
Abbildung 1: Erster Eindruck – wie gehabt: Gnome 2.22 setzt anders als KDE, das mit Version 4 die Desktopmetapher neu interpretiert, auf Kontinuität und kosmetische Veränderungen.
Die Entwicklung von Gnome verläuft gemächlich und vermeidet Sprünge. Die hinzugekommenen Features der neuen Version 2.22 wirken bescheiden. Doch KDE 4.0, das große Teile der bisherigen Architektur revolutioniert, haftet dafür ein deutlicher Baustellencharakter an.
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Inhalt |
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46 | Vorschau: Firefox 3 Firefox 3 Prebeta 4 macht mit Geschwindigkeit und 48 | Bitparade: HDR-Tools Wie aus Belichtungsreihen HDR-Bilder werden und was die dafür 54 | Projekteküche Der Zwist des Apache-Pioniers Roy Fielding mit Sun, Gnomes 58 | Tooltipps Eine leistungsfähige Rescue-CD, eine Batchjobs-Verwaltung, ein |
Mit Version 4 wagt der KDE-Desktop einen großen Sprung: Die Entwickler portieren den Desktop nicht nur auf die im Leistungsumfang stark angewachsene QT-Version 4. Sie erneuern auch die KDE-Frameworks für die Audio-Ausgabe, Rechtschreibprüfung und viele weitere grundlegende Architekturelemente.
Gemach, gemach!
Ganz anders bei Gnome: “Im Moment gibt es keine Pläne für eine Version 3.0 von Gnome” [1]. Weiter stellen die Entwickler fest: “Ein grundlegendes Rewrite würde weder den Nutzern noch Entwicklern Vorteile bringen.” Ein solches sei auch “nicht nötig, um unsere Ziele zu verwirklichen”.
Wer die am 12.03.2008 veröffentlichte Gnome-Version 2.22 startet (siehe Abbildung 1), muss dann auch genau hinsehen, um überhaupt Neuerungen im Vergleich zu entdecken. Die Release Notes [2] nennen folgende Highlights: Die neue Anwendung Cheese dient als verbesserter Bild- und Multimedia-Viewer. Der Gnome-Mediaplayer unterstützt nun DVB und bietet mehr Komfort bei der DVD-Wiedergabe. Evolution bindet jetzt auch Google-Kalender ein. Das Datums-Applet enthält eine Weltzeituhr.

Abbildung 1: Erster Eindruck – wie gehabt: Gnome 2.22 setzt anders als KDE, das mit Version 4 die Desktopmetapher neu interpretiert, auf Kontinuität und kosmetische Veränderungen.
Basis-Technologie
Zwei auffällige Neuerungen an der Gnome-Architektur gibt es: Öffnen- und Speichern-Dialoge basieren nun auf dem neuen virtuellen Dateisystem GVFS. Wie sein Vorgänger Gnome-VFS bindet es Netzwerk-Locations über FTP, SSH, Samba und Obex ein, soll aber stabiler arbeiten. Eine Benutzerauthentifizierung ist außerdem nur noch einmal pro Session nötig. Neu ist auch die Einbindung des Sicherheitssystems Policykit [3], das es Administratoren ermöglicht, Benutzerrechte detaillierter zu vergeben, als das Unix-Rechtemodell es erlaubt.
Entwicklungsmodell
Stetige Evolution oder Hauruckverfahren: Für welches Entwicklungsmodell man sich entscheiden möchte, ist bis zu einem gewissen Grad Mentalitätssache. Vor- und Nachteile haben beide. Die KDE-Entwickler müssen damit leben, dass die fehlerbehaftete und teilweise unfertige Version 4.0 zunächst wenig Anhänger finden wird. Als Plus sehen sie zukunftweisende Weichenstellungen in der Architektur bereits realisiert, die in den zukünftigen KDE-Versionen voll zum Tragen kommen werden. Gnome wirkt dagegen mit seinen wenigen optischen Effekten, die Version 2.22 mit dem neuen Composite-Manager einführt, in einer von Windows Vista dominierten Welt etwas altbacken.
Eines sollte jedoch jeder bei dieser Gegenüberstellung bedenken: Um komfortabel mit einer Desktopumgebung arbeiten zu können, braucht der Anwender sowieso nur wenige Features: eine Konsolenanwendung, einen Dateimanager, eine Taskleiste und eine komfortable Funktion zum Starten von Anwendungen. Das bieten sowohl Gnome als auch KDE seit Jahren.
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Infos |
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[1] Gnome 3.0: [http://live.gnome.org/ThreePointZero] [2] Release-Notes Gnome 2.22: [http://library.gnome.org/misc/release-notes/2.22] [3] Policykit: [http://hal.freedesktop.org/docs/PolicyKit] |




