Dem Cebit-Spaziergänger bieten die Messehallen vor allem eins: Abwechslung. An der Mehrzahl der Stände entdeckt er Neuheiten, gekonnt garniert mit Show und Multimedia-Effekten. “Hast du schon in Halle 6 gesehen?” “Nein, aber Nokia zeigt bei sich am Stand ein Handy mit …” Nicht tot zu kriegen: “Haben Sie Mauspads oder Kugelschreiber?” Typisch größte Computermesse der Welt. Linux war wie schon in den Vorjahren natürlich ein Thema (siehe News-Berichte in diesem Heft).
Highlight im Consumermarkt war aber Voice over IP: AVM stellte ein kleines (Linux-fähiges) WLAN-VoIP-Normaltelefon-DSL-Router-Wunderkistchen aus, das 1&1 und Kollegen demnächst subventioniert unters Telefonvolk bringen. Im professionellen Markt rückt Unternehmenssoftware mal wieder in den Fokus. Diesmal geht’s um Effizienz und den Mittelstand, auf den SAP von oben und Microsoft von unten losmarschieren.
Irgendwie spannend. Dieser sicherlich beabsichtigte Effekt lässt selbst dann nicht nach, wenn man wie ich seit fast 15 Jahren hinfährt. Nur schweifen angesichts des immer gleichen Geländes und Essens die Gedanken erfahrener Cebit-Besucher gern in die Vergangenheit. Welch’ schnellen Prozessor gab es damals hinter zugezogenen Vorhängen zu sehen! Oder welch’ tolle Alpha-Software zu bestaunen! Nur: Binnen weniger Monate gab es die CPU zum Schleuderpreis beim Discounter und die Software war längst überholt. Dieses Schicksal erwartet auch alle heißen Neuheiten der Cebit 2005 – das ist der Lauf der IT-Dinge und bestimmt kein Grund zur Kulturkritik.
Seltsam aber wird es, wenn die Errungenschaften von einst zu billigem Retro-Spielzeug mutieren. So bietet dieser Tage ein auf USB-Staubsauger oder Sonnenbrand-Warner spezialisierter Onlineshop einen kompletten C64-Nachbau nicht mit, sondern als einen auf alt getrimmten Joystick an. Der “Commodore 64 DTV” ist batteriebetrieben, besteht im Wesentlichen aus einem Chip und kostet 35 Euro. Klar, dass bei diesem Preis schon 30 Originalspiele eingebaut sind und der Käufer noch Bonus-Spiele oder eine virtuelle Tastatur für Shellkommandos als Easter-Eggs erwarten darf.
Was bitte muss man in zehn Jahren Kindern als Gegenleistung
für eine gute Mathe-Note schenken? Ein Linux-Cluster mit NUMA
und Terabyte-Storage aus der heutigen Top-500-Liste, emuliert auf
dem MP3-Controller eines klapprigen USB-Stick? Und was bekommt der
Sprössling zu Weihnachten? Genau: Einen funktionsfähigen
Cern-kompatiblen Te






