Aus Linux-Magazin 09/2012

Bücher zu C++11 sowie zu KVM

Die Bücherseite widmet sich einem C++11-Buch für Umsteiger. Der zweite Titel vermittelt einen Einstieg in den Betrieb virtueller Maschinen mit KVM.

Linux-Magazin-Leser wissen: Unter der Bezeichnung C++11 erschien Ende 2011 eine überarbeitete und erweiterte Fassung der Programmiersprache C++. Torsten T. Will stellt in seinem Buch “C++11 programmieren” alle wichtigen Neuerungen vor und liefert Tipps für ihren Praxiseinsatz.

Syntax und Bibliothek

Das Buch beschränkt sich nicht auf die reformierte Syntax, sondern kümmert sich auch um die Änderungen in der Standardbibliothek. Jeder Neuerung widmet der Autor ein eigenes Kapitel. Dabei geht er stets gleich vor: Zunächst gibt er einen kleinen Überblick über das betreffende Sprachelement. Anschließend nennt er die Gründe für dessen Einführung, liefert Beispielcode, weist auf problematische Konstrukte hin und erläutert, wie der Leser die Neuerung sinnvoll in eigenen Programmen einsetzt.

Den Abschluss bildet stets eine Faustregel, das “Mantra”, das sich der Leser gut merken möge. Durch diese pfiffige Kapitelstruktur kann man das Buch entweder als Einführung von vorne bis hinten lesen oder sich genau die Elemente herauspicken, die man im Alltag benötigt.

In den Beispielen nutzt Will von Anfang an alle Neuerungen aus C++11 – auch wenn er sie erst später vorstellt. Das soll den Umgang mit den Neuerungen schulen. Der Autor setzt zudem das komplette Wissen um den alten C++-Standard voraus und geht in seinen Ausführungen mitunter recht weit in die Tiefe.

Anders als auf dem Einband suggeriert, richtet sich das Buch somit nicht an Umsteiger von anderen Sprachen – die sind bei einem Titel für C++-Anfänger besser aufgehoben. Auch wer nur gelegentlich in der Sprache programmiert, steht häufiger wie der Ochs vorm Berg. In diesem Fall sollte man zunächst alle Einleitungen zu den einzelnen Kapitel anlesen und sich erst danach vom Anfang an durch die Kapitel fräsen.

C++-Profis hingegen finden in dem Buch von Torsten T. Will einen schnellen Überblick über alle relevanten Neuerungen und Dank der zahlreichen Praxistipps auch ein wertvolles Nachschlagewerk für ihren Programmieralltag.

Info

Torsten T. Will:

C++11 programmieren

Galileo Computing, 2012

410 Seiten

30 Euro

ISBN: 978-3-8362-1732-3

KVM-Virtualisierung

Die Virtualisierungstechnologie KVM ist schon seit Kernel 2.6.20 integraler Bestandteil von Linux. Mit einiger Verzögerung sind nun auch deutschsprachige Bücher zum Thema erhältlich. Zu den Neuerscheinungen gehört “KVM Best Practices”, das vier Mitarbeiter der Firma B1 Systems verfasst haben.

Das Buch bietet eine Einführung in den Bereich Virtualisierung, im zweiten Kapitel geht es mit KVM selbst los. Dabei legen die Autoren Ubuntu sowie die Enterprise-Distributionen von Red Hat und Suse zugrunde, womit die wichtigsten Linux-Varianten abgedeckt sind. Der Text ist weitgehend allgemein gehalten, sodass eine Übertragung auf andere Linuxe leicht fällt. Die B1-Mitarbeiter erläutern zunächst die Installation von KVM und der wichtigsten Verwaltungswerkzeuge. Die weiteren Kapitel behandeln Netzwerk, Datenspeicherung, Backup, Migration und Hochverfügbarkeit.

Durch die Komplexität des Themas bleibt es nicht aus, dass der Leser nicht alles Wissen an einer einzigen Textstelle finden kann. Die Verfasser stellen in diesem Fall eine kurze Erklärung bereit und verweisen geschickt auf andere Abschnitte, die mehr Details bieten.

Ein ganzes Kapitel ist der Installation des Gastbetriebssystems gewidmet. Die Themen PXE-, NFS- und I-SCSI-Boot sind allerdings nicht KVM-spezifisch und gelten ebenso für andere Virtualisierungslösungen und physikalische Server. Ein Verweis auf die vorhandene Literatur hätte gereicht.

Den gewonnenen Platz hätten die Autoren SPICE (Simple Protocol for Independent Computing Environments) oder Open V-Switch widmen können, die im KVM-Umfeld an Bedeutung gewinnen. Der Rezensent selbst hat gemischte Erfahrungen mit den einzelnen Migrationstools gemacht und hätte sich entsprechende Warnhinweise an den Leser gewünscht. Diese Lücken trüben etwas den Eindruck des Buches. Zusatzrecherchen des Lesers im WWW sind nahezu unvermeidlich. Dennoch erhält der Käufer ein kompaktes Werk, das einen hinreichenden Einstieg in die KVM-Welt bietet. (mhu)

Info

Chr. Arnold, M. Rode, J. Sperling, A. Steil:

KVM Best Practices

Dpunkt, 2012

300 Seiten

37 Euro

ISBN: 978-3-89864-737-3

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