Die Entwickler des beliebten WordPress haben ihr Content-Management-System an zahlreichen Stellen leicht aufpoliert, vor allem aber die Geschwindigkeit erhöht. So soll die Version 6.8 die Seiten „schneller als jemals zuvor“ ausliefern.
Das erreicht WordPress mit einem Trick: Sobald ein Besucher mit der Maus über einen Link fährt oder ihn anklickt, lädt das Content-Management-System die nächste Seite bereits im Hintergrund. Der Seitenwechsel erfolgt dann fast sofort („Near-instant Page Loads“). WordPress nutzt dabei die vom W3C entwickelte Speculation-Rules-Schnittstelle. Über sie gibt das Content-Management-System an die Browser weiter, welche Seiten diese vorab laden sollen. Die Schnittstelle unterstützten allerdings nur einige neuere Browser. Ältere Exemplare ignorieren das Vorausladen der Seite, für sie gibt es somit immerhin keine negativen Konsequenzen. In das Speculative Loading eingreifen können Seitenbetreiber über eigenen Code oder einem eigens dazu von den WordPress-Entwicklern bereitgestellten Plugin.
Darüber hinaus haben die WordPress-Entwickler noch an vielen weiteren Stellen die Performance verbessert. Ein besonders Augenmerk lag dabei auf dem Block-Editor und dem Caching von Anfragen. Unter dem Strich soll niemand länger als 50 Millisekunden bei einer Interaktion warten müssen.
Die Passwörter der Nutzer merkt sich WordPress nur als Hash-Wert, den jetzt das Bcrypt-Verfahren erstellt. Damit sind die Hashes und somit die Passwörter deutlich schwerer zu knacken. Die Umstellung auf Bcrypt erfolgt automatisch mit dem Update, Seitenbetreiber müssen nicht selbst aktiv werden.
Überarbeitet hat das WordPress-Team auch den Editor. So lassen sich jetzt Sticky Posts (oben gehaltene Beiträge) von der Query Loop (alias Abfrageschleife) ausschließen, sie tauchen dann nicht mehr zwischen den normalen Beiträgen auf. Des Weiteren lassen sich die Optionen in Datenansichten einfacher überblicken.
Das sogenannte Stylebook erlaubt schnelle und übersichtliche Änderungen am Seitenlayout. In WordPress 6.8 besitzt es eine umstrukturierte Benutzeroberfläche mit eindeutigeren Beschriftungen. Damit sollen Seitenbetreiber noch einfacher an den Farben und der Typographie schrauben können. Obendrein unterstützt das Stylebook jetzt auch Classic-Themes, sofern diese Editor-Stile oder eine „theme.json“-Dateie nutzen. Abschließend erhöht WordPress noch einmal deutlich die Barrierefreiheit mit über 100 kleinen Anpassungen.
Anders als bisher wird WordPress 6.8 vermutlich in diesem Jahr das einzige Release bleiben. Laut einem Blog-Post sollen bei Bedarf nur Minor-Releases erscheinen, die dann kleinere neue Funktionen und Fehlerkorrekturen mitbringen. WordPress 6.9 und 7.0 folgen demnach erst im Jahr 2026.






