Diese Alarme sind selbstverständlich auch kombinierbar. Dann erhält einerseits der Admin weiterhin Meldungen für die jeweils betroffene Komponente, was ihm die Fehlersuche erleichtert. Gleichzeitig kann Nagios aber beispielsweise einen Vorgesetzten via E-Mail gezielt über den Ausfall einer kritischen Anwendung informieren, der eine Folge des Komponentenausfalls ist.
Impact-Analyse:Was wäre wenn?
Die zweite Teilkomponente des Addons, die Nagios Business Impact Analyse, bietet ebenfalls eine interessante Funktion: die Was-wäre-wenn-Analyse. Was würde passieren, wenn jetzt »Webserver1« ausfiele? Welche Auswirkungen hätte das auf die Kunden? Was wäre, wenn der SMTP-Dienst auf »Mailgateway1« stoppte? Die Business Impact Analyse arbeitet auf Basis derselben Geschäftsprozesse wie die Business Process View, nur mit dem Unterschied, dass hier der User über das Webfrontend die Status einzelner Hosts oder Services gezielt auf beliebige Werte setzen kann.
Das ermöglicht die Simulation beliebiger Ausfall-Szenarien und die Analyse der potenziellen Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb. Nachdem der Admin den Status jeder Komponente so eingestellt hat, wie es dem zu testenden Szenario entspricht, kehrt er auf die oberste Ebene zurück, die die Auswirkungen darstellt. Die Weboberflächen der beiden Teile des Addons unterscheiden sich ansonsten nicht.
Praxis
Dass der Admin mit den in diesem Beitrag skizzierten Verfahren und den beschriebenen Tools seine Geschäftsprozesse tatsächlich erfolgreich im Griff haben kann, das zeigt der derzeit wohl größte Praxiseinsatz des Addons bei der Sparda-Datenverarbeitung, einem großen deutschen Banken-Rechenzentrum (Abbildung 5). Die Admins dort managen auf diese Weise so extrem wichtige Dienste wie beispielsweise das Homebanking via Internet.
Kombiniert
Doch bekanntlich ist ja nichts so gut, dass es nicht noch zu verbessern wäre. Das stimmt auch in diesem Fall. In der Praxis zeigen sich nämlich immer wieder – wenn auch sehr selten – Fälle, in denen alle beteiligten Komponenten einzeln funktionieren, die gesamte Anwendung aber trotzdem nicht verfügbar ist. Daher kombiniert die Premium-Klasse beim Monitoring die eingangs erläuterten beiden Ansätze: Ein Monitoring aus Kundensicht gibt in diesem Fall eindeutig darüber Auskunft, ob eine Anwendung funktioniert oder nicht. Ein zweiter Überwachungsprozess auf der Grundlage der Komponentensicht, der auch die Visualisierung der Geschäftsprozesse übernimmt, hilft dann parallel dazu im Problemfall bei der schnellen Lokalisierung der Fehlerursache. (jcb)
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Infos |
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[1] Nagios: [http://www.nagios.org] [2] Nagiosexchange: [http://www.nagiosexchange.org] [3] Nagios Docs: [http://nagios.sourceforge.net/docs/3_0/pluginapi.html] [4] Perl-Plugins: [http://www.netways.de/uploads/media/Wolfgang_Barth_Pluginentwicklung_in_Perl.pdf] [5] Addon Business Process View: [http://www.nagiosexchange.org/AddOn_Projects.22.0.html?&tx_netnagext_pi1[p_view]=1088] [6] Wolfgang Barth, “Nagios-Werkstatt: Eigenbau von Perl-Plugins”: Linux Technical Review 2 (Monitoring), S. 94 |





