Aus Linux-Magazin 09/2010

Krita als Ersatz für Gimp

Abbildung 1: Für den anspruchsvollen Digital-Künstler, der seine Werke am Rechner entwirft und bearbeitet, bleiben bei Krita fast keine Wünsche offen.

KDE-Anwender kennen Krita [1] noch als Kimageshop oder Krayon. Die freie Qt-Photoshop-Alternative macht dem GTK-Platzhirsch Gimp bereits seit 2003 mächtig Konkurrenz.

Ursprünglich als “Gimp for KDE” gestartet, konzentrieren sich die Programmierer seit 2010 voll darauf, den Standard für kreative Malprogramme à la Corel Painter [2] neu zu definieren – mit Erfolg (Abbildung 1).

Abbildung 1: Für den anspruchsvollen Digital-Künstler, der seine Werke am Rechner entwirft und bearbeitet, bleiben bei Krita fast keine Wünsche offen.

Abbildung 1: Für den anspruchsvollen Digital-Künstler, der seine Werke am Rechner entwirft und bearbeitet, bleiben bei Krita fast keine Wünsche offen.

Dabei verschwimmen die Grenzen, von Konkurrenzdenken scheint unter den Entwicklern jedoch keine Spur: Peter Sikking, der sowohl im Gimp- als auch im Krita-Team mitwirkt, bringt die Stoßrichtung auf den Punkt: “Krita ist ein KDE-Programm zum Entwerfen und Malen, das es Profis ermöglicht, herausragende digitale Bilder aus dem Nichts zu erzeugen und diese flexibel weiterzuverarbeiten.” Gimp dagegen setzt eher auf die Bearbeitung digitaler Fotos.

Ambitioniert für Profis

Dabei gelten laut Sikking “Concept Art, Comics, Texturen fürs Rendern und Vorlagen von echten Zeichenmaterialien oder Workflows” zu den herausragenden Features, die Krita kreativen Geistern bietet. Die Entwickler lassen sich denn auch nach eigenen Angaben “von zahlreichen renommierten Künstlern” beraten. Und mit dem Slowaken Lukás Tvrdy arbeitet ein Programmierer seit sechs Monaten – von Spenden finanziert und in Vollzeit – an Performance und Features wie der auf der Akademy 2010 veröffentlichten Importfunktion für Photoshop-Pinsel.

Pinsel, Farbräume, Makros

Die zahlreichen Brush Engines stellen ohnehin einige der herausragendsten Features von Krita: Von Basics wie diversen Kreiden, Kurven, Deformationen, Verdoppler, Filter, Grids, verschiedenen Haarformen, Partikeln, Pixeln, Sprays, Verwischen oder Weichzeichner reicht die Palette bis zu fast beliebigen Eigenkreationen.

Krita beherrscht 8-, 16- und 32-Bit-Farbräume (RGB-Integer und Float), unterstützt Open EXR und CMYK, Lab, Ycbcr, XYZ und Grayscale-Farbräume, es bietet HDR-Funktionen, erweitertes Skripting, einen Makrorekorder, eine Filtersprache auf Open-GTL-Basis [3] und Bindings für die Generic Graphics Library (GEGL, [4]). Zudem glänzt das Tool mit zahlreichen Import-Export-Funktionen und hält für Umsteiger von Gimp, Corel oder Mypaint dank des kompatiblen Open-Raster-Formats [5] alle Türen offen.

Und die Entwicklung geht weiter: Für den Google Summer of Code arbeiten bereits jetzt Studenten um Tvrdy an neuen Features wie dem Schraffur-Pinsel aus Abbildung 2, neuen Transformationswerkzeugen, einer schnellen Multithread-Rendering-Engine und neuen Varianten der Farbselektion. Spätestens damit hat Krita das Zeug, Profis und ambitionierte Kunstamateure zu begeistern.

Abbildung 2: Jede der vielen Pinsel-Engines lässt sich detailliert konfigurieren, hier der neue Schraffur-Pinsel aus der kommenden Version 2.3.

Abbildung 2: Jede der vielen Pinsel-Engines lässt sich detailliert konfigurieren, hier der neue Schraffur-Pinsel aus der kommenden Version 2.3.

Infos
[1] Krita: [http://www.krita.org]

[2] Corel Painter: [http://www.corel.com/servlet/Satellite/de/de/Product/1166553885783]

[3] Open GTL: [http://www.opengtl.org]

[4] GEGL: [http://www.gegl.org]

[5] Open Raster: [http://create.freedesktop.org/wiki/OpenRaster]

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