Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter hat ihre Jahresstatistik für 2025 vorgelegt und berichtet von einem deutlichen Anstieg bei Meldungen zu illegalen Online-Inhalten.
Insgesamt gingen 28.598 Beschwerden ein, was den zweithöchsten Wert seit Bestehen der Einrichtung darstellt. In 74 Prozent der Fälle stellten die Prüfer einen Rechtsverstoß fest, deutlich mehr als im Vorjahr.
Die Beschwerdestelle führt den Anstieg vor allem auf Meldungen zu Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen zurück. Diese Inhalte machten mit 12.147 Fällen den größten Anteil aus und erreichten 58 Prozent aller bestätigten Verstöße. Besonders stark nahmen virtuelle Darstellungen zu, darunter auch Inhalte, die mit Methoden der Künstlichen Intelligenz erzeugt wurden. Die Fachleute registrierten 2332 solcher Fälle und weisen darauf hin, dass sich deren Herkunft technisch oft nicht eindeutig bestimmen lässt, rechtlich jedoch klare Verbote gelten.
Die Prüfer kontrollieren jede Meldung einzeln anhand der Vorgaben des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags und relevanter strafrechtlicher Bestimmungen. Inhalte auf Servern in Deutschland leitet die Stelle unmittelbar an das Bundeskriminalamt weiter und informiert parallel die Anbieter. Solche Inhalte verschwinden im Durchschnitt innerhalb von zwei Tagen. Der Anteil der in Deutschland gespeicherten Inhalte sank jedoch deutlich auf etwa 23 Prozent, während mehr als drei Viertel der Fälle Server im Ausland betrafen.
Bei ausländischen Anbietern arbeitet die Beschwerdestelle mit internationalen Partnern im Netzwerk INHOPE zusammen. Reale Missbrauchsdarstellungen werden dort nach vier Wochen in 94,5 Prozent der Fälle gelöscht. Bei virtuellen Darstellungen liegt die Quote mit 72,9 Prozent niedriger, da diese Inhalte in einigen Ländern nicht grundsätzlich verboten sind.
Neben Missbrauchsdarstellungen prüfte die Stelle auch Verstöße im Bereich Pornografie, die mit 8360 Fällen rund 40 Prozent der Beschwerden ausmachten und meist fehlende Alterskontrollen betrafen. Meldungen zu Hasskriminalität und Gewaltdarstellungen gingen leicht zurück und blieben insgesamt auf niedrigem Niveau. Die Statistik liefert weitere Zahlen und Fakten.





