Man weiß kaum etwas über Petrus’ Nachfolger als Oberhaupt aller Christen. Er regierte elf, vielleicht 15 Jahre – die Kirchenhistoriker sind sich nicht ganz schlüssig – und er hieß Linus. Manche behaupten, er wäre den Märtyrertod gestorben. Wahrscheinlich aber nicht, denn um das Jahr 80 nach Christi gab es kaum Christenverfolgungen. Insofern hatte er sich vielleicht auch den falschen Namen gegeben: Linus kommt aus dem Griechischen und bedeutet “der Klagende”.
500 Jahre später bestieg Benedikt I. den Stuhl Petri. Sein Pontifikat fiel in eine Zeit der Prüfungen für Nord- und Mittelitalien. Wenige Jahre zuvor hatten die Langobarden unter König Alboin die Gegend unter ihre Herrschaft gezwungen. Das mag einer der Gründe gewesen sein, warum vor Benedikts Wahl zehn Monate lang das Amt sedisvakant war.
Was die Eltern von Linus Benedict Torvalds bewogen hat, ihrem Sprössling diese Vornamen mit auf den Weg zu geben, ist Sache der Familie. Aber ein schweres Erbe ist’s allemal. Das bestätigt sich dieser Tage – wo sonst? – bei der Entwicklung des Linux-Kernels. Linus Torvalds I. schasste zur großen Überraschung aller das mit einer proprietären Lizenz ausgestattete Softwareversions-Management (siehe auch News auf den Seiten 17 und 21). Im Prinzip ist Bitkeeper der stark frequentierte Umschlagplatz für den Quellcode.
Das Pikante: Der Hirte des Kernels selbst hatte 2002 gegen erhebliche Widerstände Bitkeeper als System durchgesetzt. So verlautete der Leiter der freien Software-Glaubenskongregation Richard Stallman, angesichts dieses Teufelwerks würde der Kernel ein teilweise unfreies Projekt. Später geriet Linus wegen Bitkeeper mit Samba-Entwickler Andrew Tridgell aneinander.
Nun jedenfalls hat er einen (vorläufigen) Schlussstrich gezogen. In Teilen löffelt er die eingebrockte Suppe auch selber wieder aus, indem er andere Systeme evaluiert und auch an einem System programmiert. Eine Frage aber bleibt: Was ist mit seiner Unfehlbarkeit?
Denn nach katholischer Lehre ist der amtierende Papst als
Stellvertreter Christi auf Erden unfehlbar. Was von Kritikern
jedoch gern vergessen wird: Er ist es nur in Glaubens- und
Sittenfragen. Andererseits ist freie Software auch eine Glaubens-
und Sittenfrage. Entlastung bri





