Fosdem 2012: Wayland 1.0 wird dieses Jahr fertig

Kristian Høgsberg von Intel erläutert die Display-Server-Architektur Wayland.

Auf der Entwicklerkonferenz Fosdem hat Kristian Høgsberg von Intel den derzeitigen Entwicklungsstand der neuen Display-Server-Architektur Wayland dargestellt.

Høgsberg verwendete selbst eine Wayland-Implementierung, um die Folien für seinen Vortrag anzuzeigen. Zunächst bemühte sich der Entwickler, der früher für Red Hat an X gearbeitet hat, die Differenzen zwischen X.org und Wayland zu entschärfen: “Es handelt sich eigentlich nur um eine Konsolidierung dessen, was wir in Grafiksystemen schon in den letzten Jahren praktiziert haben”, stellte er fest.

Kristian Høgsberg von Intel erläutert die Display-Server-Architektur Wayland.

Kristian Høgsberg von Intel erläutert die Display-Server-Architektur Wayland.

Der traditionelle X-Server besitze viele Funktionen, die inzwischen in anderen Komponenten realisiert sind, fuhr er fort: Die Treiber und das Modesetting seien in den Linux-Kernel gewandert, das Font-Management und Rendering machten die Anwendungen mittlerweile selbst, und die GUI-Toolkits benötigten auch keine verschachtelte X-Fensterhierarchie mehr, um Widgets anzuzeigen.

Den größten Umbruch habe aber die Einführung des Compositors gebracht, der die einzelnen Grafikpuffer der Anwendungen entgegennimmt und das endgültige Bild der grafischen Oberfläche erzeugt. Hier setze die Wayland-Architektur an und mache den Compositor zum Grafikserver.

Mit Weston existiert eine einfache Implementierung eines Wayland-Compositors, der von Grund auf in rund 10.000 Zeilen Code geschrieben wurde. Daneben sind Mutter, Kwin und Enlightenment bereits für Wayland portiert, Toolkits wir GTK+ 3 und Qt 5 unterstützen das neue Grafiksystem ebenfalls.

Noch im Jahr 2012 solle Wayland die Version 1.0 erreichen, zumindest die Beta dafür werde fertig, schloss Høgsberg seinen Vortrag. Als nächsten Schritt kündigte er Version 0.85 als Entwickler-Snapshot an, der für Projekte gedacht ist, die die Software bereits jetzt einsetzen. Mit Version 0.90 sollen Protokoll und API eingefroren werden, sodass 1.0 als stabile Release herauskommt.

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