
Abbildung 3: Der Anwender darf die Terminansicht der Open Groupware detailliert an eigene Präferenzen und Wünsche anpassen.
Ausnahmsweise liegt diesem Magazin eine CD bei. Sie enthält die sofort lauffähige Distribution Knoppix 3.2 inklusive KDE 3.1 und Open Office. Mit der Distribution bootet die Web-basierte Open Groupware, die der Hersteller Skyrix zum Linuxtag 2003 als Open Source deklarieren will.
Wenn die vorliegende CD bootet, startet die beliebte Knoppix-Distribution[1]. Ihr Entwickler Klaus Knopper hat das Debian-Derivat auf reibungslose Hardware-Erkennung und komfortable Bedienung getrimmt. Mit dem vorliegenden Live-Filesystem kann man gut arbeiten; die Performance hängt von der PC-Ausstattung und der Geschwindigkeit des CD-ROM-Laufwerks ab. Voraussetzungen nennt der Kasten “Knoppix 3.2”. Sollten dennoch Probleme auftreten, empfiehlt sich der Besuch von[2].
Per Default arbeitet man mit Knoppix auf einer RAM-Disk, deren Inhalte nach dem herunterfahren des Betriebssystems naturgemäß verloren gehen. Vorhandene Festplattenpartitionen sind Read-only gemountet; die FAQ (siehe Kasten “Knoppix 3.2”) erklärt, wie sich das ändern lässt. Zudem bietet das Knoppix-Menü im laufenden System die Möglichkeit, das Homeverzeichnis permanent zu machen.
Skyrix wird zu Open Groupware
Zusammen mit Knoppix starten von der CD auch alle Serverkomponenten von OpenGroupware.org, das eigentlich erst zum Linuxtag erscheinen wird. Mit Knoppix als Basis ist das komfortable Testen der Groupware ohne Installationsmaßnahmen sofort möglich. Diese Linux-Groupware ist Web- und Datenbank-basiert und liefert ihre Kalender, Dokumenten-, Adress- und Projekt-Verwaltung plattformunabhängig lokal und übers Netz als Browser-Applikation. Open Groupware ist ein Abkömmling von Skyrix 4.1[3] des gleichnamigen Magdeburger Linux-Spezialisten[4].
Die Firma hat sich gerade dazu entschlossen, ihre Produkte inklusive Sourcen der Community zur Verfügung zu stellen. Ab dem Linuxtag (10. bis 13. Juli) soll die zugehörige Site[5] starten. Im Fahrwasser von Open Office & Co. möchte Skyrix nicht nur die Community mit einer professionellen Linux-Groupware beglücken, sondern erhofft sich sicher auch Umsatz mit Add-ons (siehe Kasten “Kostenpflichtige Zusatzmodule”). Im Unterschied zu Open Office plant Skyrix jedoch, unter[5] auch Maintenance-Support zu leisten – ein Novum. Projekten wie PHP Groupware mangelt es an Vergleichbarem.
Inbetriebnahme
Als Datenbank kommt im Gegensatz zu früheren Skyrix-Versionen PostgreSQL zum Einsatz. Die entsprechenden Voraussetzungen sind mit der Knoppix-CD bereits erfüllt. Damit der Zugang auf das Webinterface nicht nur über den lokalen, sondern auch von anderen Rechnern im LAN aus möglich ist, muss der Administrator zuvor die Netzwerkverbindung konfigurieren. Er legt dazu mit Hilfe des Knoppix-Konfigurationsfrontends unter »Knoppix | Konfiguration« IP-Adresse und Subnetzmaske manuell fest. War beim Booten ein aktiver DHCP-Server erreichbar, ist das unnötig.
Nach dem Booten der Heft-CD zeigt ein Mozilla-Browserfenster den Login-Screen von Open Groupware an (Abbildung 1). Wer sich Groupware-typisch übers lokale Netz anmeldet, muss (wegen des fehlenden Mappings der virtuellen Domainverwaltung von Apache) aber die vollständige Adresse »http:// IP-Adresse-des-Servers/OpenGroupware« angeben, Webprotokoll ist WebDAV.
| Knoppix 3.2 |
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Die Debian-basierte Distribution Knoppix von Klaus Knopper ist im deutschsprachigen Raum der Überraschungshit des Jahres 2003. Erste Informationen liefert die Datei »KNOPPIX/knoppix.html« auf der CD, Ausführliches gibt es unter[1]. Wer Probleme hat, ein Swapspace benutzen will oder muss und Ähnliches sollte die Datei »KNOPPIX/ KNOPPIX-FAQ.txt« studieren. Sie beschreibt auch kurz, wie man Knoppix von CD auf die eigene Festplatte installiert. Hardware-Voraussetzungen:
Nicht oder falsch erkannte Hardware lässt sich meist per Bootprompt zur Kooperation zwingen. Die Datei »KNOPPIX/knoppix -cheatcodes.txt« auf der CD informiert über die Details. |
Funktionelles
Den Funktionsumfang der Groupware spiegelt das Menü im linken Frame der Webapplikation wider, ihre Bedienung ist weitgehend intuitiv. Doch sollte der Anwender den Browser-Cache abschalten und die Navigationselemente des Browsers nicht benutzen, da Skyrix keine brauchbaren Workarounds zum Abfangen solcher Fehlbedienungen implementiert hat. Ärger ist programmiert: Vielen Groupware-Modulen fehlt ein deutlich platzierter »Zurück«-Button, einen fürs »Abbrechen« gibt es aber.
Der Administrator bestimmt beim Anlegen oder Modifizieren eines Accounts im Modul »Administrator« im Register »Accounts | Allgemeine Präferenzen«, welche Module der Benutzer verwenden darf. »News« eignet sich zum Publizieren interner Neuigkeiten, die das Modul übersichtlich als sortierte Liste präsentiert (siehe Abbildung 2).
Der Terminplaner enthält einen gruppenfähigen Kalender, der Tages-, Wochen- und Monats-Ansichten bietet. Beim Planen neuer Termine hilft die Konfliktabfrage (Menü »Ressourcen«) für personelle, aber auch für andere Ressourcen, zum Beispiel Videobeamer oder Firmenwagen.
Das Adressbuch mit Suchfunktion verbirgt sich hinter »Personen«. Die mit dem Kontakt verknüpften Aufgaben und Projekte lassen sich anzeigen. Das »Unternehmen«-Modul speichert Unternehmenskontakte, die der Anwender mit Kontaktpersonen verknüpfen kann. Anstehende Aufgaben verwaltet er mit den Modulen »Aufgaben« und »Projekte«.

Abbildung 1: Der Anwender kann sich einfach mit einem der Beispielaccounts anmelden und alle Möglichkeiten der Oberfläche testen.
Webmail
Der integrierte Webmail-Client setzt einen laufenden Mailserver voraus. Nach einem Klick auf »Inbox« oder »Neue E-Mail« öffnet sich ein weiterer Screen, der nach »Login«, »Passwort« und »Host« verlangt. Im Test war durch Angabe eines dort existierenden IMAP-Accounts ein laufender SuSE eMail Server kontaktierbar und Open Groupware fand sämtliche Mails und IMAP-Ordner. Wer sich auf einem der beiden Test-Accounts »hans« und »andrea« anmeldet, bekommt direkten Zugriff auf das lokale Mailsystem.
Das Prinzip leuchtet schnell ein: Auf dem vorliegenden Knoppix läuft ein Cyrus-IMAP-Server zusammen mit Postfix als lokalem MTA. Da Skyrix die Auffassung vertritt, dass sich jeder Benutzer auf jedem vorhanden IMAP-Server anmelden können soll, wird beim Anlegen eines Skyrix-Benutzers kein korrespondierender Cyrus-Account erzeugt. Die lokale Cyrus-Konfiguration für »hans« und »andrea« hat Skyrix bereits vorgenommen. Im Gegensatz zum SuSE Open Exchange Server gibt es bei Open Groupware kein grafisches Konfigurationssystem für Cyrus. Hier muss der versierte Admin selbst Hand anlegen.
Landet also »hans« durch einen Klick auf «Neue E-Mail« oder »Inbox« direkt auf dem lokalen IMAP-Server, kann er sich auf Wunsch trotzdem auf einem externen IMAP-Server anmelden. Dazu muss er im Webmail-Modul lediglich auf das Register »Login« klicken und kann sich dann wie Root mit einem anderen IMAP-Server verbinden, wenn er dessen Namen oder IP-Adresse kennt. Last but not least bietet Open Groupware das Modul »Palm«, über das sich die Groupware mit einem Handheld abgleichen lässt.
| Kostenpflichtige Zusatzmodule |
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Die Debian-basierte Distribution Knoppix von Klaus Knopper ist im deutschsprachigen Raum der Überraschungshit des Jahres 2003. Erste Informationen liefert die Datei »KNOPPIX/knoppix.html« auf der CD, Ausführliches gibt es unter[1]. Wer Probleme hat, ein Swapspace benutzen will oder muss und Ähnliches sollte die Datei »KNOPPIX/ KNOPPIX-FAQ.txt« studieren. Sie beschreibt auch kurz, wie man Knoppix von CD auf die eigene Festplatte installiert. Hardware-Voraussetzungen:
Nicht oder falsch erkannte Hardware lässt sich meist per Bootprompt zur Kooperation zwingen. Die Datei »KNOPPIX/knoppix -cheatcodes.txt« auf der CD informiert über die Details. |
Der normale Benutzer darf Einstellungen vornehmen
Auch der normale Benutzer darf durch einen Klick auf »Präf.« in der blauen Menüzeile viele Konfigurationsmaßnahmen für jedes einzelne Modul des Open-Groupware-Servers vornehmen (siehe Abbildung 3). So bestimmt er unter »Palm«, welche Daten der Abgleich berücksichtigt. Aussehen und Verhalten des Kalenders kann er unter »Terminplaner Präferenzen« verändern, Feiertage definieren oder Urlaubstage einstellen. Soll der Server pro Termin alle Meetingteilnehmer per E-Mail informieren, ist im Untermenü »Mail-Template« nur eine Vorlagensignatur anzulegen.
Das Verhalten der Module »Aufgaben«, »Projekt« und »News« darf der Benutzer nur in gewissen Grenzen anpassen. Viel stärker kann er ins »Mail«-Modul eingreifen, beispielsweise Mailinglisten zusammenstellen. Mit Hilfe von »Anzeige« passt der Anwender das Aussehen der Oberfläche seinem Geschmack an und bestimmt mit »Dock«, welche Module der linke Dock-Frame dargestellt.
Fazit und Ausblick
Open Groupware ist als direkter Erbe der Skyrix-Web-Groupware 4.1 eine vielseitige Lösung für kleinere und mittlere Unternehmen. Lobenswert ist die Entscheidung von Skyrix, ihr Produkt unter eine Open-Source-Lizenz zu stellen. Bleibt zu hoffen, dass Produkte, wie Open Office und Open Groupware künftig Schule machen.
Das kann langfristig zu neuen Entwicklungs- und Distributionsstrukturen und damit zur inhaltlichen Neuausrichtung solcher Unternehmen führen. Deren Verdienstmöglichkeiten verschieben sich auf die Sektoren Support, Add-ons, Dokumentation und Pflege. Der Anwender profitiert von einem kostenlosen, besseren und stabileren Produkt.
Wer Open Groupware auf anderen Distributionen dauerhaft einsetzen möchte, kann sich von der ab dem Linuxtag-Termin verfügbaren Seite [5] die Pakete im Source-, RPM- oder DEB-Format laden und installieren. Open Groupware wird stetig weiterentwickelt, die Seite bleibt damit Anlaufstelle für alle, die von den Verbesserungen profitieren möchten. Einen guten Eindruck bekommt man aber schon mit der vorliegenden CD.
Da die Redakteurinnen und Redakteure des Linux-Magazins gerne wissen wollen, wie ihren Lesern die CD im Allgemein sowie Knoppix und Open Groupware im Besonderen gefallen, startet mit dem Erscheinen dieses Hefts auf linux-community.de eine entsprechende Diskussion.
| Infos |
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| [1] Knoppix: [www.knoppix.org]
[2] Knoppix-Diskussionsforum: [http://www.linuxtag.org/forum/] [3] Th. Drilling, ” Kohlekumpel – Sieben Informationsmanagement-Lösungen im Vergleich”: Linux-Magazin 12/01, S. 42 [4] Skyrix: [http://www.skyrix.de] [5] Open Groupware: [www.opengroupware.org] |






