Bilder zu Tönen – mit dieser Parole lockt Soundmural experimentierfreudige Medienartisten. Geeks finden Gleichgesinnte mit dem neuen Hacker Key, Linux läuft auf dem Ultrasparc T1, Hobby-Quizmaster prüfen den Wissensstand ihrer Bekanntschaft mit AKF Quiz. Als Hauptgewinn warten Kässpätzle.
Mit der Verbindung zwischen Erscheinungsformen wie Bild und Ton experimentieren viele Medienkünstler und andere Neugierige. Der Computer eignet sich dazu besonders gut, weil die verschiedenartigen Daten in digitaler Form vorliegen und sich dadurch leicht zweckentfremden lassen. Das Programm Soundmural [1] von Kurt Rosenfeld interpretiert Bilder als Spektrogrammdarstellungen von Klangdateien (siehe Abbildung 1) und speichert die zugehörigen Töne als Wave-Files.

Abbildung 1: Soundmural verwandelt Bilder in Klangdateien. Dazu interpretiert es sie als Spektrogramme, wie sie Audio-Schnittprogramme erzeugen, etwa Audacity.
Lautmalerei
Ein Spektrogramm stellt das Frequenzspektrum einer Tonfolge grafisch dar. Die lautesten Klangbereiche erscheinen dunkel, leisere heller und nicht vorhandene Frequenzen weiß. Somit ergibt ein Spektrogramm eine wesentlich aussagekräftigere Abbildung von Klängen als beispielsweise die in Audio-Schnittprogrammen übliche Wellendarstellung, die lediglich die maximale Lautstärke zu jedem Zeitpunkt anzeigt.
Die von Soundmural erzeugten Töne klingen im Falle gewöhnlicher Bilder zwar alles andere als besonders musikalisch, das elektronische Brummen und Piepsen erinnert eher an einen defekten Roboter. Faszinierend jedoch und auch mathematisch konsequent ist die Spektrogrammansicht der erzeugten Sound-Datei: Sie gleicht zumindest ausschnittweise dem ursprünglichen Bild (siehe Abbildungen 2 und 3).

Abbildung 2: Besonders geeignet zum Experimentieren mit Soundmural sind schwarz-weiße Bilder und einfache Strukturen. Helle Flächen stehen für leise Klangbereiche.

Abbildung 3: Je einfacher das Ursprungsbild, desto mehr ähnelt ihm die Spektrogrammansicht der erhaltenen Klangdatei.
Der Quellcode lässt sich, die Entwicklerbibliotheken von Libnetpbm und Libsndfile vorausgesetzt, mit einem einfachen Aufruf von »make« kompilieren. Soundmural kennt zwei Methoden zum Erzeugen von Sound-Dateien: Die logarithmische Variante ergibt aus musikalischer Sicht mehr Sinn, weil sie große farbliche Unterschiede reduziert. Bei der linearen Alternative entsteht allerdings optisch eine größere Ähnlichkeit zwischen Originalbild und Spektrogramm der erzeugten Wave-Datei. Zum Umschalten genügt es, in der Datei »soundmural.h« die jeweilige Zeile (aus) zu kommentieren.
Outing
Ein Thema für Hacker und Geeks der alten Schule: 1993 entwarf Robert Hayden den Geek Code [2], über den Computerfreaks mehr oder weniger Interessierten Details über ihr Privatleben mitteilen. Das geschieht in einem Textabschnitt, der aus für den unbedarften Leser sinnlosen Zeichen besteht. Doch Insider kennen nach der Entschlüsselung Kleidungsstil, bevorzugte Unix-Variante, politische Einstellung, Lebensstil und natürlich die Lieblingsfernsehserie.
Im vergangenen Jahrzehnt haben sich aber selbst in der Hackerszene die Vorlieben gewandelt, obwohl sie nicht gerade als Versammlung von Trendsettern gilt. Deshalb hat Chris Allegretta nicht nur neue TV-Serien in den Code aufgenommen, sondern eine Neuentwicklung unter dem Namen Hacker Key Guide [3] entworfen. Der ist nun in der dritten Version erschienen, die neue Programmiersprachen, Lieblingsfilme und Betriebssysteme berücksichtigt.
Als Gründe für die Neu-Implementation nennt die Hacker-Key-Homepage neben dem großen Platzbedarf die zu einfache Lesbarkeit des Geek Code. Hacker Key ähnelt einem PGP-Block und geht effizienter mit den Modifikatoren (»+« und »-«) um als Geek Code; sie weisen auf die Ausprägung der einzelnen Vorlieben und Abneigungen hin.
Wer der eingeweihten Welt Informationen über sein Leben mitteilen möchte, hängt den auf der Homepage im Detail erklärten Hacker Key seinen E-Mails als Signatur an oder veröffentlicht sie auf seiner Homepage – wer braucht eigentlich Orkut&Co.?
Linux für den Ultrasparc T1
Vor gut 20 Jahren war freie Software der Traum einiger Utopisten. Inzwischen ist er für Millionen Menschen weltweit zum Alltag geworden, für Leser des Linux-Magazins sowieso. Alle Pläne, Hardware auf ähnliche Weise zu verbreiten, scheitern jedoch vor allem an der fehlenden technischen Möglichkeit zur kostenlosen Kopie. Immerhin gibt es mit dem Ultrasparc T1, Codename Niagara, einen modernen Prozessor, der zugleich frei ist, seit Sun die Baupläne unter die GPL gestellt hat [4].
Zu einem freien Prozessor passt ein freies Betriebssystem natürlich wie ein Gnu in die afrikanische Savanne. So hat es auch nicht lange gedauert, bis David Miller, der langjährige Hauptentwickler des Linux-Ports für Sparc-Prozessoren, in seinem Weblog [5] das Protokoll eines Linux-Starts auf einer Niagara-Maschine veröffentlichte. Ein erster Bootversuch scheiterte zwar beim Mounten des Root-Filesystems; es stellte sich allerdings bald heraus, dass dies lediglich an einem falschen »root«-Parameter lag.
Inzwischen bootet der Linux-Kernel auf dem Ultrasparc T1, wenn er auch – so jedenfalls der Stand bis zum Redaktionsschluss – noch nicht voll funktionsfähig ist. Wer sich an der Portierung beteiligen möchte, findet noch anstehende Aufgaben ebenfalls unter [5].
Wer wird Quizmaster?
Die Quizshows im Fernsehen sind fester Bestandteil des Abendprogramms und durchaus beliebt – aber nicht bei allen. Ganz abgesehen von den Moderatoren treffen auch die Inhalte nicht jeden Geschmack. Wo bleibt zum Beispiel die 100000-Euro-Frage zu einer raffinierten Bash-Zeile? Zugegeben solche Spezialaufgaben hätten im Fernsehen kaum Chancen, eine wirtschaftlich ausreichende Popularität zu erreichen.
Aber das sollte niemanden davon abhalten, einen eigenen Wissenstest zu entwerfen und sein Publikum knobeln zu lassen. Zu diesem Zweck bietet AKF Quiz [6] ein Framework für Linux und Windows. Das Pascal-Programm liest Quizdateien beliebigen Inhalts ein und bietet zahlreiche Frontends an, die dem Benutzer die Fragen stellen.
GR Quiz startet einen grafischen Fragesteller. Zudem stehen die Text-Interfaces SCR Quiz (Abbildung 4) und Linequiz zur Wahl. Wer Rätsel im Web anbieten möchte, hat zwei Möglichkeiten: CGI Quiz startet über einen Webserver – wer keinen Server mit CGI-Unterstützung hat, macht mit MK Quiz aus einer Quizdatei eine Javascript-HTML-Seite.

Abbildung 4: AKF Quiz bereitet Quizdateien für Benutzer von Linux- und Windows-Systemen sowie fürs WWW auf.
Zum AKF-Quiz-Paket gehören derzeit vier Quizdateien mit Fragen über GNU/Linux auf Deutsch und auf Englisch sowie deutschsprachige Wissenstest über die Themenbereiche Christentum und Schokolade. Die Quizdaten liegen als einfache Ascii-Dateien vor, die Fragen, richtige und falsche Antwortmöglichkeiten sowie (optional) erklärende Kommentare enthalten. Die Manpage erläutert alle Möglichkeiten des Formats. Auf der Projekt-Homepage warten noch einige Rätsel darauf, gelöst zu werden. Um den Ratespaß für alle zu erhöhen, ruft der Autor dazu auf, ihm eigene Quizdateien zur Veröffentlichung zuzuschicken.
Kässpätzle
Zutaten für vier Personen: 500 Gramm Mehl, drei Eier, 0,4 Liter Milch, 150 Gramm Bergkäse, 150 Gramm Gouda, zwei Zwiebeln, Salz und Pfeffer.
Mehl, Eier und Salz in eine Schüssel geben und die Milch dazugießen. Alles umrühren, bis der Teig eine klebrige Konsistenz hat. Dann ziehen lassen und in der Zwischenzeit Wasser in einem Topf erhitzen und Salz und Öl dazugeben. Den Teig durch einen Spätzlehobel pressen und direkt ins kochende Wasser fallen lassen. Steht kein Spätzlehobel zur Verfügung, den Teig mit einem Messer in Streifen schneiden. Nach drei Minuten Kochzeit die Spätzle abgießen und mit kaltem Wasser abschrecken.
Inzwischen die Zwiebeln in einer großen Pfanne in Butter oder Öl anbraten. Dann die Spätzle dazugeben, ständig Umrühren und dabei den geriebenen Käse sowie Salz und Pfeffer einstreuen.
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Infos |
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[1] Soundmural: [http://134.74.16.64/wwwa/web/hardware/soundmural] [2] Geek Code: [http://www.geekcode.com/geek.html] [3] Hacker Key Guide: [http://www.hackerkey.com] [4] Open Sparc: [http://www.opensparc.net] [5] Homepage von David Miller: [http://vger.kernel.org/~davem/] [6] AKF Quiz: [http://akfoerster.de/akfquiz] |






