Aus Linux-Magazin 04/2006

Neuer Studienplatz

Wer umfängliche Linux-Installationen betreibt, tut das wahrscheinlich nicht primär wegen der sozialen Ziele freier Software. Hier stehen die harten Fakten im Vordergrund: Anbieterwahlfreiheit, Investitionssicherheit durch offene Quellen, durchsichtige Administration, Lizenzkosten, gute Performance. Aus die Maus.

Im freien Spiel der Marktkräfte sehen die Anbieter proprietärer Lösungen diesem Treiben natürlich nicht tatenlos zu. Sie versuchen im Gegenzug ihren Kunden – und auch den Linux-Anwendern – die Vorteile der eigenen Lösung plausibel und damit schmackhaft zu machen. Das sollte man nicht persönlich nehmen, denn Konkurrenz belebt das Geschäft (für jeden).

Studien sind immer gern abgefeuerte Waffen aus den IT-Überzeugungsarsenalen aller Teilnehmer. Auffällig oft am Abzug: Microsoft. Deren dickstes Kaliber sind aktuell die so genannten TCO-Studien. Die sagen im Kern, dass unter Berücksichtigung von Gehältern, Training und Support die Linux-Lösungen immer ein Tickchen teurer seien als die Produkt-Setups aus dem eigenen Hause. Hauptgrund wären die höheren Systemmanagement-Kosten.

Nun flattert eine neue Studie ins Haus: “Linux Management im Fokus”. Der Titel legt nahe, dass diesmal die Linux-Fraktion das Streichholz an die Lunte gehalten hat. (Tatsächlich ist unter anderen auch das OSDL Auftraggeber.) Der Bericht fußt auf einer intensiven Marktbefragung von mehr als 200 Unternehmen. Dabei waren solche mit weniger als 20 Servern genauso vertreten wie Rechenzentren mit mehr als 1000 Geräten. Das analysierende US-amerikanische Unternehmen Enterprise Management Asscociates hat dabei ermittelt, dass die meisten Unternehmen ihre Linux-Umgebung wesentlich kostengünstiger und verlässlicher managen als bisher angenommen.

So managen Linux-Administratoren durchschnittlich mehr Server
als ihre Windows-Kollegen – und die meisten benötigen
keine fünf Minuten pro Server und Woche für das
Patchmanagement. 75 Prozent der Administratoren stellen
Linux-Systeme in weniger als einer Stunde bereit (Provisioning),
ein Drittel sogar in weniger als 30 Minuten. 88 Prozent der
Unternehmen, die Linux und Windows einsetzen, gaben an, der
Gesamtaufwand für Management und Support für L

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