Für den Magazin-Kolumnisten Charly Kühnast ist seit der Linuxbierwanderung bewiesen, dass Pinguine sich auch in gebirgigen Biotopen wohlfühlen. Darum durften die Linux-Usergroups aus dem Allgäu und Augsburg als Organisatoren des Jubiläums-LUG-Camps auf regen Zulauf hoffen .
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Inhalt |
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64 | Token im Eigenbau Open Kubus ist ein USB-Stick und funktioniert wie ein 70 | Afflib Schneller, kleiner und vor allem – alles in freier Software. 74 | Festplattenabbilder Wer mit Images von ganzen Platten hantiert, schätzt |
Fand das LUG-Camp vor zwei Jahren in einem Trockendock und damit unterhalb der Wasserlinie statt, so kletterte es im vergangenen Jahr in Flensburg immerhin schon auf Normalnull. Für das zehnte Camp sollte es aber wieder hoch hinauf gehen, und so trafen sich ein Jahr und etwa 800 Höhenmeter verschoben rund 120 Linuxer, darunter ich, in einem Schullandheim in Gschwend bei Immenstadt. Auf Wasser musste trotzdem niemand verzichten: Der hauseigene Wasserfall, gespeist vom Schmelzwasser aus noch höheren Lagen, kühlte die Bierfässer und diente einigen Unerschrockenen gar als Dusche [2].
Ätzender Speiseplan
Obwohl sich das LUG-Camp traditionell eher als Geek-Familientreffen versteht, das die Freude am Spaß in den Vordergrund stellt, kommen die Inhalte nicht zu kurz: Wer wollte (und sie schaffte), legte eine LPIC-Prüfung ab; einige wirklich hochklassige Vorträge gab es auch (Abbildung 1). Die dünne Bergluft Gschwends bereitete den Teilnehmern übrigens keine Probleme, da der Chili-Kochwettbewerb ihre Atemwege auf den doppelten Durchmesser freibrannte.
Um Durchsatz, wenn auch nicht von Atemluft, geht es auch bei dem Tool, das ich heute vorstelle. Iotop löst ein Problem, das mich schon oft genervt hat: Das System lahmt, weil permanent seine Platten arbeiten, aber ich kann nicht erkennen, welcher Prozess daran die Schuld trägt – und genau das zeigt mir Iotop [3]. Das Python-Programm benötigt mindestens einen 2.6.20er Kernel, bei dem »TASK_DELAY_ACCT« und »TASK_IO_ACCOUNTING« aktiviert sind.
Nach dem Aufruf präsentiert es in der obersten Zeile die aktuellen I/O-Datenraten für lesende und schreibende Zugriffe. Darunter folgt eine Liste, die die Ein-/Ausgabeaktivität pro Prozess zeigt.
Short Storys
Mit »iotop -o« aufgerufen, erweist sich die Ausgabe als wesentlich übersichtlicher, denn dieser Modus zeigt nur die Prozesse an, die aktuell tatsächlich I/O verursachen. Das Aktualisierungsintervall von einer Sekunde verlängere ich mit »-d 10« auf 10 Sekunden. Besonders nützlich ist Iotops Batch-Modus. Mit
iotop -o -b -d10 -n30 > io.txt
schreibt Iotop 30-mal alle 10 Sekunden den letzten I/O-Status in die Datei »io.txt«. Damit kann ich die Entwicklung der Datenraten über einen Zeitraum von 5 Minuten verfolgen. Fazit: Will die Festplatten-LED einfach nicht ausgehen, wird Iotop schnell unverzichtbar. Unverzichtbar bleibt für mich auch das LUG-Camp – ich habe mich schon fürs nächste Jahr angemeldet [4]. (jk)
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Infos |
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[1] Linuxbierwanderung: [http://www.linuxbierwanderung.org] [2] Impressionen vom LUG-Camp: [http://fotos.lugcamp.org] [3] Iotop: [http://guichaz.free.fr/iotop/] [4] LUG-Camp 2010: [http://lug-camp-2010.de] |
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Der Autor |
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Charly Kühnast administriert Unix-Betriebssysteme im Rechenzentrum Niederrhein in Moers. Zu seinen Aufgaben gehören die Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ. Im heißen Teil seiner Freizeit frönt er dem Kochen, im feuchten Teil der Süßwasseraquaristik und im östlichen lernt er Japanisch. |





