Schreib doch mal was über SCO, IBM, Linux-Codezeilen und die amerikanische Justiz, denk ich mir. Das letzte Editorial über dieses Thema ist lange her. Und die “Lindenstraße” unter den gerichtsnotorischen Open-Source-Streitereien gibt immer was her. Die Untersuchungsrichterin Brook Wells hatte ja vor kurzem zwei Drittel von SCOs Anklagepunkten abgeschmettert. Und vor ein paar Tagen brachte wohl ein SCO-Anwalt einen geheimen Einspruch gegen die Voruntersuchung ein. Einzig die Lokalzeitung “The Salt Lake Tribune” gab vor, ein paar Details zu kennen.
Die surfe ich an, um nach entsprechenden Artikeln zu schauen – Originalquellen sind für die Meinungsbildung das A und O. Da poppt auf der Suche-Seite ein Fenster auf (Abbildung 1), auf den ersten Blick ein Hinweis meines Mozilla. Der gibt mir zu verstehen, dass ein Fehler “in der Registerdatenbank” ein “unvorhersehbares oder erratische Verhalten, Fröste” oder “Abbrüche” verursachen könne. Gerade Fröste in meinem Rechner ängstigen mich etwas, jetzt Ende Juli. Drum lese ich weiter und folge der Empfehlung, einen gewissen “ErrorSafe” zu installieren, um meinen “Computer auf freies zu überprüfen”. Solche Prüfung sollte einiges ergeben, denn auf meinem PC läuft außer dem Adobe Reader und einem Flash-Plugin ausschließlich freie Software. Jetzt kommt ein großes Fenster, dessen URL-Zeile [http://de.errorsafe.com/…] den sendenden Host verrät. Zudem erfahre ich, was die Software so alles kann: “Finden und reparieren Sie Fehler in: … Verdorbene Dateien”.
Ich müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein, wenn ich auf Firmenrechnern verdorbene Dateien speichern würde. Aber die nächsten Zeilen klären mich auf: “Repariert gebrochenen Word, Excel-Dokumente … und noch mehr.” Ich mutmaße, dass sich das gebrochenene Word auf die Verschiebung von Microsofts Office-Veröffentlichung bezieht – für mich als Open-Office-Benutzer nicht weiter tragisch. Am Ende wird es existenzialistisch, denn “er findet Daten und Multimedia, die Sie gedacht haben, wurden verloren”. Da müsste ich jetzt länger drüber nachdenken. Das Blöde daran ist, dass alles, was ich denken könnte, bereits verloren ist. Und Errorsafe fände die Gedanken dann trotzdem … Ein Teufelskreis.
Da klicke ich lieber schnell auf den Button bei “Kostenlose Suche nach Ströngen”. Ich finde auch, dass dieser Ströngen jetzt endlich mal (von der dänischen Polizei?) gefasst werden sollte. Das nächste Fenster offenbart die ganze Tragweite: “ErrorSafe wird Ihr System für Fehler jetzt scannen.” Das ist die Strafe von Errorsafe für meine begangenen Fehler. Gerade Protestanten werden verstehen, was gemeint ist.
Während ich noch übers Jüngste Gericht,
muttersprachliches Produktmarketing und die Nützlichkeit von
Javascript-Funktionen nachsinne, gerät mir der Grund meines
Surfens gänzlich aus dem Radar. Doch Halt! Am unteren Ende
sehe ich neben “Endbenutzer Lizenzvertrag” den Link
“Geheimhaltungspolitik”. Der bringt mich zu SCO, Frau
Wells, geheimen Einsprüchen und ins echte Leben zurück.
Doch davon viel






