Die vorgestellten Bücher sehen den Computer als Arbeitswerkzeug, das rasch hochwertige Ergebnisse liefern soll: Der eine Band richtet sich an Software-Entwickler, der andere an Layouter.
Bei Entwickler-Schulungen war dem Consultant Neal Ford schon immer aufgefallen, dass einige Programmierer die Aufgaben viel schneller lösten als andere. In seinem Buch “Produktiv programmieren” hat er eine große Vielfalt an Ratschlägen für den Entwickleralltag gesammelt.
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Info |
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Produktiv programmieren O\’Reilly, Sebastopol, 2009 290 Seiten, 35 Euro ISBN 978-3-89721-886-4 |
Ins Entwickler-Stammbuch
Das Buch übergreift Programmiersprachen und Betriebsysteme, wenn auch viel Code aus Java-Programmen stammt und die Unix-Befehlszeile eine große Rolle spielt. Was Ford den Code-Handwerkern ins Stammbuch schreibt, reicht vom Kleinen wie der Adressenvervollständigung im Webbrowser bis zum Großen, Organisatorischen: Sei die Software zur Versionskontrolle noch so teuer eingekauft, wenn sie die Programmierer mehr behindert als unterstützt, gehört sie ausgetauscht.
Die Kapitel geben technische und organisatorische Hilfestellungen: Alles, was mit Gruppen von Dateien zu tun hat, lässt sich mit Build-Tools wie Ant oder Rake automatisieren – dazu sind sie gemacht. Ein Programmierer erweist sich zudem als besonders produktiv, wenn er – selbst im Großraumbüro – ein paar Stunden am Stück ungestört arbeiten kann.
Bei den Tools greift Ford gerne zu Open-Source-Software wie Emacs, Eclipse und Cruise Control zurück, einfache Kommandozeilentools wie Find hält er für die produktivsten überhaupt. Daneben bietet das Buch einen Schnelldurchgang durch Programmierschulen und -paradigmen: Testgetriebene Entwicklung, Refactoring, Continuous Intergration und Metaprogrammierung handelt es griffig ab. Zugegeben, vieles kennt der erfahrene Entwickler bereits, auch der Durchschnittscoder hat von einigem bereits gehört. Die Stärke des Buchs aber ist es, in alle Richtungen nachzudenken und den Leser zur kritischen Überprüfung seiner Arbeitsgewohnheiten anzuregen.
Daneben weiß der Verfasser als erfahrener Lehrer zu fast jeder Lektion eine Geschichte aus der Praxis zu erzählen, um die häufig abstrakten Sachverhalte anschaulich zu machen – und sei es nur eine halb erfundene Anekdote, die das Merken erleichtert. Stimulierende Feierabend-Lektüre, die am nächsten Morgen am Schreibtisch ihre Wirkung entfaltet.
Scribus schwarz auf weiß
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Info |
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Scribus: Open-Source Desktop Publishing Fles Books, 2009 450 Seiten, 35 Euro ISBN 978-0-9560780-0-1 |
Leider legen die Entwickler freier Software beim Schreiben der Dokumentation selten den gleichen Eifer an den Tag wie beim Programmieren. Wenn zwei in den Entwicklungsprozess integrierte Autoren alle Details einer umfangreichen Anwendung in einem Buch zusammentragen, ist dies daher ein großer Gewinn.
Der Titel des englischsprachigen Scribus-Buchs von Gregory Pittman und Christoph Schäfer liest sich doppeldeutig: Geht es nun um ein Handbuch zu Scribus, wie der Untertitel “The official Manual” nahelegt, oder um eine breiter angelegte Einführung in das Desktop-Publishing mit freier Software? Die Autoren versuchen beides zu vereinen. Daraus ergeben sich unnötige Längen für Scribus-Einsteiger, die bereits DTP-Erfahrung mitbringen. Wer allerdings dazu bereit ist, Seiten, die ihn nicht betreffen, beherzt zu überblättern, und andererseits nicht erwartet, dass ihm ein Buch von rund 450 Seiten noch eine lückenlose Einführung in das Fachgebiet DTP bietet, für den ist das Buch ein wertvolles Hilfsmittel.
Kapitel wie “Your DTP Toolbox” geben Umsteigern aus der kommerziellen Softwarewelt Anregungen, wie sich die Funktionen kostspieliger proprietärer Software mit freien Anwendungen wenigstens teilweise nachstellen lassen. Auch die ausgesprochene Stärke von Scribus, der PDF-Export, der außer druckfähigem X3-PDF auch interaktive Formulare mit eingebettetem Javascript oder PDF-Präsentationen erzeugt, erfährt gründliche Behandlung.
Bei den Dateiformaten bricht das Werk eine Lanze für offene Standards. Mit dem Open-Office-Textimport, der sich durch sehr leistungsfähige Textfilter mit regulären Ausdrücken noch ausbauen lässt, demonstrieren Schäfer und Pittman, wie Autoren und Layouter gemeinsam mit Scribus arbeiten, eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Einsatz in größeren Projekten. Das Buch erläutert die freie Publishing-Software in der aktuell stabilen Version 1.3.3.12 so vollständig, dass kaum Fragen offen bleiben.







