Was erstmals bereits vor 15 Jahren angekündigt wurde, soll nun in fünf Monaten Wirklichkeit werden. Das Release 6.8 von Plasma wird erstmals keine eigene KDE-Session mehr enthalten und nur noch Wayland verwenden.
Der Login-Screen wird keine X11-Session mehr zur Auswahl anbieten. Jetzt können Massen von X11-spezifischem Code und Konfigurationseinstellungen entfernt werden. Dass dieser Code nicht mehr parallel gepflegt werden muss und dass man nicht länger nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen zwei konkurrierenden Code-Pfaden suchen muss, soll in Zukunft viele Energien für Verbesserungen und neue Features freisetzen.
Interne Statistiken von KDE zeigen, dass bereits in Plasma 6.6 über 95 Prozent der Anwender Wayland benutzten. X11 wurde faktisch bereits aufgegeben. Bezieht man auch die Nutzer älterer Plasma-Versionen ein, beträgt der Anteil der Wayland-Nutzer immer noch um die 76 Prozent. Diese Anwender werden von dem jetzt beabsichtigten Schritt auch nicht tangiert, denn es wird nichts rückwirkend eingeführt.
Zwar ist die in wenigen Tagen erwartete Version Plasma 6.7 die letzte mit einer eigenen X11-Session, total verschwinden wird X11 danach aber immer noch nicht: KDE-Apps funktionieren auf anderen Desktop-Umgebungen auch künftig im X11-Modus und der KDE-Anmeldemanager kann den Nutzer weiterhin in X11-Sessions anderer Desktops einloggen. Nur die eigene X11-Session entfällt.




