Google und Amazon kämpfen um ihre Klimaziele - wegen KI

(C) unter Verwendung eines Motivs von Andrei Suslov / 123RF.com

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Google und Amazon haben Nachhaltigkeitsberichte vorgelegt. Die Zahlen belegen, dass es beiden zunehmend  schwerfällt, ihre Null-Emission-Ziele zu erreichen.

Googles CO₂-Emissionen sind im Vergleich zum letzten Jahr um 25 Prozent gestiegen, die von Amazon um 16 Prozent. Wenn beide ihre Zusagen, die Emissionen auf null zu drücken, einhalten wollen, sind ernsthafte und potenziell teure Maßnahmen unabdingbar. Der Einfluss der KI wird in beiden Berichten nicht direkt angesprochen, es gibt allerdings zahlreiche Hinweise darauf, dass KI vielfach die Ursache für die CO₂-Belastung ist. Dabei schneiden beide Firmen noch relativ gut ab, wenn es um den Energieeinkauf geht: Jahrelang haben sie erneuerbare Energie erworben. Das aber könnte sich jetzt ändern, investieren doch viele Tech-Firmen, darunter Google, gerade massiv in Gaskraftwerke, um den hohen Energiebedarf der KI zu decken.

Der größte Teil des wachsenden CO₂-Fußabdrucks von Amazon und Google stammt aus sogenannten Scope-3-Emissionen – einer Sammelkategorie, die Umweltbelastungen umfasst, auf die ein Unternehmen keinen direkten Einfluss hat, wie beispielsweise die von ihm eingekauften Waren und Dienstleistungen. Bei Unternehmen wie Amazon und Google umfasst Scope 3 unter anderem den Kauf von GPUs. Google fasst zwei Kategorien von Scope-3-Emissionen zusammen – Investitionsgüter und die Nutzung verkaufter Produkte -, räumt aber ein, dass letztere so gering ist, dass sie keine Rolle spielt. (Die meisten Hardwareprodukte von Google sind kleine Geräte mit geringem Stromverbrauch.) Damit bleiben die Rechenzentren als wahrscheinliche Hauptverursacher übrig. Im vergangenen Jahr stiegen Googles Scope-3-Emissionen um 2,1 Millionen Tonnen, was bedeutet, dass sie sich seit 2019, dem Basisjahr für Googles Leistungsbewertung, verdoppelt haben. Die steigenden Scope-3-Emissionen von Amazon stammen unter anderem aus Investitionsgütern, worunter auch Rechenzentren fallen, die Amazon im letzten Jahr nach eigener Aussage stärker ausgebaut hat, als jedes andere Unternehmen. Problematische Emissionen entstehen auch bei Bau und Ausstattung der Rechenzentren. Sowohl die Stahl- als auch die Zementindustrie verursachen massive Umweltbelastungen; zwar arbeiten Start-ups an kohlenstoffarmen oder gar emissionsfreien Verfahren, doch sind diese noch nicht in der Lage, den von Technologieunternehmen benötigten Bedarf zu decken.

Sehr viel Energie verbraucht auch die Halbleiterfertigung, die Chips für GPUs und Speicher produziert. Außerdem sind viele dabei eingesetzte Chemikalien Treibhausgase. Damit schlägt sich der exzessive Chip-Einkauf sowohl von Google als auch von Amazon in deren Umweltbilanzen nieder.

Noch können beide Unternehmen ihre Klimaziele erreichen, was aber entschlossene Maßnahmen erfordert, wie eine starke Zunahme der Nutzung erneuerbarer Energie, Investitionen in eine klimafreundliche Stahl- und Zementproduktion und den Kauf großer Mengen von CO₂-Zertifikaten. Jedenfalls hat es KI nicht einfacher gemacht, das Null-Emission-Versprechen einzuhalten.

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