Auf der Linuxcon Europe hat Thomas Richter von IBMs Linux Technology Center erläutert, wie sich Virtual Extensible LAN (VXLAN) im Cloud Computing nutzen lässt.
Das Rechenzentrum sei bereits virtualisiert, doch die VMs der Kunden teilen sich ein Netzwerk, erklärte er zum Einstieg. Mittels Netzwerkvirtualisierung lasse sich demnächst auch der Kundenwunsch nach einem eigenen logischen Netzwerk erfüllen.
Das lässt sich mit dem VXLAN Device Driver erreichen, seit Kernel 3.8 unter Linux verfügbar. Er erhält zusätzlich Unterstützung durch Userspace-Agents, die den Neighbor-Table und die Forwarding-Database manipulieren und sich über einen gemeinsamen Agent Manager steuern lassen.
VXLAN verpackt Netzwerkpakete ähnlich wie VLAN in ein äußeres Paket. So lässt sich eine virtuelle Bridge zwischen Virtualisierungshosts aufbauen, damit virtuelle Maschinen verschiedener Hosts einander erreichen können. Damit lassen sich selbst geografische entfernte Rechenzentren logisch zusammenfassen. Migrationen und Shutdowns von VMs kann das Software-definierte Netzwerk dank Nachrichten von Libvirtd nachverfolgen. Die logischen Netzwerke mehrerer Kunden lassen sich durch unterschiedliche VXLAN-Header trennen. Möchte eine virtuelle Maschine eine externe Verbindung aufbauen, kommt ein Gateway mit “macvtap”-Interface zum Einsatz.
Damit das funktioniert, müssen allerdings alle Zwischenstationen wie Firewall und Virenscanner mit VXLAN umgehen können. Derzeit ist IPv4 unterstützt, an IPv6 arbeiten die Entwickler derzeit. Daneben ist Integration mit Open Stack und Openvswitch geplant. Linux-Kernel und Libvirtd erhält der Anwender als freie Software. Agents und Agent Manager dagegen existieren derzeit nur als IBM-Whitepaper, vermutlich bereitet der Hersteller derzeit ein entsprechendes Produkt vor.




