Pop!_OS 24.04 LTS mit erster stabilen COSMIC Desktop-Umgebung

Desktop von Pop!_OS 24.04 LTS

Desktop von Pop!_OS 24.04 LTS

System76 hat nicht nur eine neue Version seiner Distribution Pop!_OS veröffentlicht, sondern liefert diese auch mit der endlich als stabil geltenden hauseigenen Desktop-Umgebung COMIC aus.

Das US-amerikanische Unternehmen System76 stellt eigentlich Laptops, Workstations und andere Hardware her und vertreibt diese mit einem vorinstallierten Linux. Als Grundlage dient das auf Ubuntu basierende Pop!_OS, das offen für jedermann zum Download bereitsteht.

COSMIC

Die größte sichtbare Neuerung ist die Desktop-Umgebung COSMIC in der ersten stabilen Version (alias Epoch 1). Die Entwickler von System76 haben sie in Rust von Grund auf neu implementiert. COSMIC startet eine Wayland-Session und bringt eigene Hilfsprogramme mit – neben einem Dateimanager und einem Terminal auch einen Texteditor und einen Media Player. Weitere Anwendungen holt der COSMIC Store hinzu.

Die Fenster sollen sich sowohl mit der Maus als auch per Tastatur intuitiv anordnen lassen, sie rasten zudem aneinander und den Bildschirmrändern ein. Zieht man sie gegen den Bildschirmrand, nehmen sie automatisch die Hälfte des Monitors ein. Aus mehreren Fenster lässt sich ein Stapel bilden (Window Stack). Virtuelle Arbeitsflächen erstrecken sich auf Wunsch über mehrere Monitore und bleiben auch über einen Neustart hinaus erhalten.

Apropos Monitore: Anschließen darf man beliebige Exemplare, COSMIC kommt auch mit einem Mix aus HiDPI und normalen Bildschirmen zurecht. Die Darstellung skaliert die Desktop-Umgebung automatisch anhand der gemeldeten Pixeldichte. Analog zum KRunner in KDE Plasma bietet COSMIC einen intelligenten Launcher.

Neuheiten des Systems

Das aktuelle Pop!_OS 24.04 LTS läuft erstmals auf ARM-Systemen – offiziell allerdings nur auf dem Thelio Astra Desktop von System76. Dank des Bootloaders Tow-Boot startet die ARM-Fassung auch auf anderen Systemen, eine Installation erfolgt dann aber auf eigene Gefahr.

Des Weiteren lässt sich das System bereits bei der Installation verschlüsseln. Eine Neuinstallation überschreibt auf Wunsch nicht mehr alle vorhandenen Dateien, Einstellungen und nachinstallierten Flatpak-Anwendungen.

Deutlich verbessert hat das Team den Umgang mit Hybrid-Grafikkarten, wie sie in vielen Laptops stecken. Sollte eine Anwendung den leistungsstärkeren, separaten Grafikchip benötigen, führt ihn Pop!_OS automatisch auf ihm aus. Über einen Rechtsklick auf eine Anwendung kann man diese zudem manuell einem Grafikchip zuweisen.

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