Aus Linux-Magazin 03/2009

Abbild-Dateien virtueller Server clever verwalten und konvertieren

Dank Multicore-Prozessoren und reiferer Software ist jetzt der Zeitpunkt da, an dem Virtualisierung voll im Markt ankommt – und damit auch im Alltag der meisten Admins. Die müssen sich zum Beispiel fragen lassen: Mit welchen Werkzeugen verwaltest du die virtuellen Images? Der Schwerpunkt gibt Antwort.

Inhalt

30 | KVM, der Obama der Branche

Der erst 2007 angetretene Newcomer ist VMware und Xen auf den
Fersen.

38 | ESX-Images migrieren

Backups und Restores, kalte und heiße Migrationen gelingen
der Kombination aus VMware-eigenen und Dritt-Tools.

42 | Xenserver 5

Citrix greift an: HA und Storage sollen VMware und KVM Konkurrenz
machen.

44 | Beschlagnahmte Platten virtuell

Wenn sich das Image eines gesicherten Servers nicht mounten
lässt, hilft KVM.

48 | Sparc-Binaries auf x86

Trotz heftiger Architekturunterschieden startet die Software
Quicktransit Solaris-Binaries auf Linux-Systemen.

82 | Bücher

Zweimal Xen: Ein detailliertes Handbuch und ein
Schritt-für-Schritt-Kochbuch.

Laut den Marktforschern von Gartner zählt Virtualisierung bis mindestens 2010 zu den wichtigsten Technologien in der IT. Die Zahl der virtuellen Maschinen steige von 540 000 im vergangenen Jahr bis Ende 2009 auf etwa 4 Millionen. Das Marktpotenzial sei sogar viel höher.

Die Argumente sind eigentlich die gleichen wie bei Einführung der Technik: Die Anwender wollen Strom, Hardware und Platz im Serverraum sparen und zudem Rechenlast-Spitzen ausregeln. Gleichzeitig fielen die Preise wohl, weil moderne CPUs die Unterstützung ebenso serienmäßig mitliefern wie die Betriebssystemlieferanten, so die Gartner-Analysten.

Deren Kollegen bei IDC sehen die Multicore-Prozessoren als treibende Kraft. Die zu erwartenden Acht-Kern-CPUs hätten so viel Rechenpower, dass sich jeder damit ausgerüstete Server für die Aufspaltung in viele virtuelle Maschinen dringend anböte.

Brechen nun für die Serverhersteller schlimme und für die Anwender gute Zeiten an? Vielleicht. Sicher ist dagegen, dass auf eine Menge Admins ordentlich Einarbeitungsaufwand zukommt, die neuerdings eine oder mehrere Linux-Virtualisierungen sicher zu betreiben haben. Eine der wichtigen V-Fragen von Anfang an lautet: Was tun mit den virtuellen Images? Die liegen als ewig schreibgeöffnete Dateien auf dem Server herum.

Los geht der Schwerpunkt der Ausgabe aber mit der derzeit wohl angesagtesten Virtualiserungssoftware überhaupt: KVM. Linus Torvalds hat nämlich die Kernel-based Virtual Machine in den offiziellen 2.6.20 aufgenommen. Das Kernelmodul ist wie Xen auf den Virtualisierungssupport der vorgefundenen CPU angewiesen. Anders als Xen siedelt KVM den Hypervisor aber nicht unterhalb des Betriebssystems an, sondern als Betriebssystem selbst. Die virtuellen Maschinen laufen als reguläre Userspace-Prozesse und lassen sich über die Gerätedatei »/dev/kvm« ansprechen.

VMware-Gäste ziehen um

Den nächsten Artikel haben Sysadmin-Charly und ein Kollege geschrieben, die VMware ESX schon lange produktiv einsetzen. Sie beschreiben so ziemlich alles, was ein Admin übers Image-Handling zwischen mehreren Maschinen wissen muss. Weiter geht der Reigen zum Xenserver, dessen neueste Version 5 ein Citrix-Produkt ist. Die Firma erhofft sich viel – ihr Finanzierungsmodell: Die Ein-CPU-Variante kostet nichts, dann geht es abgestuft bis zu HA-Lösungen, die rund 3000 Dollar kosten.

Dass auch Kriminaler Freunde diverser Virtualiserungssoftware sind, legt der Festplatten-Forensik-Artikel ab Seite 44 nahe. Die dort detailliert beschriebenen Techniken fußen großteils auf KVM. Die Ermittler knacken damit so ziemlich jede verdächtige Nuss, die sie auf den Schreibtisch bekommen.

Wenn Host und Gast völlig anderen CPU-Architekturen angehören, betritt man die ganz hohe Schule des “Abbilder-Stürmens”. Das am Schluss vorgestellte Quicktransit ist ein solches Crossplattform-Tool, dass Sparc/Solaris-Binaries unter x86-Linux ausführt.

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