Ursprünglich war er fürs zweite Halbjahr 2009 angekündigt, aber dank gut laufender 45-Nanometer-Fertigung in Dresden bringt AMD ihn jetzt schon: den Sechskern-Opteron Istanbul .
Istanbul ist AMDs erster Sechskern-Chip, er soll direkt mit Intels schon länger erhältlichem Sechskern-Dunnington-Xeon konkurrieren. Im Vergleich zu diesem hat der Opteron den großen Vorteil, dass er einen integrierten Speichercontroller besitzt. Intels Core-i7-basierende Xeons für Vier- und Acht-Sockel-Systeme stehen noch aus, momentan prügeln sich bei Intel beim Speicherzugriff noch alle sechs Kerne um einen Frontsidebus. Mit “HT Assist” hat AMD ähnlich wie Intel eine neue Technik integriert um überflüssigen Datenverkehr wegen Cache-Snooping zwischen den Kernen zu reduzieren. Dies kostet allerdings 1 Megabyte des 6 Megabyte großen gemeinsamen L3-Caches. Die verbesserte Effizienz macht das allerdings wett: Im Februar zeigte AMD Demosysteme mit Istanbul, die beim Stream-Benchmark im Vergleich zum Quadcore-Vorgänger Shanghai statt 25 Gigabyte pro Sekunde satte 42 bewegten.
AMD verspricht eine um 34 Prozent höhere Performance pro Watt gegenüber dem schon relativ sparsamen Vorgänger. Ersten Tests zufolge kann AMD bei Vier- und Acht-Sockel-Systemen die Leistung gehörig verbessern und hält dort die Leistungskrone. Nicht so gut sieht es bei den Zwei-Sockel-Systemen aus, für die Intels Core-i7-basierende Nehalem-Xeons bereits verfügbar sind. Hier scheint Intel leistungsmäßig weiterhin klar zu führen – trotz weniger Kerne (8 statt 12).
Der primär für Vier- und Acht-Sockel-Systeme gedachte Prozessor ist pinkompatibel zum Vorgänger und kann einfach in bestehende Socket-F-Systeme mit LGA1207 eingesetzt werden. Auch der Stromverbrauch ist dank 45nm-Struktur genauso hoch wie beim Quadcore-Shanghai. Neu ist jedoch das deutlich schnellere Hypertransport 3.0, welches die Motherboards dann aber auch unterstützen müssen. Hypertransport 3.0 bietet mehr als dreimal soviel Bandbreite im Vergleich zum bisher in Opteron-Systemen genutzten Hypertransport 1.1 von 2002.
AMD verkauft den Chip auch in einer Zwei-Socket-Variante mit 2,2, 2,4 und 2,6 GHz (Opteron 2427/2431/2435). Der Listenpreis beträgt 455, 698 und 989 US-Dollar. In der 8400-Serie für Vier- und Acht-Sockel-Systeme sind nur zwei Modelle verfügbar, der 2.4-GHz-Opteron 8431 und der 2.6-GHz-Opteron 8435, Kostenpunkt 2149 respektive 2649 Dollar.
AMD unterhält in Dresden sein Betriebssystem-Entwicklungszentrum. Dessen Leiter Chris Schläger ist in der LIP Lounge von Linux-Magazin Online portraitiert.



