Auf den Münchner Open-Source-Tagen trafen sich Ende letzter Woche zahlreiche Experten und Anwender aus verschiedenen deutschen Städten und Institutionen zum Erfahrungsaustausch rund um Linux, Open-Source und freie Software. Dabei gab’s lobende Worte vom OB und viel Neues rund um Groupware – und bald gibt’s Linux-CDs von der Stadt für alle.
14 300 Arbeitsplätze werden Ende dieses Jahres umgestellt sein, mindestens, erklärt Münchens OB Ude: “Mein Antrag, sich aus der Abhängigkeit von Microsoft zu befreien und auf Open Source zu setzen, war damals heiß umkämpft, konnte aber mithilfe der Szene durchgesetzt werden.” Als Schirmherr der Münchner Open Source Tage durfte er zahlreiche Experten aus Österreich, der Schweiz, Italien und Deutschland im alten und neuen Rathaus der bayerischen Landeshauptstadt begrüßen. Die hatten sich zu zwei Tagen voller Vorträge über Open-Source-Philosophie, -Technik und -Anwendung im Behördenumfeld getroffen, und Einblicke in ihre Arbeit und Erfahrungen gegeben.
So stellte Thomas Uhl (OSBA) die neuesten Entwicklungen rund um deutsche Cloud-Produkte und -APIs vor, Markus Feilner vom Linux-Magazin präsentierte einen Überblick über Open-Source-Groupware-Produkte. Bei den Recherchen zu dem Vortrag ergaben sich einige Neuigkeiten: Kolab 3.1 soll Carddav- und Caldav-Support bekommen, ein File-Manager-Backend und besseren Support für sehr große Adressbücher. Open Xchange wird weiter an Verbesserungen für Smartphones und Tablets arbeiten, außerdem sollen dieses Jahr noch OX Spreadsheet und OX Presentation fertig werden. Bis dahin werden die OX Documents auch kostenlos bleiben. Und Zarafa spricht vom “erfolgreichsten Jahr seiner Geschichte”, arbeitet verstärkt an der Skalierbarkeit, ist “derzeit stark in Hosting-Projekte eingespannt” und bringt mit der nächstes Jahr erscheinenden Version 7.2 wohl viele Neuheiten rund um die Exchange Web Services.
Doch die vielen neuen Features haben wohl weniger mit der aktuell laufenden Limux-Groupware-Aussschreibung zu tun (Stichwort Mikmak, das Linux-Magazin berichtete). Die betritt gerade Phase Zwei, wo die Produkte mehr im Vordergrund stehen (in Phase 1 eher die Firmen), frühestens bis November sei mit einer Entscheidung zu rechnen, berichten Insider. Derweil vergnügt man sich in München damit, Microsoft das Leben leichter zu machen: Pünktlich zum Ablaufen des Supports von Windows XP im Juni 2014 plant die Stadt, ihren Bürgern kostenlose Ubuntu-DVDs zur Verfügung zu stellen.






