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Stabilität ist Trumpf
04/09, S. 96: Ich möchte eine Replik zu Hans Hackers Leserbrief anbringen. Auch ich finde Vergleiche zwischen regulären Computern und Fernsehern oder Waschmaschinen überspitzt. Dies sehe ich aber nicht als ausreichenden Grund an, das Minix-Konzept in Frage zu stellen.
Der Leserbrief stellt fest, dass Minix sicherer sei, dafür aber langsamer und mit weniger Features ausgestattet. Die so genannte Langsamkeit ist den Entwicklern wohlbekannt und wird gerne für die erstrebte Stabilität in Kauf genommen. Denn letztlich gibt es bei Betriebssystemen, die spezifische Aufgaben zu erfüllen haben, kein “schnell” oder “langsam”, sondern nur ein “schnell genug” oder “zu langsam”.
Das Geschwindigkeitsproblem wird sich erledigen, denn die Rechner werden immer schneller – aber das ist nicht der Punkt: Wenn Geschwindigkeit höchstes Ziel ist, dann programmiert Herr Hacker seinen Rechner bestimmt in Assembler und nicht wie der Linux-Kernel in C.
Schneller oder sicherer? Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem System, das schnell genug und zuverlässig ist, und einem, das schneller, aber instabil ist, wie soll ich mich dann entscheiden? Wenn sich der Linux-Kernel weiterhin so dynamisch entwickelt wie bisher, dann wird auch die Zahl der kritischen Fehler sich in gleicher Weise fortpflanzen. Bei der Entwicklung von Betriebssystemen geht es um die Beherrschung von Komplexität: Ohne die Kernelmodule hätte Linux schon längst stagniert. Minix geht einfach den nächsten Schritt.
Was die mangelnden Features angeht, stellt sich die gleiche Frage: Warum sollte ich ein anderes System wählen, wenn Minix die Features hat, die ich brauche? Das so genannte Feature-Problem wird sich mittelfristig lösen lassen. Schließlich ist Minix weitgehend Posix-konform, mithin lässt sich ein großer Teil der unter Linux/BSD entwickelten Applikationen auch unter Minix zu Laufen bringen.
Stefan Schröder, per E-Mail
Kein Zufall
04/09, S. 5: Ihre Argumentation im Editorial kann ich nicht nachvollziehen. Sie schreiben: “Wer außer ein paar wirren Kreationisten möchte bestreiten, dass sich Betriebssysteme durch Mutation und Vererbung weiterentwickeln?!” Aus meiner Sicht ist jede Veränderung im Betriebssystem nicht zufällig, sondern Folge eines entdeckten Fehlers oder unzureichenden Funktionsumfangs, der durch einen Entwicklungsprozess beseitigt wird, an dem Menschen beteiligt sind, die ihre Intelligenz benutzen, um den empfundenen Mangel zu beseitigen.
Weiterentwicklungen durch Evolution wäre aus meiner Sicht dann gegeben, wenn man zufällig Einstellungen, Pakete und Quellcode des Betriebssystems verändern würde, ohne die Folgen zu prüfen, und dieses geänderte Betriebssystem dann weiterverbreiteten würde. Daher ist meiner Meinung nach genau der umgekehrte Schluss zu ziehen. Die Entwicklung der Betriebssysteme beruht nicht auf Evolution, sondern auf intelligentem Design. Es wird bewusst nach Verbesserungspotenzial und Anpassungsbedarf gesucht, eine Lösung entwickelt und in das Betriebssystem integriert.
Ich für meinen Teil hoffe, dass dies auch weiterhin so bleibt und ich meine Daten einem System anvertraue, dass von Leuten entwickelt wird, die ihre Erfahrung und Fachkenntnis dazu verwenden, das Betriebssystem zu verbessern, und nicht auf Zufälle vertrauen.
Karl-Heinz Reinbott, per E-Mail
Outsourcing 2.0
04/09, S. 100: Im Artikel “In der Falle?” schreibt ihr über Cloud Computing. Das liest sich für mich wie schon mal da gewesen und für untauglich befunden. Ich kenne unter meinen Kunden keinen einzigen Outsourcing-Fanatiker, der dabei geblieben wären. Alle betreiben wieder ihre eigenen Rechenzentren.
Ich glaube, Cloud Computing wird nur eine temporäre Erscheinung bleiben, die nach den ersten vergeudeten Milliarden wieder verschwindet. Nach meiner Meinung macht sich Herr Stallman zu viele Sorgen – aber deutlich auf Gefahren hinweisen kann sicher nicht schaden.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein halbwegs intelligenter Unternehmer tatsächlich in ein derartiges Abhängigkeitsverhältnis begibt. Es ist schon sehr schwer, für die Sicherheit im eigenen Rechenzentrum zu sorgen, in einem fremden ist es schlicht unmöglich.
Alexander Schucha, per E-Mail
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04/09, S. 42: Der Artikel “Zahltag” aus der Titelstrecke, der Linux- und Windows-Kosten vergleicht, behauptet, der Red Hat Enterprise Server erlaube in der Standardausgabe nur eine CPU. Richtig ist jedoch, dass diese kleinste RHEL-Serverdistribution bis zu zwei CPUs unterstützt – beziehungsweise alles, was in zwei CPU-Sockel passt. |







zum Editorial aus Ausgabe 06/18: Bitte vermeiden Sie solche unnützen wie sinnlosen Ausflüge in die Politik. Für mich erscheint das wie ein weiterer Versuch, die AFD zu verteufeln. Wie sonst soll sie sich Gehör verschaffen, wenn alle Mainstream-Medien (Fernsehen, Radio, Print) geschlossen dagegen kämpfen, alternative Meinungen zu verbreiten? Geht doch nur im noch einigermaßen freien Internet. Das soll jetzt auch noch dichtgemacht werden, damit niemand die herrschende Meinung in Frage stellen kann und die Bürger erreicht. Außerdem finde ich die Zitate von Platon entlarvend. Das erste Zitat dient dazu, Platon als Befürworter der Lüge zu benennen, und das zweite als… Mehr »