Mit Ubuntu 25.10 „Questing Quokka“ entfernt Canonical Xorg-basierte Ubuntu-Sitzungen. Beginnend mit dieser Version wird die „Ubuntu“ im Gnome Display Manager GDM ausschließlich auf Wayland laufen.
Diese Entscheidung folgt laut den Entwicklern der Upstream-Roadmap von Gnome. Gnome plane die Xorg-Unterstützung beginnend mit Gnome 49 zu entfernen. „Wir unternehmen in 25.10 einen proaktiven Schritt, um unsere Benutzer und unser Ökosystem auf diesen Termin vorzubereiten“, heißt es im Ubuntu-Blog von Jean Baptiste Lallement, einem Mitglied von Canonicals Desktop Team.
In den vergangenen Zyklen sei Wayland deutlich gereift, einschließlich verbesserter Unterstützung für Nvidia-Treiber, einem robusteren Sicherheitsmodell, stabiler Unterstützung für die meisten täglichen Arbeitsabläufe, besserer Isolierung des Grafikstapels und verbesserter Touch- und HiDPI-Unterstützung, schreibt Lallement.
In der Zwischenzeit führe die Aufrechterhaltung von X11- und Wayland-Sitzungen zu technischen Belastungen und erhöhe den Wartungsaufwand, was Innovationen ausbremse.
Ubuntu 25.10 sei die letzte Zwischenversion vor dem nächsten LTS-Zyklus (Ubuntu 26.04). Indem man jetzt umstelle, geben man Entwicklern und Anwendern einen vollen Zyklus, um sich vor der nächsten LTS anzupassen, während das Team seine Support-Matrix bis zur LTS vereinfachen könne.
In der Praxis zeige der Anmeldebildschirm (unterstützt durch GDM) nicht mehr die Option Ubuntu auf Xorg. Alle Sitzungen, die auf Gnome Shell und Mutter basieren, seien dann Wayland-only. Benutzer, die auf X11-spezifische Verhaltensweisen angewiesen seien, könnten die Gnome-Desktop-Umgebung unter Xorg nicht verwenden.
Wer X11 dennoch benötige, etwa für Remote-Desktop-Konfigurationen oder hochspezialisierten Arbeitsabläufen, könne eine Nicht-GNOME-Desktop-Umgebung installieren und verwenden. Xorg selbst werde nicht verschwinden, nur Gnomes Unterstützung für Xorg.



