Board angekommen, gelacht

Endlich ist das Paket angekommen, leider hat es zusätzlich noch 30 Euro Zoll gekostet. Eventuell kann man sich die sparen, wenn man bei der deutschen Filiale des Versenders Digi-Key bestellt, zumindest steht das auf deren Website. Andererseits ist dort der Einkauf um einiges schwieriger, weil Beagleboard und Zubehör gut versteckt oder gar nicht auffindbar sind.

Also, Paket aufgerissen, das Board ausgepackt und erst einmal ein Schock: Das Ding ist wirklich klein! Auf den ersten Blick ist kein TI-OMAP-Prozessor zu sehen, auf den zweiten auch nicht. Eher zufällig stoße ich später auf die Erklärung: Die so genannte PoP-Konstruktion (Package on Package) montiert den Speicherchip huckepack auf die CPU, die darunter verschwindet.

Anschlüsse des Beagleboard auf einer Seite: Audio-In, Audio-Out, S-Video out

Ein erster Funktionstest zeigt mit einer gelb leuchtenden LED die funktionierende Stromversorgung über USB an, nach einigen Momenten leuchten zwei weitere LEDs. Um mit einer seriellen Verbindung zum PC an den Bootprompt des Beagleboard zu gelangen, braucht man einen AT/Everex-Verbinder, der die Steckleiste auf dem Board mit einem ordentlichen 9-Pin-Seriellanschluss versieht. So etwas heutzutage in einem normalen Computergeschäft zu finden, ist gar nicht so leicht, schließlich ist RS-232 “legacy”, also uninteressant für den Markt.

Glücklicherweise gibt es in der Münchner Schillerstraße neben Sexshops auch noch richtige Elektrotandler, bei denen ich auch fündig werde. Als ich, wieder zu Hause, das Board darüber mit dem PC verbinde, schweigt das Terminalprogramm Minicom. Zwar habe ich wie beschrieben die richtigen Kommunikationsparameter eingestellt (für Eingeweihte: 115200,8N1, no flow control), und das mitbestellte Nullmodemkabel verwendet, aber im Terminal herrscht tödliche Stille. Ich teste alternativ den richtigen seriellen Anschluss am PC und einen USB-to-Serial-Konverter, der noch eine zusätzliche potenzielle Fehlerquelle darstellt. Nachdem Durchtesten aller kombinatorischen Möglichkeiten gebe ich entnervt auf und warte auf den nächsten Tag, an dem mir mein Kollege Erwin ein recycletes AT/Everex-Kabel mitbringen möchte.

Kaum in der Redaktion angeschlossen und das Board gestartet, sofort das Erfolgserlebnis: Der TI-Bootloader meldet sich, der Prompt verarbeitet die Eingaben.

Texas Instruments X-Loader 1.41
Starting OS Bootloader...
U-Boot 1.3.3 (Jul 10 2008 - 16:33:09)
OMAP3530-GP rev 2, CPU-OPP2 L3-165MHz
OMAP3 Beagle Board + LPDDR/NAND
DRAM: 128 MB
NAND: 256 MiB
In: serial
Out: serial
Err: serial
Audio Tone on Speakers ... complete
OMAP3 beagleboard.org #

Das für teures Geld (4,50 Euro!) gekaufte Kabel ist wohl kein “Everex”, weist also vermutlich die falsche Pinbelegung auf. Äußerlich sind “gutes” und “schlechtes” Kabel leider nicht zu unterscheiden, dazu müsste man die Stecker öffnen.

andere Seite des Boards: Serielle Steckverbindung, Stromanschluss und USB

Im nächsten Schritt spiele ich die Angstrom-Linux-Distribution vom PC mit dem Cardreader auf eine neue SDHC-Karte mit 8 GByte und versuche, das Board davon zu booten. Doch dazu ein anderes Mal mehr.

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