“Der F35 (auch bekannt als Joint Strike Fighter) ist ein Multirole-Stealth- oder Tarnkappen-Mehrzweck-Jet, der in diversen Konfigurationen verschiedenste Einsatzarten unterstützen soll, der über agile Überschallflugeigenschaften sowie fortschrittlichst kombinierte Sensorik verfügt und der außer bei der U.S. Navy, der U.S. Air Force und den U.S. Marine Corps auch bei den Streitkräften von Großbritannien und sieben anderen Partnerländern dienen wird.”
Solche Pressemitteilungen trudeln hier öfter ein. Warum? Zum Beispiel weil “die Trainingsumgebung” für den F35, ein fetter Blade-Rechner mit CC-NUMA-Architektur, “unter dem Betriebssystem Novell Suse Linux Enterprise Server 9 arbeiten” wird. Auch wenn sich Hersteller SGI “freut, Lockheed Martin bei diesem wichtigen internationalen Verteidigungsprogramm zu unterstützen” – mich irritieren solche Linux-Erfolgsmeldungen offen gestanden.
Ich assoziiere Open Source mit dem Guten, dem Reinen. Schaffen wir eine uneigennützige, transparente und moralisch saubere Software-Welt! Und dann: Linux-gesteuertes Militärgerät. Wer tut so was? Mir ist bewusst, dass meine Annahme Linux-kollektiver ethischer Tugenden naiv ist. Schlimmer noch: Intuitiv vermute ich moralisch bedingte Handlungsprinzipien, genauer: Unterlassungsprinzipien.
Zugespitzt lässt sich fragen: Kann Linus Torvalds verhindern, dass die Raketensteuerungen im Dritten Weltkrieg alle unter Linux laufen? Was ist zu tun, wenn Osama bin Ladens Lieblingseditor Emacs heißt? Juristisch: nichts. Die GPL untersagt ganz deutlich die Reglementierung der Nutzung. Diese universelle Gültigkeit ist aber kein Nach-, sondern ein riesengroßer Vorteil – die Praxis hat es gezeigt. Der (oft gut gemeinte) Versuch, die Gültigkeit eines Gesetzes (einer Lizenz) an moralisches Handeln des Einzelnen zu koppeln, erzeugt einen faden Beigeschmack – siehe Entwurf zur GPLv3.
Für mein F35-Problem scheint keine Lösung greifbar. Wenigstens bin ich damit nicht allein, denn Ende September fand an der Humboldt-Uni in Berlin die Tagung “Informatik und Rüstung” mit großem Professoren-Auftrieb statt, unter anderem Weizenbaum und Brunnstein. Die Direktoren namhafter Friedensforschungsinstitute waren auch dort. Ziel war unter anderem, die sicherheitspolitischen Folgen des militärischen Einsatzes von Informationstechnik zu erörtern.
Letztlich läuft’s auf den Einzelnen hinaus: Er muss die
Folgen des eigenen Tuns abschätzen und die Verantwortung
dafür übernehmen. Die deutsche “Gesellschaft
für Informatik” versucht sich folglich in ethis






