Enterprise-Linux-Distributionen wie RHEL und SLES werden oft als konkurrierender Gegenentwurf zu konventionellen Community-Projekten angesehen. Dabei liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen – kein Grund gleich rotzusehen.
Mit mehr als 600 Distributionen eignet sich Linux für unzählige Einsatzzwecke. Während das Jahr des Linux-Desktops bei einigen noch auf sich warten lässt, hat es sich in der professionellen IT schon lange etabliert. Doch dort gelten andere Anforderungen als daheim – vor allem die Frage nach professionellem Support und planbaren Reaktionszeiten im Fehlerfall spielen eine wichtige Rolle. Mit Red Hat und Suse gibt es zwei Firmen, die dementsprechende Kundschaft schon seit über 20 Jahren erfolgreich versorgen. Fernab der beiden großen Lager existiert mit Oracle Linux eine Alternative. Canonical hat mit Ubuntu Pro ebenfalls seit einiger Zeit ein Enterprise-Angebot mit langer Laufzeit im Portfolio und möchte ein Teil vom Kuchen abhaben.
Nutzer konventioneller Distributionen mag das Verwenden kommerzieller Derivate unüblich erscheinen. Eine häufig gestellte Frage ist die nach der lizenzrechtlichen Machbarkeit des Geschäfts. Und die ist einfach beantwortet: Alle Enterprise-Distributoren stellen den Quellcode angebotener Produkte gemäß der Softwarelizenz (in der Regel GPL) unentgeltlich zur Verfügung. Wer möchte, kann ihn also beziehen, eigenständig anpassen und kompilieren.
Eine realistische Notwendigkeit dafür besteht durch die Nähe zwischen Enterprise- und Community-Distributionen wie bei SLES und OpenSuse Leap jedoch nicht. Gegenüber anderen Softwareanbietern legen Linux-Distributoren Wert darauf, keine Lizenzen sondern Subscriptions zu verkaufen – sie ermöglichen für den gewählten Zeitraum (meist ein, drei oder fünf Jahre) den Zugriff auf Softwa...
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