metadata_expire« regulieren. Standardmäßig aktualisiert die Distribution die Metadaten, wenn sie älter als 6 Stunden sind. Bei Open Suse lässt sich gezielt pro Repository die Option »auto-refresh« einschalten. Bei den Standardrepositories ist diese Option aktiviert.

Unter Debian gibt es »apticron« , das diese Aufgabe übernimmt und gleich noch über anstehende Updates informiert. Normalerweise läuft bei Debian und Ubuntu ein Apt-Cronjob. Er ist unter »/etc/cron.daily/apt« hinterlegt. Wer möchte, kann damit täglich die Repodaten aktualisieren lassen. Dazu erzeugt er eine Konfigurationsdatei unter »/etc/apt/apt.conf.d/02periodic« mit dem Inhalt:

APT::Periodic::Update-Package-Lists "1";

Die Zahl in Anführungszeichen gibt das Intervall in Tagen an. »1« steht für ein tägliches Update der Paket-Metadaten.

Marcus Möller, per Mail

Windows, Linux und Secure Boot

03/13, S. 15: Die Meldung “Marktforscher: Windows-Markt wird 2013 schrumpfen” habe ich mit Interesse gelesen. Einerseits bestätigt das eine fatale Fehleinschätzung der Marketingstrategien der Softwareschmiede aus Redmond mit ihrer neuesten Version des Betriebssystems. Andererseits hoffe ich, dass am Ende des Jahres 2013 nicht noch größere Einbrüche bei den Linux-Installationen zu beklagen sind.

Der Grund für meine Sorge liegt darin, dass ich jüngst vergeblich versucht habe, einige Linux-Installationen auf Laptops durchzuführen, die mit einem vorinstallierten Windows 8 und UEFI Secure Boot ausgeliefert wurden. Ich habe eifrig Informationen im Netz und Blogs studiert, etwa bei Michael Kofler unter http://www.kofler.info/blog/172/126/EFI-bzw-UEFI-und-Linux/. Doch leider ist es mir nicht gelungen, Linux nachhaltig lauffähig zu installieren, egal welche aktuell für UEFI vorbereitete Distribution ich auch einsetzte.

Zunächst einmal war ein Starten der Installations-DVD im Secure Boot Modus nicht möglich, da das System feststellte, das kein gültiger Schlüssel vorhanden sei. Bei abgeschaltetem Secure Boot funktionierte die Installation im UEFI-Modus zunächst tadellos. Beim anschließenden ersten Reboot nach dem Installationsvorgang war das entsprechende Linux auch im UEFI-Bootmenü angezeigt, und es startete ohne Probleme. Auch die Ausgabe des Progamms »efibootmgr« entsprach den Anleitungen.

Nach dem nächsten Reboot des Rechners war aber leider der Eintrag für Linux aus dem UEFI-Bootmenü verschwunden – egal, ob Secure Boot ein- oder ausgeschaltet war. Das installierte Linux ist nicht mehr bootfähig. Beim Zugriff mittels Rescue-DVD konnte ich feststellen, dass sämtliche zuvor installierten Pfade auf der EFI-Partition und auch der Bootloader gelöscht waren.

Wenn ich mir die Diskussionen zur Secure-Boot-Problematik, insbesondere im Blog von Matthew Garrett, im Netz durchlese, führt das bei mir zu großer Sorge um die weitere Zukunft von Linux. Ich habe dabei den Eindruck, dass die Hardware-Hersteller zu weit über das Ziel hinausgeschossen sind.

Ich möchte Sie ermuntern, einen fundierten Bericht mit Ihren Erfahrungen zu verfassen. Für die Linux-Nutzer wäre insbesondere eine Art Schwarz-/Weiß-Liste der Hersteller nützlich, die dazu beitragen, dass Linux sich auf ihren Geräten installieren lässt – oder eben nicht.

Starthilfe

03/13, S. 40: Ich habe eine Ergänzung zum Artikel über Tools, mit denen sich ein bootfähiger USB-Stick herstellen lässt. Solange nur ein einziges ISO-Image auf den Stick soll, gibt es noch das Programm »isohybrid« aus dem Syslinux-Paket von H. P. Anvin. Manchmal reicht es sogar aus, einfach nur das Image per »dd« auf den Stick zu kopieren. Es lohnt sich auszuprobieren, ob das Image schon dafür vorbereitet war. Sollte das nicht genügen, holt folgender Befehl das nach:

isohybrid /Pfad/zur/Image-Datei.iso

Er überarbeitet das Image ein wenig. Es schadet aber nicht, vorher ein Backup zu machen. Etwas verwirrend ist bei diesem Verfahren, dass die so erzeugte Partition als »hidden NTFS« angezeigt wird. Aber so lange das Verfahren funktioniert, stört mich das nicht.

Helmut Hullen, per Mail

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