Aus Linux-Magazin 11/2011

Werkzeuge im Kurztest

Cromfs 1.5.10

Komprimiertes Read-only-Dateisystem

Quelle: [http://bisqwit.iki.fi/source/cromfs.html]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Squashfs, Cramfs

Mit Cromfs erzeugen Anwender aus einem Verzeichnis ein komprimiertes Image und hängen es ins Dateisystem. Das Tool nutzt kein eigenes Kernelmodul, sondern läuft im Userspace und kommuniziert mit dem Linux-Kern via Fuse. Laut Aussagen der Entwickler eignet sich Cromfs besonders dazu, sehr große Abbilder zu erzeugen. Die enthaltenen Dateien dürfen bis zu 264 Bytes (16777216 TBytes) groß sein; der gleiche Wert gilt für das Dateisystem selbst.

Mit dem Kompressionsalgorithmus LZMA erzielt Cromfs eine bessere Kompressionsrate als andere Tools, die in der Regel auf Gzip oder Bzip2 setzen. Der Preis ist eine geringere Performance und ein hoher RAM-Bedarf. Die Projektwebseite stellt aber eine Reihe von Tuning-Empfehlungen samt Hintergrundinformationen vor. Neue Images erstellt »mkcromfs« , fertige binden Anwender mit »cromfs-driver« ein. Neben dem Mountpoint nimmt das Tool eine Reihe von Fuse-Parametern entgegen. Die erlaubten Optionen zeigt der Aufruf »cromfs-driver –help« an.

 

Cromfs eignet sich gut dazu, große Datenmengen nur lesend und vor allem platzsparend bereitzustellen. Das Tool besticht durch seine einfache Handhabung und die umfangreiche Dokumentation.

Justniffer 0.5.9

Kompakter Paketsniffer

Quelle: [http://justniffer.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Wireshark, Etherdump

Justniffer schneidet die TCP-Kommunikation eines Rechners mit. Da das Tool auch die Response-Zeit einer Anfrage erfasst, eignet es sich ebenfalls für Performance-Analysen. Sämtliche Protokolle landen in der Voreinstellung im Apache-ähnlichen Format auf der Konsole. Das vordefinierte Logformat ergänzen Anwender optional hinter »-l« . Justniffer hält dazu über 80 Schlüsselwörter bereit. Alternativ erweitert der Nutzer mit der Aufrufoption »-a« das bestehende Protokoll um eigene Einträge. Last but not least erlaubt es Justniffer, mit »-r« den rohen Datenstrom zu betrachten.

Hinter »-p« definiert der Nutzer eigene Filter und beschränkt die Ausgabe beispielsweise auf bestimmte Ports. Die Filtersyntax ähnelt der von »tcpdump« . Wenn die mitgelieferten Filter- und Verarbeitungsoptionen nicht ausreichen, leitet das Tool über »-e« seine Ausgabe an andere Programme weiter. Sowohl die Manpage als auch die Webseite des Projekts enthalten zahlreiche Konfigurations- und Anwendungsbeispiele. Ein Blick lohnt sich.

 

Justniffer behält die Netzwerk-Geschwindigkeit eines Systems im Auge. Wer mit Apache-Protokollen vertraut ist, der dürfte sich schnell in den Logs zurechtfinden. Alle anderen entwerfen mit den zahlreichen Justniffer-Schlüsselwörtern ihr eigenes Format.

Massh 2.0.57

Parallele SSH-Sitzungen

Quelle: [http://m.a.tt/er/massh]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Clusterssh, Pssh

Wartungsarbeiten auf mehreren identischen Systemen sind lästig und fehleranfällig. Massh hilft dem Admin, indem es zu einer Gruppe von Rechnern Verbindung aufnimmt und dort die gleiche vorgegebene Befehlsfolge ausführt. Darüber hinaus ist das Tool in der Lage, Dateien auf mehrere Remotesysteme zu verteilen oder von diesen herunterzuladen.

Eine Installation des Tools ist nur auf dem Computer des Admin erforderlich, auf den Zielsystemen reicht der SSH-Daemon. Damit der parallele Verbindungsaufbau funktioniert, benötigen alle Systeme denselben passwortlosen SSH-Schlüssel. Eine Authentifizierung via Kennwort ist nicht möglich. Die Ergebnisse seiner Arbeit hinterlegt das Tool in der Datei »~/.massh/hosts/results« . Via Massh heruntergeladene Dateien der Remoterechner landen nach Zielsystemen geordnet im Verzeichnis »~/.massh/pull« .

Zur Verwaltung der Remote-Adressen greift Massh zu Ambit. Das Tool stammt vom selben Entwickler und ist ebenfalls ein Shellskript. Mit Ambit fasst der Admin etwa mehrere Adressen unter einem Namen zusammen und übergibt diese Gruppe dann beim Massh-Start.

 

Admins verwalten dank Massh mehrere identische Systeme ganz bequem. Auch die Funktionen zum Up- und Download sind praktisch und erleichtern den Arbeitsalltag.

Mount-GTK 1.0.11

Wechselmedien per Mausklick einbinden

Quelle: [http://mount-gtk.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: USB Mount

Moderne Desktopdistributionen erkennen Wechselmedien beim Anschließen und hängen sie selbstständig ins Dateisystem ein. Wem das nicht behagt, der stellt die Automount-Funktionen ab und mountet Datenträger von Hand. Gleiches gilt für Medien, die das System nicht erkennt. Mount-GTK unterstützt Anwender beim manuellen Mounten und bietet mit seiner grafischen Oberfläche jede Menge Bedienkomfort.

Das Tool besitzt keine eigenen Mountroutinen, sondern setzt im Hintergrund auf Pmount, einen Wrapper, der es Nutzern ohne Rootrechte erlaubt, wechselbare Medien ohne passenden »fstab« -Eintrag zu mounten. Nach dem Start zeigt Mount-GTK eine Übersicht aller verwalteten Geräte und platziert zudem ein Applet im Systemtray der Panels. Um ein neues Medium mit dem Tool bekannt zu machen, betätigt der Nutzer die Schaltfläche »Edit Device« und definiert im folgenden Dialog den Gerätenamen, den Pfad und ein Label, unter dem das System das Device einbindet.

In der Voreinstellung hängt Mount-GTK neue Geräte unter ihrem Label-Namen unterhalb von »/media« ein. Per Mausklick fügen Nutzer dann über das Mount-GTK-GUI Wechselmedien hinzu und melden sie wieder ab. Wer Netzwerkfreigaben oder Fuse-basierte Dateisysteme einbinden möchte, der muss trotz Pmount sicherstellen, dass für diese Geräte ein entsprechender Eintrag in »/etc/fstab« existiert. Für USB-Sticks oder CDs/DVDs ist dies nicht erforderlich.

 

Mount-GTK ist eine Lösung für alle, die die Automount-Funktion ihrer Distribution ablehnen und nicht auf die Shell möchten. Das Tool ist einfach zu handhaben und integriert sich gut in die Kontrollleisten der Desktops.

MP3 Diags 1.1.06.059

MP3-Sammlung analysieren und bearbeiten

Quelle: [http://mp3diags.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Puddletag, Normalize

Ist der Lieblingssong defekt oder die Lautstärke einer gerippten CD durcheinandergeraten oder fehlen die ID3-Tags? MP3 Diags hilft aus der Klemme, liest MP3s ein, zeigt mögliche Probleme an und offeriert Lösungen. Falls die importierte Sammlung zu groß ist, bietet das Tool an, die Anzeige über verschiedene Filter einzuschränken. So kann es beispielsweise nur bestimmte Verzeichnisse einblenden oder MP3s anhand der Tags sortieren. Auf diese Weise spürt der Anwender auch Musik auf, der die ID3-Informationen fehlen. Optional beschränkt MP3 Diags sich auch auf einzelne Alben oder Songs.

Außerdem hat MP3 Diags Funktionen im Gepäck, die VBR-Daten wiederherstellen und Audiodateien normalisieren. Letzteres ist vor allem bei der Verarbeitung ganzer Alben praktisch. Darüber hinaus entfernt das Tool unbekannte oder fehlerhafte Streams sowie ID3v2-Frames, die nicht standardkonform sind. Auch bei der Umbenennung von MP3-Dateien unterstützt das Programm den Anwender und vergibt die neuen Namen basierend auf den ID3-Informationen. Soll MP3 Diags mehrere Arbeitsschritte hintereinander ausführen, kann der Anwender diese zu einer so genannten Transformation zusammenstellen. Bis zu vier solcher Verwandlungsprozesse kann er speichern und beliebig oft ausführen.

 

MP3 Diags ist ein mächtiges Tool zur Bearbeitung von MP3s. Aufgrund der Funktionsvielfalt ist die erste Einarbeitung etwas zeitintensiver – der Aufwand lohnt sich aber für alle Anwender, die regelmäßig ihre MP3-Sammlung aufräumen.

Rename Utils 0.11.0

Dateiverarbeitung im Batchmodus

Quelle: [http://www.nongnu.org/renameutils]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Ff_rename, File Rename Utils

Bei den Rename Utils handelt es sich um Tools, die einzelne oder mehrere Dateien umbenennen, kopieren und verschieben. Zur Sammlung gehören »deurlname« , »icp« , »imv« , »qcp« und »qmv« . Mit Ausnahme des erstgenannten Befehls handelt es sich bei den Werkzeugen um symbolische Links auf die Programme »icmd« und »qcmd« . Auch bei der eigentlichen Arbeit setzen die Rename Utils auf andere Programme im Hintergrund, und zwar auf »mv« und »cp« . Wer lieber andere Helfer verwenden möchte, der gibt diese hinter dem Parameter »–command« an.

Die beiden Programme »icp« und »imv« arbeiten interaktiv beim Kopieren, Verschieben und Umbenennen einzelner Dateien. Anders »qcp« und »qmv« – beide modifizieren gleich ganze Verzeichnisse. Dazu erfassen sie zunächst alle Dateien im Ordner und speichern die Namen in einer Textdatei. Diese enthält eine Spalte für die Quelle und eine für das Ziel der Aktion. Zum Zusammenstellen der Liste greifen die Tools auf »ls« und dessen Sortieroptionen zurück.

Im Anschluss startet der über die Umgebungsvariable »$EDITOR« oder hinter »-e« definierte Texteditor, in dem der Anwender die neuen Dateinamen in der Zielspalte nach seinen Wünschen anpasst. Während »qmv« im nächsten Schritt die Änderungen auf mögliche Konflikte hin untersucht und so unabsichtliches Überschreiben verhindert, zeigt »qcp« direkt den Ausführungsplan an.

 

Dank der Rename Utils ist das Umbenennen von Dateien und Verzeichnissen ein Kinderspiel. Die in der Toolsammlung enthaltenen Programme bearbeiten entweder einzelne Dateien oder gehen gleich ganze Verzeichnisse an.

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