In Europa hat sich weitgehend unbemerkt ein stabiles, stark expandierendes, nicht von US-Oligopolen dominiertes KI-Ökosystem entwickelt, das oft freie Software integriert. Wir stellen Ihnen vier Modelle vor.
US-amerikanische Modelle unter proprietärer Lizenz dominieren den Markt der KI-Sprachmodelle: Namen wie ChatGPT, Gemini, Copilot und neuerdings Claude sind in aller Munde. KI-Agenten, die auf den marktführenden Sprachmodellen aufbauen, vertiefen wesentlich Abhängigkeiten von US-Unternehmen im IT-Sektor und konterkarieren die in Europa angestrebte digitale Souveränität.
Doch es geht auch anders. Europäische, von US-amerikanischen Unternehmen unabhängige Sprachmodelle holen den technologischen Rückstand zunehmend auf und stehen häufig obendrein unter freien Lizenzen. So sollte mittel- bis langfristig eine ähnlich dynamische Entwicklung gewährleistet sein wie bei vergleichbaren freien Softwareprojekten.
Europäische Ambitionen
Mit dem EU AI [1] Act vom 21. Mai 2024 hat die Europäische Union als erster global bedeutender Wirtschaftsraum einen verbindlichen Rechtsrahmen für den Einsatz von KI-Technologien geschaffen. Die Verordnung wird kurzfristig in deutsches Recht umgesetzt und reguliert ab August 2026 auch KI-gestützte Hochrisikosysteme [2].
Die EU möchte nicht nur als Zaungast bei der Entwicklung von KI-Infrastruktur zuschauen, sondern auch aktiv daran teilnehmen. Das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen (GU EuroHPC) soll eine eigene Infrastruktur für High-Performance-Computing etablieren und erhält dafür 10 Milliarden Euro von der EU [3]. Die neu etablierten KI-Fabriken sollen eigene europäische Sprachmodelle entwickeln, trainieren und betreiben. Dabei ist das Ziel, sämtliche relevanten Akteure in den KI-Fabriken zusammenzubringen...
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