Fedora 20 ist da - mit Appstore, Systemd und ohne Sendmail

Viel neuer geht's nicht: KDE 4.11.4 und Kernel 3.11.10 auf Fedora 20.

Seit gestern ist die finale Version von Fedora 20 erhältlich. Die neue Entwickler-Distribution, zugleich Probierküche für spätere Red-Hat-Produkte, überrascht mit einigen Paradigmenwechseln und dürfte deshalb Anlass zu Diskussionen geben.

Mutige Schritte bei Fedora: Kein SMTP-Mailserver mehr, bekannte Protokolldateien fehlen, dafür aber hat der gleichwohl bekannte wie umstrittene Gnome-Desktop (Version 3.10) einen Appstore bekommen, wie ihn sonst nur proprietäre Produkte kennen. Systemd und Journald übernehmen die Protokollierung, ein topaktueller Kernel 3.11.10 und neueste Versionen von KDE, Gnome und vieler anderer Open-Source-Software laden zum Testen ein. MTAs wie Sendmail oder Postfix muss der Admin erst nachinstallieren.

Viel neuer geht's nicht: KDE 4.11.4 und Kernel 3.11.10 auf Fedora 20.

Viel neuer geht’s nicht: KDE 4.11.4 und Kernel 3.11.10 auf Fedora 20.

Heisenbug

Die neue Fedora trägt den Namen “Heisenbug”, ein Geek-Begriff für einen Fehler, der nur dann auftritt, wenn ihn niemand beobachtet. Das spielt auf eine Erkenntnis der modernen Physik an: Der Quantenmechaniker Heisenberg hatte im frühen 20. Jahrhundert in seiner Unschärferelation festgestellt, dass sich niemals Ort und Geschwindigkeit eines Elementarteilchens gleichzeitig feststellen lassen, weil der Versuch der Messung den jeweils anderen Wert “zerstört” – eine im Folgenden nicht nur für die Quantenphysik wegweisende Entdeckung.

Update

Fedora 20 gibt es hier zum Download, das Changelog steht hier, Release Notes hier. Wer bereits eine frühere Version im Einsatz hat, etwa Fedora 19, kann mit Fedup oder den drei folgenden Befehlen auf die neue Variante upgraden:

rpm –import https://fedoraproject.org/static/246110C1.txt
yum update yum
yum –releasever=20 distro-sync

Im ersten Schritt holt er dabei den Key des Fedora-20-Repositories, dann upgraded er den Softwaremanager Yum, und als letztes startet er mit “yum –releasever=20 distro-sync” den Upgrade, der einige Minuten dauern wird. Mehr Details zum Upgrade finden sich im Fedorawiki.

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