Der Kommandozeilen-Klassiker »top« hat das Genre der selbstauffrischenden Ressourcen-Tools begründet. Mittlerweile buhlen zahlreiche Nachahmer um die Aufmerksamkeit der Admins – die Redaktion hat eine Jury gebildet, Dutzende Möchtegern-Topstars gecastet und kürt heute die Top Ten der Tops.
Lastspitzen, I/O-Probleme und unerklärliches Systemverhalten geben Administratoren täglich neue Rätsel auf. Warum braucht die Datenbank schon wieder Auslagerungsspeicher? Wer entleert den Laptop-Akku immer so schnell, obwohl der Prozessor nichts zu tun hat?
Solche Engpässe zu finden ist die Spezialität der hier vorgestellten Monitoring-Tools. Die zehn besten in dieser Disziplin haben – mit einer Ausnahme – eines gemeinsam: Sie zeigen die Ressourcen eines Dienstes oder Servers in einer dem Unix-Urgestein »top« ähnlichen Syntax. Die Platzierung ergibt sich daraus, wie hilfreich das Werkzeug bei der Fehlersuche ist.
Platz 10: Xrestop
X11-Benutzern zeigt Xrestop [1], welche Clientprogramme des X-Servers die meisten Ressourcen verbrauchen, säuberlich geordnet nach dem Pixmap-Speicherbedarf (Abbildung 1). Dafür benutzt es die X Ressource Extension [2], um die Informationen zu den mit dem X-Server verbundenen Clients abzufragen. Die Funktionen »XResQueryClients«, »XResQueryClientResources« und »XresQueryClientPixmapBytes« liefern die Daten, aus denen Xrestop eine Top-ähnliche Ansicht generiert (Abbildung 1).

Abbildung 1: Xrestop zeigt den Pixmap-Speicherverbrauch der laufenden X11-Anwendungen. Die Abbildung hat übrigens Ksnapshot erzeugt, daher steht es auch in der Liste an erster Stelle.
Ursprünglich war es von der X.org-Community als Unterstützung für die Entwickler gedacht, um Speicher- oder Performancelöcher im X-Server zu finden, mit der Zeit wurde es aber auch für den Alltag beliebt. Heute kommen damit Anwender unerwünschten Ressourcenfressern auf die Schliche.
Eine abgestürzte oder hängende X-Window-Anwenung lässt sich so leicht ausmachen, für ein Kill muss der Admin aber auf andere Tools zurückgreifen. Weil Xrestop nur bei Problemen rund um X-Applikationen weiterhilft und dabei nur wenige Optionen bietet, landet das Tool nur auf Platz zehn in der Rangliste.
Ntop: Platz 9 ohne Befehlszeilen-Tool
Ntop [3] ist ein beliebtes Instant-Monitoring-Tool, das eine Übersicht über eine Netzwerkkarte, deren Durchsatz und alle Verbindungen liefert. Schon mit der Fülle an Informationen, die Ntop sammelt und über sein schickes Webinterface präsentiert, erreicht das zehn Jahre alte Projekt einen Platz in den Top Ten. Abbildung 2 zeigt einen Ausschnitt der umfangreichen Statistiken, die Ntop sammelt.

Abbildung 2: Zu welcher Uhrzeit wurde der VPN-Server am meisten benutzt? Solche Fragen beantwortet Ntop über ein schickes Webinterface. Ohne Befehlszeilenclient Intop bleibt aber trotzdem nur Platz neun.
Das Tool zeigt dem Admin detailliert die Netzwerkverbindungen auf einer Schnittstelle, auf Wunsch sortiert nach Uhrzeit, Host, Protokoll oder zahlreichen anderen Optionen. Übersichtliche RRD-Diagramme präsentieren auffällige Zusammenhänge auf einen Blick.
Im Gegensatz zu anderen Monitoring-Tools braucht der Admin Ntop nicht erst umfangreich zu konfigurieren, allerdings sind dafür die gesammelten Informationen flüchtig und nach einem Neustart wieder vollständig verschwunden. Als Lösung bietet es sich an, Ntop mit einem Datenbank-Backend zu verwenden, was aber deutlich mehr Konfigurationsarbeit verursacht.
Bis vor Kurzem kam zusammen mit Ntop auch das Befehlszeilen-Tool Intop, das im Top-Stil fortlaufend die aktuellen Netzwerkverbindungen anzeigt. In den aktuellen Paketen fehlt das Programm jedoch. Laut Auskunft des Ntop-Entwicklers Luca Deri soll als Ersatz die viel umfangreichere Packetshell (Pksh, [4]) in die nächsten Ntop-Versionen einziehen. Aber bis das so weit ist, bringt Ntop keinen Befehlszeilenclient mit. Da bleibt trotz des riesigen Funktionsumfangs, der ausgezeichneten Weboberfläche und der umfangreichen gesammelten Informationen nur der neunte Platz.
Platz 8: Apachetop
Das kleine Tool Apachetop [5] präsentiert Statistiken über die gerade laufenden Zugriffe auf einen Apache-Webserver, die Seiten, die dieser ausliefert, die Anzahl der Zugriffe pro Sekunde, den verursachten Traffic und vieles mehr. Der kleine Helfer wertet dafür Apaches »access_log«-Dateien aus (Abbildung 3).

Abbildung 3: Ein Webserver unter der Lupe von Apachetop: Gerade greift ein Benutzer auf Squirrelmail zu.
Einige Optionen verändern dabei die Darstellung der Anfragen: Mit »-q« bleiben Query Strings wie die von PHP-Skripten erhalten, »-l« erzwingt die Darstellung in Kleinbuchstaben und »-s Anzahl« bestimmt die Anzahl numerischer Abschnitte der URL. Zu guter Letzt löst »-r« Hostnamen zu IPs auf.
Ebenfalls schon an der Kommandozeile stellt der Webserver-Admin in Apachetop ein, wie lange das Tool Statistiken behalten soll, bevor ein Refresh sie wieder löscht. Das kann er sowohl auf der Basis der Hits (»-H Hits«) als auch in Sekunden (»-T Sekunden«) angeben, ebenso die Verzögerung zwischen zwei Refreshes (»-d Sekunden«).
Das Tool ist schon etwas betagt, wird seit 2006 nicht mehr weiterentwickelt und kassiert dafür Minuspunkte. Trotzdem bekommt der Admin, der Fam und Portmap auf seinem Webserver installiert hat, ein praktisches Live-Analysetool für Apache für viele praktische Anwendungsfälle. Leider beschränkt sich der Funktionsumfang auf die Optionen beim Aufruf des Kommandos. Selbst da kann es nicht mit der umfangreicheren Konkurrenz mithalten, daher landet das Tool nur auf Platz acht.
Platz 7: Ptop
Das Genre der Datenbank-Tools ist gleich zweimal in den Top Ten präsent. Auf Platz sieben kommt der erste Vertreter: Ptop [6]. Jeder Admin, der schon einmal mit PostgreSQL zu tun hatte, müsste hier hellhörig werden, denn Ptop gibt ihm einen Überblick über alle DB-Prozesse und zeigt Informationen wie aktuell behandelte SQL-Statements und deren Query-Plan an.
Damit nicht genug: Auch über gesperrte Tabellen (Locks) und die Statistiken der einzelnen Tables und ihrer Indizes gibt die Software Auskunft. Starten lässt sich das Tool mit »pg_top -d Datenbank -U Datenbankbenutzer -W Passwort«. Das Kommando führt den Anwender in eine interaktiven Shell, wo ihm folgende Shortcuts weiterhelfen:
- [Q] zeigt nach Eingabe einer PID die entsprechende Query
an. - [E] den Query-Plan für die PID. Dafür kommen die
PostgreSQL-Funktionen »EXPLAIN« und
»EXPLAIN_ANALYZE« zum Einsatz (Abbildung 4). - [L] zeigt die Locks an.
- [R] zeigt Statistiken (Abbildung 5).
- [X] zeigt die Daten für die Indizes.
Ptop gibt es für Linux, BSD und den Mac. Mehr Screenshots und Details gibt\’s auf der Webseite [7].
![Abbildung 4: Für jede laufende Anfrage präsentiert Ptop auf Anhieb den verwendeten Query-Plan, wenn der Admin [E] für »EXPLAIN« betätigt.](https://www.linux-magazin.de/wp-content/uploads/2008/09/abb4_jpg-1-300x176.jpg)
Abbildung 4: Für jede laufende Anfrage präsentiert Ptop auf Anhieb den verwendeten Query-Plan, wenn der Admin [E] für »EXPLAIN« betätigt.
![Abbildung 5: Detaillierte Statistiken inklusive Details, etwa der Anzahl sequenzieller Schreib- und Lesezugriffe auf PostgreSQL-Tabellen, zeigt Ptop mit [R].](https://www.linux-magazin.de/wp-content/uploads/2008/09/abb5_jpg-1-300x175.jpg)
Abbildung 5: Detaillierte Statistiken inklusive Details, etwa der Anzahl sequenzieller Schreib- und Lesezugriffe auf PostgreSQL-Tabellen, zeigt Ptop mit [R].
Platz 6: Dnstop
Dnstop [8] filtert mit Hilfe der Pcap-Bibliothek alle DNS-Anfragen auf einer Netzwerkschnittstelle eines Rechners heraus und stellt sie übersichtlich dar. Über »dnstop Netzwerkdevice -t -s« aufgerufen zeigt es die DNS-Queries in einer Top-ähnlichen, konfigurierbaren Ansicht an. Der Benutzer hat folgende Shortcuts zur Verfügung:
- [S]« zeigt die Quelle der Anfrage,
- [D] das Ziel, also den verwendeten DNS-Server.
- [T] zeigt eine Liste der DNS-Query-Types, die die Maschine
gesendet hat, - [O] die Opcodes. Hier sollten im Normalfall nur Zeilen des Typs
Query auftauchen. - [1], [2] und [3] ermöglichen es dem Admin, die Darstellung
in der Liste der Server auf Top-Level-, Second-Level- und
Third-Level-Domainnamen auszudehnen. - Über [Strg]+[R] setzt er die Zähler zurück
und - mit [Strg]+[X] verlässt der Admin das Programm.
Nach der Eingabe des Fragezeichen [?]zeigt Dnstop die eingebaute Onlinehilfe an. Zudem beherrscht es zwei weitere, kombinierte Ansichten, die mehrere Infos auf einen Blick darstellen. Mit [@] sieht der Admin die Quellen der Anfragen zusammen mit der Second-Level-Domain des Ziels sowie Menge und Prozentanteile des ganzen DNS-Traffic. [#] zeigt das Gleiche, aber mit vollständigen Third-Level-Domainnamen (Abbildung 6).
![Abbildung 6: Nach der Eingabe von [#] in Dnstop sieht der Admin auf den ersten Blick alle DNS-Queries, die von dem Rechner ausgingen. Anzahl, Prozentsatz und die Quelle der Anfrage zeigt eine ständig aktualisierte Darstellung. Letzteres ist vor allem bei Routern interessant, die DNS-Traffic weiterleiten.](https://www.linux-magazin.de/wp-content/uploads/2008/09/abb6_jpg-1-300x129.jpg)
Abbildung 6: Nach der Eingabe von [#] in Dnstop sieht der Admin auf den ersten Blick alle DNS-Queries, die von dem Rechner ausgingen. Anzahl, Prozentsatz und die Quelle der Anfrage zeigt eine ständig aktualisierte Darstellung. Letzteres ist vor allem bei Routern interessant, die DNS-Traffic weiterleiten.
Setzt der Admin Dnstop auf einem Router ein, kann er auch unerwünschte DNS-Tunnel erkennen. Ein Client im lokalen Netz, der über einen externen DNS-Server auffällig viel Datentransfer betreibt, bleibt da nicht lange verborgen. Auch deshalb Platz sechs für Dnstop.
Platz 5: Iftop
Momentaufnahmen und eine Traffic-Zusammenfassung aller aktiven Netzwerkverbindungen erweisen sich als Sache für Iftop [9]. Ähnlich wie Top sortiert es die Verbindungen nach ihrer Aktivität und bietet dabei umfangreiche Funktionen (Abbildung 7).

Abbildung 7: Iftop zeigt den Prozess zur Verbindung und zerlegt so den Netzwerktraffic übersichtlich in einzelne Balkendiagramme. Am oberen und unteren Bildschirmrand steht die Zusammenfassung.
Mit [H] ruft der Admin die Onlinehilfe auf und konfiguriert die Ansicht. Der Durchsatz ist nicht nur durch Zahlen dargestellt, sondern auch durch einen Balken. Am oberen Ende des Bildschirms findet sich die Skala, die Iftop automatisch an die benutzte Bandbreite anpasst.
Mit den zahlreichen Optionen lassen sich die DNS-Namensauflösung ausschalten oder Quellen und Ziele ausblenden und nach verschiedenen Spalten sortieren. Am unteren Rand des Displays stehen die Durchschnitts-, die kumulierten und nach Ein- und Ausgang sortierten Summen für das Ethernet-Device.
Besonders spannend für Netzwerkadmins sind die umfangreichen Filteroptionen, die sie entweder über den Aufruf »iftop -f Optionen« oder nach Betätigen der Taste [F] im interaktiven Modus eingeben. So zeigt »-f icmp« ausschließlich ICMP-Pakete an. Im vertrauten Tcpdump-Stil lässt sich eine Auswahl invertieren, zum Beispiel: »not port ssh«.
Mit »-F« filtert Iftop auf Wunsch automatisch einzelne Hosts oder ganze Netze aus und stellt nur jene dar, auf die die gewählte Netzwerkmaske passt, zum Beispiel für ein lokales Netz: »iftop -F 192.168.0.0/24«. Mehr Infos zu den umfangreichen Optionen sind in den Handbuchseiten online unter [10] erreichbar.
Platz 4: Mytop
Das zweite Werkzeug aus der Kategorie Datenbanken ist das in Perl geschriebene Mytop [11], das dem Benutzer in periodischem Abstand die Informationen der zwei Standard-MySQL-Statements »SHOW PROCESSLIST« und »SHOW STATUS« anzeigt.
Mytop erweist sich als sehr anpassungsfähig und listet Informationen wie die jeweilige Anzahl der »SELECT«-, »INSERT«-, »UPDATE«- und »DELETE«- Statements. Eine Kopfzeile am oberen Bildschirmrand zeigt auf einen Blick die Effizienz der Schlüsselindizes sowie In- beziehungsweise Output pro Sekunde.
Am besten startet der Admin Mytop mit dem Aufruf »mytop -u Benutzer -p Passwort -h Hostname -P Port -d Datenbank«. Die Parameter lassen sich auch in einer Konfigurationsdatei speichern, ohne Optionen aufgerufen sucht das Tool nach »~/.mytop«. In dieser Datei trennen einfache »=« Parameter und deren Namen:
user=sspreitzer host=192.168.0.222 pass=mysecretpassword
Wie beim großen Vorbild Top lässt sich der interaktive Modus über Shortcuts verändern. [C] schaltet den noch relativ neuen Kommando- und Statementzähler an. Ressourcenfresser identifiziert der Admin schnell mit dem Shortcut [E], dann zeigt das Tool, welches MySQL-Statement hinter einem ausgewählten Thread steckt.
[H] wechselt zwischen der Anzeige mit oder ohne Kopfzeile, und [I] blendet Leerlaufprozesse aus oder wieder ein. Über [Shift]+[I] lässt sich der Admin einen gesammelten Statusbericht des Inno-DB-Backends ausgeben, [K] beendet einen Thread, [P] pausiert die Ansicht. Wer [M] wählt, bekommt zeilenweise die Abfragen pro Sekunde angezeigt. [O] verändert die Sortierreihenfolge, [R] (für Reset) sendet ein »FLUSH STATUS«-Statement an den Server.
Das Aktualisierungsintervall passt der Benutzer per [S] an, in die Thread-Ansicht wechselt er mit [T]. Wem das schon zu schnell ging, der ist bei der umfangreichen Liste der Shortcuts richtig: [?]. Aber damit nicht genug, denn Mytop beherrscht auch Filteroptionen:
- Möchte der Admin nur Threads sehen, die zu einer
bestimmten Datenbank verbinden, dann gibt er [D] ein. - [H] filtert nach bestimmten Hostnamen.
- [U] sucht einen bestimmten Benutzer heraus.
- [F] setzt bei Bedarf alle Filter wieder zurück.
Mytop eignet sich exzellent als Statusmonitor für einzelne MySQL-Datenbanken und belegt damit Platz vier.
Platz 3: Powertop
Dank der zunehmenden Verbreitung mobiler Geräte ist es kein Wunder, dass Powertop aus der Lesswatts-Schmiede [12] mehr und mehr Anhänger findet. Das Tool läuft zwar vollständig nur mit Intel-CPUs und auf neueren Distributionen, erweist sich aber als sehr hilfreich, wenn es darum geht, die Hard- und Software eines Laptops auf eine möglichst lange Akkulaufzeit zu optimieren.
Besonders schön ist: Powertop identifiziert die Stromfresser nicht nur, sondern bringt auch eine umfangreiche Datenbank an bekannten Problemen und Lösungsvorschläge mit (Abbildung 8). Mit gängigen Mobilprozessoren zeigt es sogar eine Schätzung des aktuellen Stromverbrauchs in Watt.

Abbildung 8: Fast die doppelte Akkulaufzeit versprechen die Macher von Powertop auf der Webseite. Auf Wunsch erledigt das Tool sogar das Feintuning und gibt Vorschläge für die erweiterte Konfiguration.
Das Feilschen um die letzten Energiereserven fesselt, auch in der Linux-Magazin-Redaktion kämpfen Redakteure mit Powertop um die letzten Milliamperestunden. Nach den Erfolgsgeschichten auf der Projekthomepage ist mit Powertop sogar eine Verdopplung der Akkulaufzeit möglich. Weil es das Tool aber nur für Intel-CPUs sowie die neuesten Kernel (ab 2.6.22) und Distributionen gibt, bleibt hier trotz Gaming-Feeling und Kultfaktor nur Platz drei.
Platz 2: Atop und Htop
Auf Platz zwei landen die Top-Klone Atop [13] und Htop [14]. Weil beide bei Funktionsumfang und Präsentation sehr nah am großen Vorbild Top sind, teilen Sie sich die gute Platzierung. Die Vorzüge von Atop und dem im Paket enthaltenen Atopsar liegen vor allem in der detailreichen Darstellung der beobachteten Prozesse (Abbildung 9). Htop glänzt dagegen mit Übersichtlichkeit und gestattet es dem Administrator, direkt auf die Prozesse Einfluss zu nehmen. So sortiert die Software mit wenigen Shortcuts die Prozessliste nach Namen oder PID und versieht beispielsweise alle Apache-Prozesse mit einem anderen Nice-Level (Abbildung 10).

Abbildung 9: Die Prozessliste von Atop ist detailliert, aber nicht interaktiv. Dafür kann der Admin mit dem mitgelieferten Atopsar auch auf Sysstat-Daten zurückgreifen und Zustände aus der Vergangenheit darstellen.
![Abbildung 10: Vorbildlich: Schnell mal die Nice-Level aller Apache-Prozesse ändern, das kann kein Tool besser als Htop. [F6] sortiert, die Leertaste wählt aus und mit [F6] oder [F7] verändert der Admin die Priorität der Einträge.](https://www.linux-magazin.de/wp-content/uploads/2008/09/abb10_jpg-300x215.jpg)
Abbildung 10: Vorbildlich: Schnell mal die Nice-Level aller Apache-Prozesse ändern, das kann kein Tool besser als Htop. [F6] sortiert, die Leertaste wählt aus und mit [F6] oder [F7] verändert der Admin die Priorität der Einträge.
Besonders schön: Auch die Bedienung ist selbsterklärend, weil die Htop-Oberfläche als Mischung aus Midnight Commander und Top daherkommt . Am unteren Rand des Bildschirms zeigt ein Menü die wichtigsten Funktionen: [F6] sortiert, wobei der Admin in einer Art Dropdown-Menü die Spalte auswählen kann, [F7] verringert und [F8] erhöht den Nice-Level eines Programms. Weil der Benutzer mit der Leertaste mehrere Einträge auswählen kann, geht das Renice mit Htop einfacher und schneller als in den meisten anderen Systemwerkzeugen.
Die Informationen, die Atop liefern kann, helfen eher dem fortgeschrittenen Admin weiter, der auch die letzten Details zu einzelnen Prozessen erforschen muss. Schon in der Standardansicht präsentiert Atop erweiterte Infos über:
- Speichernutzung ([M])
- Scheduling ([S])
- Kommandozeilenparameter ([C])
- Weitere Details der Prozesse ([V])
Mit einem speziell gepatchten Kernel stehen darüber hinaus Details zur Festplatten- ([D]) und Netzwerk-Nutzung ([N]) zur Verfügung. Dank Atopsar kann der Admin sogar auf Sysstat-Daten der vergangenen Tage oder Wochen zurückgreifen, wenn er den Sar-Daemon auf dem System eingerichtet hat.
Top: Die alte Nummer eins ist auch die neue
Trotz aller Vorzüge der vorgestellten Programme bleibt der Favorit der Redaktion das Unix-Urgestein Top aus der Feder von William LeFebvre. Top ist überall installiert, umfangreich dokumentiert und verhält sich auf allen denkbaren Unix-, BSD-, Linux- sowie zahlreichen Embedded-Systemen und natürlich auch auf Mac OS X nahezu identisch.
Bereits seit 1984 ist es ein Evergreen für Administratoren und leistet auf Großrechnern, Workstations, Servern, Desktops und Clustern seine Dienste. In der Version 3.7 oder als Beta 3.8 steht es als »unixtop« auf [15] zum Download. Aber wer braucht das, wenn das Tool doch in allen Distributionen enthalten ist und dort auch immer zum Umfang der Minimalinstallation gehört?
Die zahlreichen Schalter, Optionen und Parameter sind den Admins vertraut. Die Manpage füllt dazu mehrere Bildschirmseiten, auch dank der vielen unterstützten Betriebssysteme. Weil kein Linux- oder Unix-Buch, das sich mit Systemadministration auseinandersetzt, ohne ein Kapitel oder mindestens mehrere Seiten zu Top auskommt, liegt die alte Nummer eins auch heute vorne. Allerdings muss sich der Favorit warm anziehen, denn auf den Plätzen drängeln sich talentierte Newcomer, manche spezialisiert, andere als moderne, vielleicht bald bessere Klone der Nummer eins. Vor allem Htop macht da ambitioniert auf sich aufmerksam. Top, die Wette gilt!
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Infos |
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[1] Xrestop: [http://www.freedesktop.org/wiki/Software/xrestop] [2] X Ressource Extension Library:[http://linux.die.net/man/3/xres] [3] Ntop: [http://www.ntop.org] [4] Pksh: [http://pksh.tecsiel.it] [5] Apachetop: [http://www.webta.org/projects/apachetop] [6] Ptop:[http://ptop.projects.postgresql.org] [7] Ptop-Screenshots: [http://ptop.projects.postgresql.org/screenshots] [8] Dnstop: [http://dns.measurement-factory.com/tools/dnstop] [9] Iftop: [http://www.ex-parrot.com/~pdw/iftop] [10] Iftop-Manual: [http://www.fifi.org/cgi-bin/man2html/usr/share/man/man8/iftop.8.gz] [11] Mytop: [http://jeremy.zawodny.com/mysql/mytop] [12] Powertop bei Lesswatts.org: [http://www.lesswatts.org/projects/powertop] [13] Atop: [http://www.atcomputing.nl/Tools/atop] [14] Htop: [http://htop.sourceforge.net] [15] Top: [http://www.unixtop.org] |






