IDC: Riesen dominieren Servermarkt im Q1/2009

Wegen ausbleibender Investitionen im breiten Mittelfeld belegen IBMs Großrechner sowie Nicht-x86-Plattformen wie RISC/CISC oder EPIC die Spitzenplätze der Serververkäufe. Am anderen Ende der Skala liegen die Linux-Server. Richtung 2010 wird aber alles anders, sagen die Marktforscher .

Die Serverhersteller haben im ersten Quartal 2009 insgesamt 10 Milliarden US-Dollar eingenommen, ein Viertel weniger als im ersten Quartal 2008. Das ist der niedrigste Wert der vierteljährlichen Umsatzentwicklung seit 1997, sagt IDC. Bei den Stückzahlen sieht es nicht besser aus. Die Sinkrate beträgt im Kielwasser des schlechten vorangegangenen Quartals sogar etwas mehr als 26 Prozent. Wie im letzten Quartal haben sich alle drei Serversegmente (klein, mittel, groß) schlecht verkauft, was laut IDC seit 2002 nicht mehr vorkam.

Das fünfte Quartal in Folge laufen die Rechner der Z-Serie und Alternativplattformen besser als der restliche Markt, obwohl die Umsätze auch hier um 20 Prozent sinken. IBMs Großrechner erlangen mit 9 Prozent sogar ihren größten Anteil an den Quartalseinnahmen seit fünf Jahren. Für Windows-Server wird immer noch das meiste Geld ausgegeben, gut 37 Prozent aller Einnahmen oder rund 4 Milliarden Dollar (30 Prozent weniger als in Q1/2008) gehen darauf zurück. Danach folgen Unix-Server, auf die mehr als drei Milliarden Dollar (33 Prozent) aller Einnahmen entfallen, die allerdings nur um knapp 18 Prozent zurückgingen. Die Linux-Server brachten etwas mehr ein, 1,5 Milliarden Dollar oder 14 Prozent der Gesamteinnahmen. Mit 25 Prozent Umsatzrückgang hat Linux jedoch das seit fünf Jahren niedrigste Quartalseinkommen erreicht.

IBM und HP teilen sich die Marktführerschaft bei den Servern jeweils mit 30 Prozent, wobei IBM im Vergleich zu Anfang 2008 zwei Prozentpunkte hinzugewann und HP ein knappes Prozent verlor. Bei Big Blue ist das auf die Großrechner (System Z) und die Unix- und Linux-Systeme (System P) zurückzuführen. An zweiter Stelle auf dem Servermarkt bewegen sich ebenso verschränkt Dell und Sun mit jeweils rund 11 Prozent Marktanteil. Dell nahm 30 Prozent weniger ein, Sun 25 Prozent.

Der Kopf der Gruppe Enterprise Platforms, Matt Eastwood, führt die Beobachtungen des ersten Quartals auf die Krisenreaktion in Unternehmen zurück. Der Markt spaltet sich auf in Billig- und High-End-Geräte. Daher schneiden IBMs teure Riesen verhältnismäßig gut ab und konnten gegenüber Anfang 2008 drei Prozent vom Server-Gesamtumsatz hinzugewinnen. Die meisten Firmen nähmen jedoch Abstand von auch bereits geplanten Neuanschaffungen und konzentrieren sich stattdessen darauf, das Bestehende besser auszunutzen.

Dennoch gibt es laut Eastwood Licht am Ende des Tunnels. Im zweiten Halbjahr 2009 würden die Unternehmen ihre IT-Investitionen wieder aufnehmen, weil in 2010 wirtschaftliche Gesundung ins Haus stünde, ist sich der Marktforscher sicher. Ähnliches sagt IDC für den x86-Markt voraus: Hier sparen im Moment alle, werden aber bei Erholung umso mehr zuschlagen.

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