Aus Linux-Magazin 10/2009

Linux fürs Windows-Deployment (Seite 3)

Im Test ging die Installation des Image schnell von der Hand. Nach dem Starten des Servers und Einrichten von Netzwerkkonfiguration, Benutzern sowie Zugangspasswörtern muss der Admin lediglich das System kurz per »apt-get« aktualisieren und entscheiden, ob Opsi auch als DHCP-Server fungieren oder ob er einen bestehenden Dienst nutzen soll. Danach ist das System per SSH und HTTPS erreichbar.

Pakete aus vielen Ecken

Die Mainzer Entwicklung eignet sich sowohl für bestehende Clients, auf denen man den Softwareverteilungsdienst dann nachinstalliert, als auch für neue Systeme, die Opsi direkt per Netzwerk einrichtet. Dazu kopiert der Admin lediglich den Inhalt der Windows-CD auf den Server. Sobald der PC dann via PXE-Boot oder Spezial-CD übers Netzwerk startet, lädt Opsi eine angepasste Linux-Umgebung, analysiert die Hardware und kopiert die Setupdateien. Die eigentliche Installation läuft dann ohne Benutzereingriff bis zum Windows-Anmeldebildschirm durch. Alternativ unterstützt Opsi auch die Installation über Festplattenimages.

In beiden Fällen übernimmt ab dann der Softwareverteilungsdienst. Er benötigt die erwähnten Pakete, wobei es dem Administrator freisteht, sie selbst zu erzeugen oder kostenpflichtig beim Hersteller zu abonnieren. Zum Selbsterzeugen bietet Opsi mehrere Methoden an: Snapshot, per Silent-Installation, Skript-basiert oder durch simulierte Tastatureingaben. Alternativ gibt es ein kostenfreies Communityforum [20], in dem sich Anwender austauschen, und ein Wiki [21] mit fertigen Installationsskripten.

Wichtige Updates wie die monatlichen Microsoft Security Fixes stellt der Hersteller nach eigenen Angaben seinen Abokunden innerhalb von drei Tagen ab Erscheinen paketiert bereit, was den Einsatz eines teuren Windows-Update-Servers spart. Andere Pakete und Service Packs bekommen Bezahlkunden binnen ein bis zwei Wochen aktualisiert.

Funktionsreiches Java-Interface

Der Admin verwaltet die Clients mit dem mitgelieferten und umfangreichen Java-Webinterface, das die Maschinen samt Hardware-Information und Softwarestand gruppier- und filterbar auflistet (Abbildung 4), oder aber per Kommandozeile oder direkt an der grafischen Konsole des Servers. Auch darf er mit den Opsi-Tools vom Client aus administrieren. Jedem PC lassen sich Betriebssystem und individuelle Softwarepakete zuordnen, beispielsweise die unterschiedliche Ausstattung für einzelne Abteilungen.

Abbildung 4: Der Admin verwaltet den Clientpool bequem über Opsis Webapplikation.

Abbildung 4: Der Admin verwaltet den Clientpool bequem über Opsis Webapplikation.

In Verbindung mit dem Soft- und Hardware-Management übermitteln die Clients detaillierte Informationen an den Server. Die Clients sind ihrerseits per Webinterface abfragbar, zum Beispiel danach, welcher Vista-PC mit mindestens 4 GByte RAM und einer für Videoschnitt geeigneten Grafikkarte ausgestattet ist. Bei der Installation unterstützt Opsi Paketabhängigkeiten sowie Installationsprioritäten und Client-spezifische Einstellungen. Vorgaben wie Windows-Keys lassen sich aber auch global machen.

Zu Protokoll geben

Für den Fall, dass eine Installation fehlschlägt, meldet Opsi das im Webinterface bei dem jeweiligen Paket (Abbildung 5). Zusätzlich erzeugt jeder Client ein detailliertes Protokoll, das Opsi zum einen zentral auf dem Server speichert, um es später im Browser studieren zu können. Zum anderen legt es das Protokoll auch auf dem betroffenen PC selbst ab – beispielsweise zur Diagnose bei Verbindungsproblemen.

Abbildung 5: Verläuft ein Installationsversuch erfolglos, informiert Opsi darüber per Java-Interface.

Abbildung 5: Verläuft ein Installationsversuch erfolglos, informiert Opsi darüber per Java-Interface.

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