Google Mail, Calendar und Docs sind unsicher. Das stellen Wissenschaftler in einem offenen Brief an Googles CEO Eric Schmidt fest und fordern, HTTPS als Standard einzusetzen.
Eric Schmidt, CEO von Google, hat Post von 38 Forschern und Akademikern aus den Bereichen Informatik, Informationssicherheit und Privatrecht erhalten. Sie werfen dem Konzern vor, die Sicherheit und Privatssphäre seiner Nutzer unnötig zu gefährden und fordern Schmidt auf, doch bitte die eigenen Datenschutz-Richtlinien umzusetzen.
Konkret geht es darum, die Privatsphäre der Nutzer von Google Mail, Google Docs und Google Calendar zu schützen. Technisch geht es um den Einsatz von HTTPS. Im Gegensatz zu Google Voice, Health, AdSense und Adwords überträgt Google die Sitzungen von Google Docs, Calendar und Mail nicht automatisch verschlüsselt per HTTPS. Das ist schlecht, wenn der Nutzer etwa an öffentlichen WLAN-Access-Points seine E-Mails, Dokumente und Termine abruft. Mit einem Paketsniffer wie Wireshark können Angreifer den gesamten Datenverkehr mitschneiden und Passwörter sowie andere private Informationen mitlesen.
Dabei existiert HTTPS als Feature durchaus, Google aktiviert es nur nicht standardmäßig. Über den umständlichen Weg von “Settings / General / Browser Connection / Always use https” lassen sich zum Beispiel Google-Mail-Sitzungen komplett per HTTPS übertragen. Viele Google-Anwender wissen jedoch nicht einmal, was der Unterschied zwischen HTTP und HTTPS ist. Anderen wiederum fällt gar nicht auf, dass ihre Sitzungen nach dem Anmelden von HTTPS auf HTTP zurückfallen.
Daher fordern die Wissenschaftler das Unternehmen in ihrem offenen Brief auf, seine Verantwortung und seine eigenen Datenschutzversprechungen ernst zu nehmen und HTTPS standardmäßig für alle Anwender zu aktivieren. Im Security-Blog von Google gibt es eine Antwort auf den offenen Brief. Demnach prüfe man den Schritt hin zu HTTPS per Default bereits. Google wolle HTTPS aber erst mit ein paar Usern testen, um die Performance zu prüfen.



