Ob für Flugpläne, Wetterprognosen oder einfache Briefe: Drucker sind kurioserweise an Flughäfen zahlreicher als Flugzeuge. Diesmal jetteten die Tester des Linux-Magazins zum Flughafen München, um bei 13 Geräten zu untersuchen, ob sie auf der Langstrecke mithalten können.
Wenn Unternehmen Drucker oder Multifunktionsgeräte anschaffen, achten sie auf ganz andere Kriterien als kleine Büros oder Privatpersonen. Die Geräte müssen nicht nur dauerhaft wirtschaftlich arbeiten, sondern besonders leicht bedien- und wartbar sein, um Support-Anfragen zu minimieren. Der Kaufpreis allein, die Garantiedauer und die Druckqualität von Urlaubsfotos spielen kaum eine Rolle.
Natürlich schafft es auch ein hochmoderner Betrieb wie der Flughafen München nicht, das Papier als Informationsträger zu verbannen, trotz hunderter Displays und mobiler Computer. Die Anforderungen an Drucker und Multifunktionsgeräte unterscheiden sich kaum von denen anderer Unternehmen, Druckkosten, Qualität, Bedienung und Wartung sind die wesentlichen Punkte, die die IT-Abteilung des Münchner Flughafens anlässlich einer großen Beschaffung zusammen mit dem Linux-Magazin untersuchte.
Insgesamt nahmen 13 Drucker und Multifunktionsgeräte von den Herstellern HP, Lexmark, Konica-Minolta, Kyocera und Oki am Test teil, die Kriterien für die Auswahl der Geräte sind im Kasten “So haben wir getestet” beschrieben. Außerdem durfte das Linux-Magazin einen Blick auf Kyoceras neuesten Multifunktionskopierer KM-5050 werfen, die Eindrücke sind im Kasten “Kyoceras Multifunktionskopierer” beschrieben.
Das Testfeld gliedert sich in drei Gruppen: Multifunktionsgeräte für einzelne Arbeitsplätze und kleine Gruppen, Abteilungsdrucker in Schwarz-Weiß und Farbe sowie A3-Multifunktionskopierer.
Amerikanische Verhältnisse
Ein so aufwändiger Test fördert immer auch skurrile Details zu Tage: Während die meisten Hersteller ihre Geräte so fertigen, dass sie weltweit verkauft und eingesetzt werden können, scheint sich Lexmark auf Amerika spezialisiert zu haben. Das zeigt sich am deutlichsten an den Papierkassetten aller Lexmark-Drucker: Obwohl der Hersteller 500-Blatt-Kassetten bewirbt, passen partout keine 500 Blatt des in Deutschland üblichen 80-Gramm-Papiers hinein, sondern nur 470 bis 480. Der Grund dafür ist, dass die Papierfächer für 500 Blatt des amerikanischen Letter-Papiers gebaut sind, das dünner ist. Somit bleiben in Deutschland von jedem 500-Blatt-Paket 20 bis 30 Seiten neben dem Drucker liegen oder werden weggeworfen.
Spezialpapier für Lexmark
Auf das Problem der falschen Angaben in den Datenblättern und Produktspezifikationen angesprochen, empfahl Lexmark, doch einfach 75-Gramm-Papier zu verwenden, dann würden wie angegeben auch 500 Blatt in die Papierkassette passen. So kann die Firma vielleicht das Problem mit dem beworbenen und dem tatsächlichen Fassungsvermögen umgehen, eine praxistaugliche Lösung ist dies jedoch nicht – solche Papiere sind selten und kosten bis zu 20 Prozent mehr als herkömmliches Kopierpapier.
Ein weiteres Problem aller getesteten Lexmark-Drucker ist, dass die Papierfächer über keine Füllstandsanzeige verfügen und die Drucker erst sehr spät, bei 25 bis 27 Seiten, vor einem nahezu leeren Papierfach warnen. Wer größere Druckaufträge plant, muss also erst das Papierfach öffnen und nachsehen statt im Vorbeigehen den aktuellen Füllstand abzulesen.
Ebenfalls eine Lexmark-Familienkrankheit ist das Problem der automatischen Erkennung von Binär-Postscript-Dateien: Ab Werk sind die Drucker so eingestellt, dass sie binäre Postscript-Dateien automatisch erkennen sollten. Damit druckten sämtliche Lexmark-Geräte statt des Bianca-Testfotos jedoch hunderte Seiten Zeichenmüll. Erst wenn die Binär-PS-Unterstützung im Konfigurationsmenü permanent aktiviert ist, erkennt der Drucker die Postscript-Dateien automatisch und druckt sie richtig aus.
Lexmark ist andererseit einer der wenigen Hersteller, die für ihre Produkte Linux-Druckertreiber oder Verwaltungsprogramme anbieten. Das Lexmark-Verwaltungsprogramm, das für alle aktuellen Linux-Distributionen geeignet ist, bot im Test jedoch keine Vorteile zu Cups und »kprinter«, die Druckergebnisse unterschieden sich nicht.
Verdeckte Kosten
Bei der routinemäßigen Abfrage der Verbrauchskosten stießen die Tester bei Konica-Minolta auf unerwartet heftigen Widerstand: Nicht nur, dass das Unternehmen die Pay-per-Page-Preise auf keinen Fall veröffentlicht wissen will, selbst die Informationen, wann und welche Verbrauchsmaterialien ein Drucker benötigt und was diese kosten, scheint ein Betriebsgeheimnis zu sein. Bei Lexmark, HP, Kyocera und Oki stehen diese Angaben fein säuberlich in den Handbüchern der Drucker.
Selbst wer rausbekommt, dass der Farbkopierer Bizhub C250 neben Schwarz- und Farbtoner auch regelmäßig vier Bildtrommeln, Fixierer-Einheit, Transfer-Kit und Resttonerbehälter benötigt, findet in den Katalogen der meisten Büromaterialversender keine Preise. Selbst eine Anfrage bei der Konica-Minolta-Niederlassung im bayerischen Feldkirchen blieb ergebnislos – eine offizielle Preisliste gebe es nicht. Schließlich erreichte die Redaktion ein Angebot der Firma A&P Office Systems aus Landshut, diese Preise bilden die Grundlage für die Verbrauchskostenermittlung in Tabelle 1, wobei berücksichtigt ist, dass die Reichweitenangaben der Hersteller oft sehr optimistisch sind.
Anders Kyocera: Der Partner Fischer Bürotechnik aus Grasbrunn bei München nannte uns anstandslos die gewünschten Pay-per-Page-Preise für die Kyocera-Drucker, als Rahmenbedingungen gab die Redaktion nicht subventionierte Geräte bei 2000 Seiten pro Monat inklusive Vor-Ort-Service, Wartung und aller Verbrauchsmaterialien vor. Um besser vergleichen zu können, sind die Werte in Tabelle 1 ebenso berechnet wie bei den Konica-Minolta-Geräte.
HP Laserjet 3392
Das Multifunktionsgerät (Abbildung 1) eignet sich aufgrund seiner geringen Abmessungen gut für einzelne Arbeitsplätze, große Druckaufträge sind jedoch problematisch, da es keinen Papiersensor im Ausgabefach gibt, der den HP 3392 anhält, bevor sich das Papier über den Boden verteilt.

Abbildung 1: Der HP Laserjet 3392 ist ein schneller Multifunktionsdrucker, der jedoch deutliche Schwächen bei der Grafikausgabe zeigt und die höchsten Druckkosten aller Multifunktionsgeräte erzielt.
Der Fotodruck bereitete dem HP 3392 keine Probleme, ganz im Gegensatz zur Konkurrenz von Konica-Minolta und Kyocera, die in dieser Disziplin gar kein Ergebnis vorzuweisen hatten. Beim Grafik-Test mit seinen Farbverläufen jedoch patzte die Render-Einheit des Laserjet 3392, an Stelle der Verläufe gab es nur wenige harte Graustufen.
Die von HP mitgelieferte PPD-Datei enthält etliche unsinnige Einträge. So lässt sich die Option »Manuellen beidseitigen Druck zulassen« auf »HelpIndex_15302« stellen. Offenbar handelt es sich um Überreste aus der Hilfe-Funktion des Windows-Druckertreibers, eine saubere PPD-Datei gab es bis Testbeginn nicht. Trotzdem funktionierten die Schachtansteuerung und auch der Duplex-Druck einwandfrei.
Insgesamt hinterlässt der HP Laserjet 3392 einen zufrieden stellenden Eindruck, es handelt sich um ein leises, schnelles und gut bedienbares Gerät, dessen Druckkosten allerdings die höchsten in dieser Kategorie sind.

Abbildung 2: Mit Geschwindigkeiten von gut 20 Seiten pro Minute bei Office-Dokumenten und geringen Druckkosten eignet sich HPs Laserjet 4345mfp auch für größere Arbeitsgruppen.
HP Laserjet 4345mfp
Der Laserjet 4345 ist für Arbeitsgruppen ausgelegt und sollte aufgrund des unangenehmen Betriebsgeräuschs besser auf dem Flur stehen. Beim Grafik- und Fotodruck unterliegt der HP Laserjet seinem Konkurrenten Lexmark X646e klar, die Farbverläufe sind fleckig, das Foto ist flau. In der für den Firmeneinsatz wichtigen Disziplin Office-Druck lieferte der Laserjet 4345 aber von allen Multifunktionsgeräten das beste Ergebnis.
Die PPD-Datei des Laserjet 4345 war einwandfrei, selbst Sonderfunktionen wie Wasserzeichen und PIN-geschützte Ausdrucke funktionierten einwandfrei. Eine Kuriosität: Es war nicht möglich, einen einzelnen Grauert-Brief auszudrucken, der HP 4345 lieferte stets zwei Exemplare. Dieses Phänomen trat nur bei einseitigen Briefen auf, zwei oder dreiseitige Dokumente druckte das Gerät genau wie erwartet. Der mit dem Problem konfrontierte Service-Techniker probierte verschiedene Einstellungen aus, konnte es jedoch nicht lösen.
Das streifige, schlecht ablesbare LC-Display sowie das unangenehme Betriebsgeräusch sind die Gründe für die schlechte Bewertung bei der Handhabung, im direkten Vergleich mit Lexmarks X646e hat der HP Laserjet 4345mfp insgesamt jedoch knapp die Nase vorn.
Lexmark X646e
Der Lexmark X646e besticht in der Handhabung mit seinem 5 Zoll großen TFT-Display mit eingebautem Touchscreen (Abbildung 4). Selbst bei Tageslicht gab es keine Probleme, den Bildschirm abzulesen, zudem ist die Bedienung sehr übersichtlich gestaltet. Der schwierige Tonerwechsel macht diesen Vorteil jedoch wieder zunichte.

Abbildung 4: Der Lexmark X646e glänzte mit einem hoch auflösenden TFT-Display, zudem ist die Bedienung sehr einfach. Bei den Verbrauchsangaben ist der Hersteller jedoch viel zu optimistisch.
Die Druckqualität litt in allen Disziplinen unter einem relativ ungleichmäßigen Tonerauftrag. Dieses Problem löste Lexmark nach dem Test mit dem Austausch der Tonerkartusche durch eine mit der gleichen Teilenummer X644X11E, aber neuerem Produktionsdatum, die kaum noch Streifen oder Bereiche mit zu hohem Tonerauftrag verursachte. Während Office-Dokumente tendenziell zu dunkel ausgefallen, gab es am Grafik-Test und dem Foto kaum Beanstandungen. Insbesondere die Farbverläufe rechnete die Render Engine des X646e gut in Graustufen um.
Zusammen mit den deutlich höheren Druckkosten – die für 32000 Seiten kalkulierte Tonerkartusche reichte bei der Verbrauchsmessung gerade mal für 23000 Seiten – schneidet der Konkurrent HP Laserjet 4345mfp knapp besser ab.
Konica-Minolta Bizhub 130f
Das Business-Multifunktionsgerät von Konica-Minolta (Abbildung 5) enttäuschte auf ganzer Linie: Qualität, Ausstattung und Druckgeschwindigkeit sind mangelhaft. Noch schlechtere Noten kann das Bewertungsschema des Linux-Magazins gar nicht errechnen.

Abbildung 5: Das Multifunktionsgerät Bizhub 130f von Konica-Minolta war in allen Testdisziplinen das Schlusslicht und eignet sich daher nicht für den anspruchsvollen Firmeneinsatz.
In der Grundausstattung ist der Bizhub 130f ein reiner GDI-Drucker, der sich nicht mit Linux verwenden lässt. Der optionale Netzwerkadapter, der zusätzlich ein PCL-Interface mitbringt, beherrschte jedoch weder DHCP noch Bootp, wie der Hersteller auf Nachfrage bestätigte. Dies disqualifiziert den Bizhub 130f für jedes größere Netzwerk.
Aufgrund der geringen Speicherausstattung war der Bizhub 130f mit größeren Dokumenten wie dem Grafik-Test oder dem Foto völlig überfordert: Während das Fotomodel Bianca überhaupt nicht zu Papier kam, druckte der Bizhub 130f den Grafik-Test immerhin zur Hälfte. Das passiert auch bei umfangreichen Office-Dokumenten mit vielen Grafiken, wenn der Speicher nicht zum Rendern einer Seite ausreicht.
Kyocera FS-1118MFP
Das grafische LC-Display des FS-1118FMP flimmert beim Drucken sehr stark und ist trotz Beleuchtung nur schlecht ablesbar. Dafür punktet das Gerät bei der Handhabung, etwa der Beseitigung von Papierstaus und beim Tonerwechsel.
Die Druckqualität ist insgesamt nur zufrieden stellend, da der gute Grafik-Ausdruck nicht so schwer wiegt wie das nur durchschnittliche Office-Dokument. An dem Foto bissen sich der FS-1118 und ein herbeigeeilter Servicetechniker des Herstellers jedoch die Zähne aus, der Drucker brachte Bianca einfach nicht zu Papier. Das führte zu einer Abwertung in der Ausstattungs-Note.
Bei der Druckgeschwindigkeit kommt Kyoceras FS-1118 nicht an den Konkurrenten HP Laserjet 3392 heran, dafür ist seine Druckqualität besser, beide Geräte sind damit praktisch gleich gut. Die Druckkosten aus Tabelle 1 ergeben sich aus der vom Hersteller angegebenen Reichweite des Toners und dem Preis der Kartusche. Im Pay-per-Page-Modell, das alle Wartungsarbeiten sowie Verbrauchsmaterialien einschließt, ist die Druckseite mit 2,5 Cent deutlich teurer.

Abbildung 6: Die gute Druckqualität und die niedrigen Verbrauchskosten machen Kyoceras Modell FS-1118MFP zu einem ebenbürtigen Konkurrenten des HP Laserjet 3392.
Lexmark C524n
Die Handhabung des Lexmark (Abbildung 7) ist schwierig: Schon das fünfzeilige, beleuchtete LC-Display ist nicht besonders gut ablesbar, auf ein TFT-Display wie bei den Modellen X646e und X850 verzichtet der Hersteller.

Abbildung 7: Die Handhabung des Farblaserdruckers Lexmark C524n ist Anwendern kaum zuzumuten, schon beim einfachen Tonerwechsel besteht die Gefahr, das Transportband zu beschädigen.
Der Tonerwechsel ist beim C524n sehr kompliziert: Lexmark hat die vier Kassetten übereinander angeordnet, das Transportband rotiert vertikal direkt hinter der Gerätefront. Das führte in der Praxis dazu, dass die Tester beim Austausch der untersten Tonerkassette immer wieder mit dem empfindlichen Transportband in Berührung kamen, weshalb diese Aufgabe in Unternehmen besser der IT-Service übernehmen sollte.
Das Testgerät besitzt zwar eine zweite Papierkassette, diese ließ sich jedoch weder mit Lexmarks Druckerverwaltungsprogramm noch mit der Lexmark-PPD und Cups 1.1 ansprechen. Der Drucker ignorierte beharrlich sämtliche Versuche, aus dem zweiten Schacht zu drucken, außer dieser wurde in der Druckerkonfiguration als Standardschacht definiert. Der Duplex-Druck hingegen funktionierte einwandfrei.
Die Druckergebnisse waren durchweg gut, allerdings etwas dunkel, an den Farbverläufen gab es sonst nichts auszusetzen. Auch das Office-Dokument druckte der C524n einwandfrei. Mit der schlechten Handhabung und dem schlecht ablesbaren Display reicht es aber nur zur Gesamtnote befriedigend.
Lexmark T644n
Der T644n (Abbildung 8) ist der einzige Schwarz-Weiß-Abteilungsdrucker im Testfeld und der kleine Bruder des X646e. Beide Geräte verwenden das gleiche Druckwerk, entsprechend hatte auch der T644n die gleichen Probleme mit dem ungleichmäßigen Tonerauftrag wie sein großer Bruder. Auch die angegebenen 32000 Seiten pro Tonerkartusche erreichte der T644n im Verbrauchstest nicht, er kam wie der X646n auf nur knapp 23000 Seiten.

Abbildung 8: Der Lexmark T644n ist ein schneller Schwarz-Weiß-Laserdrucker, er offenbart beim Ausdruck von Office-Dokumenten jedoch Schwächen und druckt insgesamt zu dunkel.
Bei der Druckqualität gibt es kaum Unterschiede zwischen dem T644n und dem X646e, das Office-Dokument geriet dem T644 allerdings ein wenig zu dunkel, weshalb sich die rote Schrift auf grauem Grund nicht gut erkennen ließ. Der Ausdruck des X646e ist in diesem Bereich etwas besser.
Kyocera FS-C5030N
Die Druckqualität des Kyocera FS-C5030N (Abbildung 9) kann sich nicht mit der des Oki C5900dn messen, die Testausdrucke waren alle leicht rotstichig. Dafür glänzte der FS-C5030N mit einer guten Handhabung und einem Papierfach für 500 Blatt, das des Oki-Druckers fasst lediglich 250. Im Gesamtergebnis liegen die beiden Drucker dann wieder gleichauf.

Abbildung 9: Kyoceras Farblaserdrucker FS-C5030N brachte die Testdokumente zwar mit einem leichten Rotstich zu Papier, liegt aber insgesamt gleichauf mit Okis C5900dn.
Die Verbrauchskosten in Tabelle 1 sind anhand der vom Hersteller angegebenen Seitenleistung ermittelt. In Kenntnis der Testergebnisse des Vorgängermodells aus [1], das mit dem gleichen Druckwerk arbeitet, dürften die tatsächlichen Druckkosten bei Schwarz um ungefähr 0,6 und bei Farbe um 4 Cent pro Seite niedriger sein als in der Tabelle angegeben.
Oki C5900dn
Die Qualität der Ausdrucke des Oki C5900dn war beispielgebend für alle Farblaserdrucker im Test, auch die Geschwindigkeit war die höchste im Testfeld, in beiden Disziplinen lautete die Note folglich “sehr gut”.
Durch die magere Ausstattung des C5900 (Abbildung 10) mit einem 250-Blatt-Fach und die Verschmutzungen mit Toner, die während des Tests auftraten, konnte der C5900dn aber seinen Konkurrenten von Kyocera nicht überflügeln.

Abbildung 10: Der Oki C5900dn punktete mit den besten Ausdrucken und der höchsten Geschwindigkeit aller getesteten Farblaserdrucker. In der Handhabung konnte er jedoch nicht ganz überzeugen.
Nach Ende des Tests lieferte Oki noch das Java-basierte Verwaltungsprogramm Print Supervision ME nach, mit dem sich mehrere Oki-Drucker im Netzwerk per Browser überwachen lassen.
HP Laserjet 9040mfp
Bei der Druckqualität des HP Laserjet 9040mfp (Abbildung 11) gab es nur zu bemängeln, dass die Ausdrucke im Vergleich zu Lexmarks X850e etliche Streifen zeigten. Die Handhabung des A3-Multifunktionskopierers leidet zudem unter dem schlecht ablesbaren und streifigen LC-Display, Lexmark hingegen verwendet ein großes Farb-TFT und punktete damit in der Ausstattung.

Abbildung 11: Mit guter Druckqualität und den niedrigsten Druckkosten machte der HP Laserjet 9040mfp einen guten Gesamteindruck, der allerdings durch das streifige LC-Display getrübt wurde.
Die Optionen des Finishers wie Heften und Lochen sowie die Schachtsteuerung und PIN-geschützte Ausdrucke ließen sich mit »kprinter« unter Linux problemlos verwenden, die PPD-Datei des HP 9040 ist im Gegensatz zu der des HP Laserjet 3392 einwandfrei.
Ein Problem des Laserjet 9040mfp ist die auffällig lange Aufwärmphase, nach dem Einschalten vergehen über fünf Minuten, bis der erste Ausdruck beginnt – länger als jedes andere Testgerät. Dies macht HP jedoch mit den niedrigsten Druckkosten im Test wett, Lexmarks X850e ist um mehr als die Hälfte teurer. Damit empfiehlt sich der 9040 für Unternehmen mit großem Druckvolumen, er ist insgesamt ein ebenbürtiger Konkurrent zu Lexmarks X850e.
Lexmark X850e
Dessen Glanzlicht ist die besonders einfache Bedienung über das fünf Zoll große TFT-Display mit dem integrierten Touchscreen (Abbildung 13). Auch die Menüstruktur ist übersichtlich und nicht unnötig kompliziert – hier musste die Note “sehr gut” lauten.

Abbildung 13: Über das große TFT-Display ist Lexmarks X850e besonders einfach zu bedienen. Der Hersteller gibt beim Toner jedoch zu hohe Seitenzahlen an, die in der Praxis nicht ereichbar sind.
Größtes Manko des Lexmark X850e sind die hohen Druckkosten: Lexmark gibt für die größte Tonerkartusche eine Reichweite von 30000 Seiten in DIN A4 an, die der Multifunktionskopierer im Test jedoch weit verfehlte: Nach nicht einmal 25000 Seiten war die Kartusche leer. Zudem kosten Toner und Bildtrommel mehr als beim direkten Konkurrenten HP Laserjet 9040mfp.
Durch die hohen Verbrauchskosten, bei Multifunktionskopierern dieser Größenordnung das wichtigste Kriterium, verspielt der X850e seinen Vorsprung vor HPs Laserjet 9040mfp. Für Unternehmen mit hohem Druckaufkommen lohnt sich der X850e nicht.
Konica-Minolta Bizhub C250
Bei der Druckqualität markiert Konica-Minoltas Bizhub C250 (Abbildung 14) die einsame Spitze, keiner der Farblaserdrucker bringt die Fotos und Grafiken so gut zu Papier. Sein Manko sind die hohen Kosten für Verbrauchsmaterialien, allein ein Satz Farb-Bildtrommeln kostet knapp 1900 Euro und hält gerade mal für 45000 Seiten, die schwarze Bildtrommel mit einer Laufleistung von 70000 Seiten kostet weitere 150 Euro.

Abbildung 14: Der Konica-Minolta Bizhub C250 war der einzige A3-Farbkopierer im Test und lieferte die besten Ausdrucke – allerdings kosten die Verbrauchsmaterialien ein Vermögen.
Beim streifigen LC-Display ließ sich der Kontrast nur schwer einstellen. Die Bedienung erfolgt je nach Situation über den Touchscreen und über den Zehnerblock rechts daneben, wobei die Tasten wie bei einem Telefon zusätzlich mit Buchstaben beschriftet sind. Auf Nachfrage konnte Konica-Minolta kein Menü benennen, in dem sich die Buchstabentasten überhaupt einsetzen ließen – die Tester mussten stets die Bildschirmtastatur verwenden.
Das Auffüllen des automatischen Hefters war ebenfalls sehr umständlich, er lässt sich nur bei ausgezogenem Finisher mit argen Verrenkungen erreichen. Zusammen mit dem umständlichen Auffüllen des automatischen Hefters reicht es bei der Handhabung nur noch zur Note “befriedigend”.
Insgesamt ist der Konica-Minolta Bizhub C250 ein exzellenter Farbkopierer, die etwas komplizierte Handhabung und die hohen Kosten für Verbrauchsmaterialien lassen das Gerät jedoch hinter HP und Lexmark zurückfallen.
Konica-Minolta Bizhub 350
Der Bizhub 350 (Abbildung 15) ist mit gemessenen 30 Seiten pro Minute im Office-Druck der langsamste der drei Schwarz-Weiß-Kopierer. Die Druckqualität ist generell gut, Grafiken und Fotos druckt der Bizhub 350 allerdings deutlich zu dunkel. Nur die sehr starke Gewichtung des Office-Dokuments bewahrte den Bizhub 350 vor der Note “befriedigend” bei der Druckqualität. Die Kosten sind im Gegensatz zum farbigen C250 moderat.

Abbildung 15: Grafiken und Fotos druckte Konica-Minoltas Bizhub 350 deutlich zu dunkel, auch beim Office-Dokument waren einige Absätze nicht zu entziffern.
Die Bedienung der beiden Brüder ist fast identisch, sodass die Kritikpunkte am C250 auch auf das Modell 350 zutreffen. Der HP Laserjet 9040mfp und Lexmarks X850e liefern bessere Gesamtergebnisse.
Fazit
Einen Sieger aller Klassen gibt es nicht, zu unterschiedlich sind die Anforderungen an Multifunktionsgeräte für einzelne Arbeitsplätze, Kopierer für ganze Abteilungen oder Farblaserdrucker. Generell fielen HP und Kyocera aber durch vergleichsweise günstige Verbrauchskosten auf, während Lexmark zumindest bei den drei Schwarz-Weiß-Geräten mit übertriebenen Reichweitenangaben blufft. Prüft man die Verbrauchskosten in einem Praxistest, zeigt sich, dass die Drucker tatsächlich 40 bis 50 Prozent teurer sind als der Hersteller angibt – eine böse Überraschung für Betriebe mit hohem Druckaufkommen.
Das Schlusslicht des Tests lässt sich im Gegensatz zu einem Spitzenreiter dafür ganz klar benennen: Der Konica-Minolta Bizhub 130f ist für den Unternehmenseinsatz schlicht ungeeignet. Ein Multifunktionsgerät, dass größere Druckaufträge entweder gänzlich verschluckt oder nur halbe Seiten liefert, weil der Speicher nicht ausreicht, die übrigen Dokumente nur sehr gemächlich ausdruckt und nicht einmal eine IP-Adresse per DHCP oder Bootp beziehen kann, gehört nicht in ein Firmennetzwerk, selbst wenn der Hersteller dies durch die Namensgebung suggeriert.
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Der Drucker als |
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Drucker und Digitalkopierer sind für Angreifer eines Netzwerks lohnenswerte Ziele: Sie werden nur selten ausgeschaltet und die meisten Netzwerkadministratoren haben sie nicht auf dem Sicherheitsradar. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Admin praktisch keinen Einfluss auf die Firmware des Druckers hat und auch die meisten Firmware-Interna, etwa welche SSL-Bibliotheken oder Server-Routinen für das Webinterface zum Einsatz kommen, nirgends dokumentiert sind. Fehlende Security-UpdatesHinzu kommt, dass bis heute kein namhafter Hersteller Sicherheitsupdates für seine Drucker anbietet oder auch nur über bestehende Lücken informiert – sofern er überhaupt Updates anbietet, dienen sie nur der Produktpflege. Meist spielt ein Servicetechniker neue Firmware erst ein, wenn er ohnehin Wartungsarbeiten durchführt oder der Kunde konkrete Probleme mit der alten Firmware hat. Das Tutorial von [2] zeigt ein paar harmlose Möglichkeiten, HP Jetdirect Print Server zu beeinflussen oder Einstellungen zu verändern, selbst wenn die Konfiguration eigentlich Passwort-geschützt ist. Diese Angriffsmethoden sind seit einem Jahrzehnt wohl bekannt. Die Kür ist jedoch, mit Hilfe eines Exploits die Kontrolle über den Server zu übernehmen. Neue AngriffsmöglichkeitenDie zunehmende Komplexität der Drucker eröffnet Angreifern immer mehr Möglichkeiten, Drucker für eigene Zwecke zu missbrauchen. So verwendet Kyoceras KM-x050-Familie den Adobe Reader für den Ausdruck von PDFs, der zumindest in der Vergangenheit für Code Injections anfällig war. Eine neue Gefahrenquelle sind USB-Anschlüsse für Speicherriegel: Ein Angreifer könnte im Vorbeigehen einen präparierten USB-Stick anschließen – der Administrator bekommt davon überhaupt nichts mit. Selbstverständlich lässt sich der USB-Anschluss bei allen Geräten deaktivieren, doch damit ist der Drucker nicht automatisch sicher. Anfang Juli sorgte ein Tippfehler [3] in einer DVD-Funktion des CD-ROM-Kernelmoduls für Aufregung: Durch bloßes Anschließen eines präparierten USB-Sticks war es möglich, Code im Kernelspace auszuführen. Da zum Beispiel Kyoceras KM-x050-Famile mit Embedded Linux arbeitet, ist nicht auszuschließen, dass diese Drucker für den USB-Stick-Exploit anfällig sind. Da hilft nur eine mechanische Sperre an den USB-Anschlüssen. Ist ein Digitalkopierer wie Kyoceras KM-5050 oder auch HPs Laserjet 9040 erst mal kompromittiert, hat der Eindringling vielfältige Spionage- und Angriffsmöglichkeiten. Auf der Festplatte könnte er alle gedruckten und kopierten Dokumente speichern und über das Netzwerk oder auch über das eingebaute Fax-Modem abrufen. Wenn er es geschickt anstellt, kann es Jahre dauern, bis irgend jemand den Datenklau überhaupt bemerkt. |
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Tabelle 1: Ausstattung und |
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Infos |
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[1] Mirko Dölle, “Gutenbergs Erben”: Linux-Magazin 12/05, S. 80 [2] Hacking Network Printers: [http://www.irongeek.com/i.php?page=security/networkprinterhacking] [3] Buffer Overflow in DVD handling: [http://bugzilla.kernel.org/show_bug.cgi?id=2966] |







