Einmal im Jahr veröffentlicht Collabora eine neue Major-Version seines Online-Office-Pakets. Die trägt diesmal die Versionsnummer 25.04 und kommt mit vielen kleinen nützlichen Funktionen. Darunter unter eine Autovervollständigung und PDF-2.0-Unterstützung.
Bereits im April erschien die an Tester und Entwickler gerichtete Collabora Online Development Edition (CODE) 25.04. Die dabei eingegangenen Rückmeldungen flossen ins Hauptprodukt Collabora Online ein – daher erklärt sich auch die auf den ersten Blick merkwürdig gewählte Versionsnummer.
Die zahlreichen Änderungen liegen zwar im Detail, sie erhöhen aber unter dem Strich die Produktivität. Dazu zählt auch die neue Autotext-Funktion. Mit ihr kann man wiederkehrende Textschnipsel, wie etwa „Mit freundlichen Grüßen“ einem Wörterbuch hinzufügen und dann später per Tastendruck in den Text setzen lassen.
Darüber hinaus lässt sich die Silbentrennung gezielt für einzelne Wörter deaktivieren. Die Änderungsverfolgung kann man für ausgewählte Nutzer ein- und für andere Nutzer explizit abschalten. Dazu passend haben die Entwickler die Kommentarfunktion verbessert – unter anderem lässt sich jetzt einfacher nachvollziehen, wer auf welchen Kommentar geantwortet hat. Wer Stilvorlagen nutzt, kann sich jetzt alle Elemente im Text hervorheben lassen, die eine bestimmte Stilvorlage nutzen.
Collabora Online erzeugt auf Wunsch PDF-Dokumente, die der neuen PDF-Spezifikation 2.0 folgen. PDFs lassen sich per Qualified Electronic Signatures (QES) signieren, wobei das hauseigene eID Easy zum Einsatz kommt. Die entsprechenden Signaturen sollen den gleichen rechtlichen Status wie eigenhändige Unterschriften besitzen.
Wo befindet sich gerade die aktive Zelle in meiner mit Zahlen vollgestopften Tabelle? Das beantwortet die neue Funktion Focus Cell: Sie hebt die aktive Zelle optisch hervor. Analog spürt Collabora Online schnell doppelte Eintrage auf. Des Weiteren darf man Bereichen wie „A1:B10“ einen Namen geben, wie etwa „Ausgaben“, und diesen Namen dann in Formeln anstelle des Bereichs verwenden. Abschließend haben die Entwickler weitere Funktionen nachgerüstet, darunter „XLOOKUP“ und „XMATCH“, die schnell Daten suchen. Bei den Diagrammen sind die Darstellungen „Pie-of-Pie“ und „Bar-of-Pie“ hinzugekommen.
Präsentationen lassen sich leichter navigieren. Folien wechseln 3D-Übergänge, komplette Folien lassen sich zwischen Präsentationen kopieren. Objekte richtet Collabora Online auf Wunsch automatisch aneinander aus, obendrein haben die Entwickler einen Satz interaktiver Elemente spendiert. Schließlich gibt es noch ein Lineal für präziseres Arbeiten und die Unterstützung für UHD-Bildschirme beziehungsweise Beamer.
Durch technische Verbesserungen unter der Haube arbeitet das Büropaket deutlich flotter. Unter anderem beobachtet das System das (Scroll-)Verhalten des Nutzers und bereitet bereits Bereiche des Dokumentes zur Darstellung vor, die wahrscheinlich als Nächstes ins Bild rücken könnten. Collabora Online kommt in Containern, die ohne Root-Rechte laufen (rootless). Um genau das zu erreichen, kommen ab sofort Linux Namespaces zum Einsatz. Das Büropaket offeriert zudem eine Form Filling API, über die sich Formulare ausfüllen lassen. Abschließend haben die Entwickler noch die Schriftendarstellung optimiert.




