Auf der Linuxcon Europe hat die Kernelentwicklerin Sarah Sharp zusammen mit Absolventinnen über das Outreach Program for Women (OPW) des Linux-Kernel-Projekts informiert.
Sechs Praktikantenstellen für Frauen haben Intel und die Linux Foundation in der Kernelentwicklung im Sommer 2013 geschaffen. Im Rahmen des Programms der Gnome Foundation haben sie drei Monate an Linux mitgearbeitet und wurden pro Person mit 5000 US-Dollar plus Reisebudget finanziert.
Das Resümee der vier anwesenden Entwicklerinnen war durchweg positiv. Bei ihren unterschiedlichen technischen Aufgabenstellungen fühlten sie sich durch ihre Mentoren bestens unterstützt und machten positive Erfahrungen mit der Kernel-Community, erzählten die sichtlich begeisterten Teilnehmerinnen.
Tülin ?zer aus Istanbul arbeitete daran, die CPUs von x86-Systemen beim Booten nicht sequentiell, sondern parallel zu starten. Dabei habe sie gelernt, aus der Ferne per Internet an einem Open-Source-Projekt mitzuarbeiten, von den Tools wie Git abgesehen. Xenia Ragiadakou setzte Trace-Events für das Debuggen von USB-Host-Controller-Treibern um, und Elena Ufimtseva arbeitete zusammen mit dem Linux- und dem Xen-Projekt an NUMA-Unterstützung für Gäste des Hypervisors.
Obwohl die Jobchancen für Einsteiger bestens sind, die bereits Code in den Linux-Kernel gebracht haben, möchte die vierte Teilnehmerin in der akademischen Welt bleiben: Laura Mihaela Vasilescu veranstaltet in Rumänien Einführungsseminare in Open-Source-Technologien und will nun ihr Wissen und die Erfahrungen aus dem Praktikum weitergeben. Daneben strebt sie eine Promotion an.
Es gibt zwei Mal jährlich die Möglichkeit, am Outreach Program des Linux-Kernels teilzunehmen: Von Juni bis September und Januar bis April. Sarah Sharp hat ein ein Tutorial veröffentlicht, das Einsteigerinnen vom Herunterladen des Kernels bis zum ersten Patch führt. Der von den OPW-Teilnehmerinnen geschriebene Code mache in Kernel 3.11 übrigens einen merkbaren Anteil aus und übersteige den Beitrag mancher Firmen wie Google, konnte Sarah Sharp auf der Konferenz stolz vermelden.







… und Sarah Sharp kandidiert auch für das Technical Advisory Board