Aus Linux-Magazin 05/2014

Test: Virtuelle Webserver überwachen

© Chittima Kasa, 123RF.com

Seine ausgelagerten Server sollte ein Administrator tunlichst im Auge behalten und überwachen. Dazu stellen fast alle größeren Webhoster passende Monitoring-Werkzeuge bereit. Wie ein kleiner Vergleich von sechs virtuellen Servern zeigt, steckt der Teufel eher im Detail.

Der Ausfall einer Unternehmens-Webseite kostet Kunden, ein abgestürzter Onlineshop generiert keine Einnahmen und ein nicht erreichbares Portal verliert wichtige Werbeeinnahmen. Um das zu verhindern, sollten Administratoren die laufenden Dienste stets im Auge behalten. Dabei helfen die selbst in vielen günstigen Webhosting-Paketen enthaltenen Monitoring-Funktionen. Sie schlagen beim Ausfall eines Dienstes umgehend Alarm und liefern wertvolle Statistiken über das laufende System.

Welche Monitoring-Funktionen es derzeit bei bezahlbaren Hostingpaketen als Dreingabe gibt, mussten virtuelle Server von 1&1, 1blu, Domainfactory, Hetzner, Hosteurope und Strato zeigen. Die von den Webhostern bereitgestellten Pakete kosteten bei Redaktionsschluss jeweils bis zu 20 Euro im Monat und waren damit auch für Privatpersonen erschwinglich. Host Europe und Strato bieten zusätzlich gegen einen teils recht saftigen Aufpreis erweiterte Monitoring-Funktionen an. Um das gesetzte Budget nicht zu sprengen, blieben diese Zusatzleistungen jedoch außen vor.

1&1

Hat der Administrator im Kundencenter von 1&1 das Monitoring unter den zahlreichen Links endlich gefunden, wählt er dort alle Ports aus, die er beobachten lassen möchte, und hinterlegt seine E-Mail-Adresse (Abbildung 1). An diese schickt 1&1 eine Nachricht, sobald einer der Dienste nicht mehr antwortet. Der Admin kann lediglich zehn vorgegebene Dienste überwachen, wie etwa den per HTTP erreichbaren Webserver. Diese Dienste müssen zudem auf den Standardports laufen, der Webserver beispielsweise auf Port 80.

Abbildung 1: Auf Basis der im Bild vorgenommenen Einstellungen würde 1&1 den Administrator benachrichtigen, falls das System (Ping) oder der Webserver nicht mehr erreichbar wären.

Abbildung 1: Auf Basis der im Bild vorgenommenen Einstellungen würde 1&1 den Administrator benachrichtigen, falls das System (Ping) oder der Webserver nicht mehr erreichbar wären.

Die Erreichbarkeit der Dienste in den letzten 30 Tagen präsentiert das Kundencenter in einem Diagramm. Mit seiner Hilfe verfolgt der Admin unter anderem, wann ein Problem zum ersten Mal auftrat. Zudem bietet der Webhoster eine kostenlose App fürs iPhone und Android an.

Trotz guter WLAN-Anbindung unterbrach die getestete Android-App jedoch immer wieder die Verbindung und meldete die Tester sogar eigenmächtig ab. Kam doch einmal eine Verbindung zustande, zeigte die App lediglich die Erreichbarkeit der zu überwachenden Dienste in den letzten sieben Tagen an.

Auf Wunsch schickt 1&1 dem Administrator täglich, wöchentlich oder monatlich einen Bericht über das beanspruchte Transfervolumen und warnt beim Überschreiten eines frei wählbaren Limits. Damit lassen sich Angriffe oder Amok laufende Zombiedienste frühzeitig erkennen. Den im aktuellen Monat erreichten Traffic versteckt 1&1 hinter einem kleinen Link bei den Kundendaten.

Weitere Monitoring-Funktionen stellt 1&1 nicht zur Verfügung, stattdessen muss der Administrator auf das Plesk Panel zurückgreifen (siehe Kasten “Parallels Plesk Panel”). Das meldete sich nach dem Login mit der älteren Versionsnummer 11.0, bot aber zugleich ein Update auf die aktuelle Version 11.5 an. Vorinstalliert ist Plesk aber nur in den 64-Bit-Versionen von Centos 6 und Open Suse 12.1. Nicht zuletzt wartet noch das Power Panel in einer Version von 2008 (siehe Kasten “Parallels Power Panel”).

Parallels Power Panel

Das Power Panel von Parallels [2] liefert Informationen über die CPU-, Speicher- und Festplattenauslastung (Abbildung 3). Darunter auch die Anzahl der Prozesse, TCP-Sockets und die Anzahl der geöffneten Dateien. Stößt das laufende System an seine Grenzen, markiert das Power Panel die Verursacher rot, kann jedoch den Administrator nicht benachrichtigen. Immerhin protokolliert es alle aufgetretenen Alarmmeldungen in einer Liste, die der Administrator dann gezielt nach bestimmten Meldungen durchkämmt.

Abbildung 3: Parallels Power Panel liefert viele Detailinformationen über das laufende System.

Abbildung 3: Parallels Power Panel liefert viele Detailinformationen über das laufende System.

Des Weiteren merkt sich das Power Panel sämtliche Statusänderungen am laufenden Container (respektive der virtuellen Maschine) sowie den verursachten Traffic. Nicht zuletzt listet es alle derzeit laufenden Systemdienste und Prozesse auf.

Parallels Plesk Panel

Viele Hoster installieren das Plesk Panel von Parallels [1]. Es hilft primär dabei, den eingerichteten virtuellen Server zu verwalten, bietet aber auch ein paar Monitoring-Funktionen an. So erstellt die Webanwendung Statistiken über den Speicherplatzbedarf der Dienste und die geflossenen Datenmengen. Der Administrator erhält zudem regelmäßig Berichte per Mail. Den Traffic schlüsselt das Panel nach Domains auf, der Admin kann eine Traffic-Historie der letzten Monate abrufen.

Im Ereignismanager dürfen Administratoren so genannte Ereignis-Handler einrichten. Plesk führt dann einen frei wählbaren (Shell-)Befehl aus, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. Auf diese Weise lässt der Admin beispielsweise das temporäre Verzeichnis aufräumen, sobald der Speicherplatz zur Neige geht. Die angebotenen Ereignisse beziehen sich jedoch durchweg auf Verwaltungstätigkeiten. So kann Plesk reagieren, wenn sich ein Benutzer anmeldet, aber nicht dauerhaft einen ganz bestimmten Dienst überwachen.

Zusätzlich zu den Ereignis-Handlern verschickt Plesk auch E-Mails, wenn der Admin bestimmte Aufgaben erledigt und zum Beispiel ein neues Kundenkonto erstellt. Abschließend kann Plesk eine Bandbreitenbeschränkung einrichten (»Websites & Domains | Erweiterte Optionen einblenden | Bandbreitenbegrenzung« ).

1blu

Der V-Server 4P von 1blu lässt sich nur über die bereitgestellten Plesk- und Power-Panels überwachen, eigene Monitoring-Funktionen liefert der Webhoster nicht. Für alle 1blu-Distributionen gibt es jeweils eine Variante mit vorinstalliertem Plesk, im Einzelnen sind dies Centos 6, Debian 7, Open Suse 12.3 und Ubuntu 12.04. Das Power Panel steht in der 2012-Version bereit, das Plesk Panel lief in der aktuellen Version 11.5.

1blu hat Plesk immerhin die Erweiterung Watchdog spendiert, die einige ausgewählte Dienste beobachtet (Abbildung 2). Fällt einer der Dienste aus, startet ihn Watchdog automatisch neu. Das zugehörige Kommando darf der Administrator anpassen. Auch kann er vorgeben, in welchen Abständen Watchdog die Dienste überprüft und nach welchem Zeitraum ein Dienst als abgeschaltet gilt. Startet ein defekter Dienst ständig neu, stellt Watchdog die Beobachtung nach einer zuvor vom Admin festgelegten Anzahl von Versuchen ein.

Abbildung 2: Bei 1blu kann die Erweiterung Watchdog nur einige vorgegebene Dienste beobachten – sie dafür aber automatisiert neu starten.

Abbildung 2: Bei 1blu kann die Erweiterung Watchdog nur einige vorgegebene Dienste beobachten – sie dafür aber automatisiert neu starten.

Neben den Diensten beobachtet Watchdog auf Wunsch auch die Festplatten, startet entweder auf Zuruf oder selbstständig in Intervallen einen Virenscanner und protokolliert die Auslastung des Servers. Der Administrator bestimmt, welche Dienste zur Auslastung beitragen. Auf Wunsch verschickt Watchdog täglich, wöchentlich oder monatlich Reports über den Zustand des Servers. Die E-Mails sendet die Erweiterung über einen frei wählbaren SMTP-Server, was hilft, falls der lokale SMTP-Dienst ausfällt.

Domainfactory

Bei Domainfactory erfährt der Administrator nach der Auswahl seines Servers (der Jiffybox), ob dieser gerade läuft, welche Datenmengen durch die Leitungen rauschen und wie hart Prozessor und Festplatten arbeiten. Bis auf den Systemstatus zeichnet Domainfactory die Änderungen zudem in entsprechende Diagramme (Abbildung 4).

Abbildung 4: Mit den von Domainfactory bereitgestellten Statistiken lassen sich leicht Zeiten mit hoher Last oder gar einer Überlastung ausmachen.

Abbildung 4: Mit den von Domainfactory bereitgestellten Statistiken lassen sich leicht Zeiten mit hoher Last oder gar einer Überlastung ausmachen.

Alle genannten Informationen muss der Administrator über das Kundencenter abrufen. Dies verschickt nur dann eine Mail, wenn das komplette System oder ein Dienst ausfallen. Anders als bei 1&1 und 1blu kann er den zu überwachenden TCP- oder UDP-Port vorgeben. Anpassen darf er auch Prüf- und Erinnerungsintervall sowie den Timeout.

Bei einigen ausgewählten Diensten, wie etwa einem Web- oder FTP-Server, kann das Kundencenter nicht nur anklopfen, sondern auch die gelieferte Antwort prüfen. Um keinen Alarm auszulösen, muss ein Webserver beispielsweise brav mit dem Statuscode 200 antworten. Diese erweiterten Prüfungen brauchen gegebenenfalls ein paar zusätzliche Daten vom Administrator, beim Webserver etwa eine abzurufende Seite sowie bei einer verschlüsselten Verbindung (HTTPS) die Zugangsdaten.

Die E-Mail kann Domainfactory gleich an mehrere Postfächer schicken. Dazu legt der Admin zunächst im Kundencenter eine neue Benutzergruppe an, weist dieser die entsprechenden Mailadressen zu und nennt dem Monitoring dann den Namen der Benutzergruppe. Jedem einzelnen Test kann er dabei eine andere Benutzergruppe zuordnen.

Auf diese Weise informiert der virtuelle Server von Domainfactory beim Ausfall des Webservers die Webentwickler, bei einem Absturz der Datenbank hingegen den MySQL-Experten. Über den Ausfall der Dienste führt Domainfactory jedoch nicht Buch. Admins können daher nicht prüfen, wie häufig die Datenbank im letzten Monat ausgefallen ist.

Domainfactory bietet zwar eine App für iPhone und Android an, diese greift jedoch nicht auf die Monitoring-Funktionen zu ([3], [4]). Die Android-App stammt zudem von einem Dritthersteller, der nicht für die Qualität haftet.

Hetzner

Über das Kundencenter von Hetzner kann der Admin eine Traffic-Statistik abrufen, wobei er das Subnetz und den Zeitraum vorgibt. Überschreitet das Datenvolumen ein frei wählbares Limit, warnt das Kundencenter. Ansonsten überwacht es die vom Admin ausgewählten Dienste und schickt bei einem Ausfall eine Mail. Die Konfiguration ist aber unübersichtlich und fummelig (Abbildung 5).

Abbildung 5: Die Benutzeroberfläche bei Hetzner verschachtelt viele Elemente, die entsprechenden Links und Schaltflächen sind zudem ziemlich klein geraten. Hier entsteht gerade ein Check für den Webserver.

Abbildung 5: Die Benutzeroberfläche bei Hetzner verschachtelt viele Elemente, die entsprechenden Links und Schaltflächen sind zudem ziemlich klein geraten. Hier entsteht gerade ein Check für den Webserver.

Der Funktionsumfang ähnelt dem von Domainfactory: Zunächst stellt der Administrator ein, in welchen Abständen eine Prüfung erfolgen soll. Anschließend legt er fest, ob das Kundencenter an einem frei bestimmbaren Port anklopfen oder einen von mehreren ausgewählten Diensten prüfen soll. Im zweiten Fall muss der Administrator noch die Zugangsdaten und gegebenenfalls ein abzurufendes Testdokument angeben.

Bei einer Störung verschickt Hetzner eine E-Mail an eines oder mehrere hinterlegte Postfächer. Anders als Domainfactory unterscheidet Hetzner nicht zwischen Benutzergruppen, alle Administratoren bekommen immer alle Nachrichten. Eine Meldung geht jedoch erst auf die Reise, wenn der Dienst zum zweiten Mal nicht antwortet, diese Maßnahme soll Fehlalarmen vorbeugen.

Hetzner bietet auch das C-Panel und Plesk an, beide Web-GUIs kosten aber extra. Auch eine App für Smartphones ist erhältlich, die eine speziell auf diese Geräte zugeschnittene Website aufruft [5]. Die zeigt allerdings lediglich eine Traffic-Statistik an und richtet auf Wunsch Datenverkehrswarnungen ein, einen vollwertigen Ersatz für das Kundencenter bietet sie nicht. Immerhin reagierte sie unter Android 4.4 äußerst flott.

Host Europe

Administratoren dürfen bei Host Europe den Traffic einsehen und sich eine E-Mail schicken lassen, wenn dieser eine frei wählbare Grenze überschreitet. Das Überwachen von Diensten kostet allerdings extra, wobei sich die monatliche Gebühr nach der Anzahl der verschickten E-Mails, der gleichzeitig beobachteten Dienste sowie dem Prüfintervall richtet. Beispielsweise überwacht Host Europe für fünf Euro pro Monat alle 15 Minuten maximal 15 Dienste.

Der von Host Europe für diesen Vergleich bereitgestellte Virtual Server Linux Advanced 7.0 enthielt das Paket Monitoring 2.0 M, das höchstens zehn Dienste in 30-Minuten-Intervallen prüft. Neben E-Mails verschickt Host Europe immerhin auch SMS oder Fax, beim Monitoring 2.0 M aber nur fünf Stück pro Monat.

Um das Monitoring zu nutzen, sind einige umständliche Vorarbeiten notwendig. Zunächst legt der Administrator Benutzergruppen und in diesen dann einen oder mehrere Benutzer an. Angenommen der Admin nennt seine Mailadresse, dann sendet ihm Host Europe einen Aktivierungscode, den er zur Bestätigung im Kundencenter eintippt.

Als Nächstes erstellt er mindestens eine Dienstgruppe. Sie fasst wiederum alle Benutzergruppen zusammen, die später die gleichen Alarmmeldungen erhalten. Soll Host Europe beim Ausfall des Webservers nur die Webserver-Admins informieren, legt er eine Benutzergruppe für die Webserver-Admins an, eine Dienstgruppe »Webserver« und weist ihr die Benutzergruppe zu. Das Verfahren ist genau so umständlich, wie es klingt.

Schließlich gilt es noch, einen so genannten Warnungstyp einzurichten. Dieser hält fest, wann und wie oft Host Europe den Benutzern wie viele Nachrichten auf welchem Weg schickt. Sind Benutzer, Benutzergruppe, Dienstgruppe und Warnungstyp schließlich eingerichtet, kann der Administrator einen neuen Dienst überwachen lassen. Dazu wählt er einen passenden Dienst, dessen Port, den Wartungstyp und die Dienstgruppe (Abbildung 6). Host Europe sendet auf Wunsch eine Meldung, sobald der Dienst wieder läuft. Ebenfalls vorgeben lassen sich die Zahl der Fehlschläge, bevor der Benutzer eine Nachricht erhält, sowie der eigentliche Nachrichtentext.

Abbildung 6: Hier überwacht Host Europe den Webserver an Port 80 alle 1800 Sekunden und erzeugt bei einem Ausfall einen Warnungstyp namens »NOTIFY«.

Abbildung 6: Hier überwacht Host Europe den Webserver an Port 80 alle 1800 Sekunden und erzeugt bei einem Ausfall einen Warnungstyp namens »NOTIFY«.

Bei ausgewählten Diensten wertet Host Europe auch die Antwort aus. Admins dürfen die Anfrage selbst anpassen, beim Prüfen eines Webservers etwa die HTTP-Anfrage und den zu erwartenden Statuscode. Allerdings sind all diese Einstellungen gut versteckt: Erst wenn der Admin die Prüfroutine konfiguriert und aktiviert hat, lassen sich die »Erweiterten Einstellungen« einrichten.

Für Admins gibt es zudem bei Bedarf eine Übersicht der letzten Ausfälle. Daneben bietet Host Europe das Plesk Panel in Version 11.0 an, mit einer Updatemöglichkeit auf 11.5. Das Power Panel steht in der 2012er Version für Monitoring-Zwecke bereit. Eine Monitoring-App gibt es indes nur für Rootserver [6].

Strato

Das Kundencenter von Strato zeigt den Status des virtuellen Servers mit einem kleinen Symbol an. Parkt der Administrator die Maus darüber, verrät ein Tooltipp den entsprechenden Fehler. Die geflossenen Daten protokolliert der Traffic Monitor. Strato liefert sogar Diagramme für den Datendurchsatz pro Sekunde und die Menge der gezählten Pakete pro Sekunde (Abbildung 7). Die Daten reichen dabei bis zu acht Wochen zurück, der kleinste Betrachtungszeitraum ist die letzte Stunde.

Abbildung 7: Strato zeichnet sogar den Datensatz pro Sekunde auf und ermöglicht so von Haus aus ein relativ detailliertes Monitoring. Wer es genauer braucht, wendet sich an einen externen Dienstleister.

Abbildung 7: Strato zeichnet sogar den Datensatz pro Sekunde auf und ermöglicht so von Haus aus ein relativ detailliertes Monitoring. Wer es genauer braucht, wendet sich an einen externen Dienstleister.

Ein Diagramm verrät, welche Datenmengen an welchem Tag über die Leitungen gingen. Die Darstellung beschränkt sich allerdings auf den aktuellen Monat. Für alle vergangenen Monate nennt Strato nur den jeweils angefallenen Komplett-Traffic. Immerhin informiert die Telekom-Tochter den Administrator per E-Mail, sobald der Traffic einen von ihm gewählten Grenzwert überschreitet.

Wie Host Europe lässt sich Strato weitere Monitoring-Funktionen extra bezahlen. Im getesteten Hostingpaket Virtual Server Linux Level 3 war bereits das größte Monitoring-Paket namens Monitoring Pro 2010 enthalten. Mit ihm lassen sich drei von insgesamt 13 ausgewählten Diensten gleichzeitig auf ihre Erreichbarkeit prüfen. Als Intervall zwischen zwei Tests sind 10 Minuten vorgegeben.

Will er einen neuen Dienst regelmäßig prüfen, muss sich der Admin erst durch mehrere Links klicken und einen der 13 vorgegebenen Dienste auswählen. Dann gibt er den Port ein und legt die Zeitspanne fest, in welcher der Dienst antworten muss (Timeout). Je nach Dienst sind weitere Daten notwendig, bei einem Webserver etwa eine abzurufende Seite. Praktisch: Schon hier kann der Admin per Mausklick einen Test anstoßen und so seine Eingaben überprüfen.

Beim Ausfall eines Dienstes kontaktiert Strato einen oder mehrere Administratoren – wahlweise per SMS oder E-Mail. Die Anzahl der SMS ist limitiert, im Paket Monitoring Pro 2010 verschickt Strato maximal 20 Stück pro Monat. Für E-Mails besteht keine Grenze.

Bevor Strato eine Nachricht versendet, muss der Admin für jeden Empfänger einen Kontakt anlegen, den er dann mit einer bestimmten Prüfroutine verknüpft. Er darf zudem entscheiden, bei welchen Fehlern Strato eine SMS, eine E-Mail oder keine Nachricht verschickt. Zur Auswahl stehen dabei nur allgemeine Fehlerarten wie »OK« oder »Warnung« . Was im konkreten Fall als Warnung gilt, muss der Administrator für jeden Dienst in der Onlinehilfe nachschlagen. Bei einem HTTP-Server liegt etwa eine Warnung vor, wenn der Webserver mit einem 4xx-Status antwortet.

Stehen Wartungsarbeiten am virtuellen Server an, kann der Administrator die Tests vorübergehend aussetzen. Den Status aller Dienste präsentiert das Kundencenter übersichtlich auf einer Seite und erlaubt so einen Blick in die Vergangenheit. Auf Wunsch verschickt die Verwaltungsoberfläche regelmäßig Berichte über die kontrollierten Dienste an einen oder mehrere Administratoren.

Weitere Monitoring-Funktionen lassen sich über Server-Guard 24 hinzubuchen, Strato-Kunden erhalten dort einen kleinen Rabatt. Abschließend bietet Strato noch das Plesk Panel an. Strato-Kunden dürfen es selbst installieren, alternativ steht eine virtuelle Maschine mit Ubuntu 12.04 und vorinstalliertem Plesk Panel 11.5 bereit.

Tabelle 1

Hosting-Angebote im Überblick

Anbieter

1&1

1blu

Domainfactory

Hetzner

Host Europe

Strato

URL

https://www.1und1.de

https://www.1blu.de

http://www.df.eu

https://www.hetzner.de

https://www.hosteurope.de

http://www.strato.de

Paket

1&1 Virtual Server XXL Linux

1blu V-Server 4P

Jiffybox Cloud-Level 1

V-Server VQ19

Virtual Server Linux Advanced 7.0

Virtual Server Linux Level 3 (v1304.1)

Preis pro Monat

ab 20 Euro

ab 17 Euro

gestaffelt nach Nutzung, maximal 15 Euro

20 Euro

ab 17 Euro

20 Euro

Watchdog-Dienste

Dienste beobachten

nur vorgegebene

über Plesk

ja

ja

ja

ja

Ports lassen sich frei vorgeben

nein

nein

ja (TCP und UDP)

ja (nur TCP)

ja (nur TCP)

ja (bei ausgewählten Diensten)

Nicht nur Port-Knocking als Test

nein

nein

ja (bei ausgewählten Diensten)

ja (bei ausgewählten Diensten)

ja (bei ausgewählten Diensten)

ja (bei ausgewählten Diensten)

Verschlüsselung wird unterstützt

ja (bei ausgewählten Diensten)

nein

ja (bei ausgewählten Diensten)

ja (bei ausgewählten Diensten)

ja (bei ausgewählten Diensten)

ja (bei ausgewählten Diensten)

E-Mail an mehrere Postfächer

nein

nein

ja

ja

ja

ja

Automatisches Neustarten des ausgefallenen Dienstes

nein

ja (über Watchdog)

nein

nein

nein

nein

Traffic einsehen

ja

über Plesk

ja

ja

ja

ja

Benachrichtigung bei zu hohem Traffic

ja

über Plesk

nein

ja

ja

ja

Statistiken

Erreichbarkeit

im letzten Monat

über Plesk

nein

nein

über Plesk

beliebiger Zeitraum

CPU-Auslastung

über Plesk

über Plesk

in den letzten 24 Stunden

nein

über Plesk

über Plesk

Festplattenauslastung

über Plesk

über Plesk

in den letzten 24 Stunden

nein

über Plesk

über Plesk

Netzwerk-Traffic

über Plesk

über Plesk

in den letzten 24 Stunden

Beliebiger Zeitraum

Im aktuellen Monat

beliebiger Zeitraum

Plesk und Power Panel

Parallels Plesk Panel

ja

ja, mit Watchdog-Erweiterung

nein

gegen Aufpreis

ja

ja

Plesk-Version

11.0 mit Update-Möglichkeit auf 11.5

11.5

11.0 mit Update-Möglichkeit auf 11.5

11.5

Plesk bereits installiert in den Distributionen

Centos 6, Open Suse 12.1

Centos 6, Debian 7, Open Suse 12.3, Ubuntu 12.04

Ubuntu 12.04

Ubuntu 12.04

Parallels Power Panel

ja

ja

nein

nein

ja

nein

Power-Panel-Version

394.2 (Build: 4.0.0-394.2)

6.0

6.0

Smartphone-App

ja

nein

ja, aber ohne Monitoring

ja (Webapp)

nein

nein

Fazit

Die Angebote der einzelnen Webhoster ähneln sich frappierend: So gibt es überall Statistiken über den verursachten Traffic, zudem können Administratoren einzelne Dienste überwachen lassen. Unterschiede finden sich vor allem in Details (siehe Tabelle 1).

So prüfen 1&1, 1blu und Strato nur ausgewählte Dienste. Bei 1blu läuft zudem fast alles über Plesk, die Watchdog-Erweiterung startet immerhin abgestürzte Dienste neu. Domainfactory, Hetzner und Host Europe erlauben weitaus mehr Eingriffe beim Einrichten eines Checks. Besonders weit geht Host Europe, das sogar den Umbau der Anfragen und Antworten erlaubt. Die unübersichtlichen Benutzeroberflächen von Host Europe und Hetzner bedürfen jedoch dringend einer Renovierung. Bei Host Europe und Strato kosten zusätzliche Prüfungen extra, Strato spannt gar einen externen Dienstleister ein.

Über ihr Smartphone bleiben Admins auch unterwegs auf dem Laufenden. Um so unverständlicher ist es, dass nur wenige Webhoster passende Apps bereitstellen. Die sind zudem arg verbesserungsbedürftig. So nervt die Android-App von 1&1 nicht nur mit langen Ladezeiten, die ständigen Verbindungsabbrüche machen sie praktisch unbenutzbar. Die Android-App von Domainfactory zeigt gerade mal, ob der virtuelle Server läuft, während die App von Hetzner den Traffic beobachtet. Bei allen anderen Webhostern muss sich der Admin über seinen kleinen Smartphone-Bildschirm durch das überfrachtete Kundencenter fummeln.

Letztlich lässt sich kein Testsieger ermitteln, alle Webhoster zeigen Stärken und Schwächen. Die Wahl sollte sich daher an den tatsächlich benötigten Leistungen und Bedürfnissen des Administrators orientieren. Wer ausgefeilte oder spezielle Monitoring-Funktionen benötigt, muss diese in jedem Fall selbst im virtuellen Server aufsetzen – beispielsweise mit Nagios [7].

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