
Abbildung 5: Betriebsüberwachung im Rechenzentrum der Sparda-Datenverarbeitung, unter anderem mit Nagios und dem Addon Business View.
Anwendersicht
Weitere Anwendungen modelliert man nach dem Vorbild der ersten. Insgesamt entsteht eine Ansicht wie in Abbildung 4 gezeigt. Über das Baum-Icon ist ein Drill-down durch die verschiedenen Ebenen bis hinab zur einzelnen Komponente möglich. Ist eine Anwendung im Status »Critical«, muss der Anwender zur schnellen Fehlerlokalisierung einfach nur auf jeder Ebene das rote Element anklicken, bis er bei der verursachenden Komponente landet.
Ist es für den User im Moment gar nicht wichtig, wie die einzelnen Komponenten miteinander verknüpft sind, kann er auch eine flache Komponentenliste (mit aktuellem Status) je Anwendung abrufen. Damit durch kurzzeitige Problemen mit einzelnen Komponenten keine Flackerzustände entstehen, verwendet die Business Process View ausschließlich Hard-States von Nagios.
Redundanz modellieren
Eine mögliche Gefahrenquelle besteht bei der Modellierung redundanter Systeme. Den Webshop (Abbildung 1) sollte man nicht etwa so modellieren:
websrv = webserver1;HTTPS | webserver2;HTTPS appsrv = appserver1;HTTP | appserver2;HTTP webshop = internetconnection & loadbalancers & dns & websrv & appsrv &erp_system
Dieses Vorgehen hat nämlich zur Folge, dass bei einem gleichzeitigen Ausfall von »webserver1« und »appserver2« die Anwendung noch als verfügbar dargestellt würde. Wie das Infrastruktur-Diagramm jedoch zeigt, ist »webserver1« fest mit »appserver1« verdrahtet und »webserver2« ebenso mit »appserver2«. Es wären also beide Linien unterbrochen und die Anwendung stünde dem Kunden im Ergebnis nicht mehr zur Verfügung. Richtig wäre dagegen in diesem Fall eine Modellierung, wie sie Listing 1 in den Zeilen 21 bis 24 darstellt.
Hat der Admin eine bestimmte Komponente aus Lastgründen mehrfach ausgelegt, kann er auch dies abbilden. Die Konfiguration
app = 3 of:appserver1;HTTP + appserver2;U HTTP + appserver 3;HTTP + appserver4;HTTP
gilt beispielsweise für einen gut besuchten Webshop mit vier Application-Servern, von denen mindestens drei verfügbar sein müssen, damit keine Performance-Probleme auftreten.
HTTP-Statistiken und Alarmierung
Wie gezeigt, kann das Addon einen Blick auf den aktuellen Status der definierten Anwendungen liefern. Doch das Tool kann noch mehr. Ein mitgeliefertes Skript integriert alle Businessprozesse ihrerseits als Services in Nagios, wodurch das Monitoring-Tool sie in regelmäßigen Abständen abfragt. Damit stehen für die Businessprozesse alle Möglichkeiten bereit, die Nagios zur Verfügung stellt: Es lassen sich beispielsweise Verfügbarkeitsstatistiken für frei definierbare Zeiträume erstellen und es ist auch möglich, Alarme für komplette Anwendungen zu hinterlegen.






